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Die Odyssee geht weiter: Wo schlafe ich heute Nacht?!

Die Odyssee geht weiter: Wo schlafe ich heute Nacht?!


Nach siebenstündiger Busfahrt konnte ich meinen Mitbewohner nicht finden. Ohne PIN für die Zimmertür im Studentenwohnheim komme ich nicht rein. Für die Hostelsuche war es eigentlich schon zu spät. Wie aber doch mal wieder alles in letzter Minute gut ging….

Lange Rückfahrt und kein Schlafplatz…

Das erste Wochenende in Korea war ich nicht in Seoul. Naja, eben nur kurz. Vom Skiresort ging es wieder Richtung Seoul. Pünktlich fuhren alle vier Busse mit den 150 Exchange Students ab. Was keiner ahnen konnte, die Busfahrt dauerte sieben Stunden! Hin hatten wir nicht mal drei Stunden gebraucht. Schuld war ein kleines Schneechaos. Einheimische stehen an den Rastplätzen und besprühen ihre Ganzjahresreifen mit Haftspray. Tolle Erfindung denke ich mir, ist bestimmt nur Haarspray mit einer anderen Bezeichnung. Nun gut. Das hat mich nicht so sehr gestört. Vielmehr bohrte sich die Frage durch meinen Kopf: Wo schlafe ich heute Nacht? Glücklicherweise habe ich meinen zukünftigen Mitbewohner auf dem Skiwochenende getroffen, und zwar am Samstagabend mein Cultural Dinner – ein purer Zufall! Kurz vor Schluss machte mich jemand darauf Aufmerksam, dass er gerade mit einem anderen deutschen Austauschstudenten gesprochen hatte, der auch noch ohne Mitbewohner war. Also bahne ich mir meinen Weg durch die Massen und entdecke meinen Zimmerkollegen. Kurzes hin und her. Ja, er ist es! Ja, kein Problem, ich kann von Sonntag auf Montag doch einfach so in mein künftiges Zimmer gehen. Eigentlich sollte ich ja vorher einchecken, aber wer prüft das schon so genau. Zumal ich sowieso dafür bezahlt habe und auch nicht zu wenig! 1,8 Millionen koreanische Won. Das sind 1.400 €. Alles im Voraus per internationaler Überweisung, versteht sich. Mein Tip: Transferwise.

Strenge Hausregeln, komische Hausregeln

Sollte ich nicht die strengen Hausregeln befolgen, fliege ich direkt raus ohne einen Cent wieder zu sehen. Es ist eben problematisch für vier Monate eine bezahlbare Unterkunft zu bekommen. Bleibt man ein Jahr, könnte man auch einen Jahresvertrag unterschreiben. Dann wird es billiger. Auch viele koreanische Studenten wohnen der Kosten wegen zu zweit in einem Zimmer. Ich werde es Überleben… hoffentlich. Dennoch ist es ungewohnt solche Regeln aufgebrummt zu bekommen: im Schuhkarton – ähm sorry – „Zimmer“ nur Hausschuhe tragen, kein Bier beim Skypen mit Freunden, und kein Klopapier ins Klo werfen. Warum heißt es dann eigentlich noch Klopapier? 😀

Liste der Hausregeln
Die Hausregeln

Kein Check-In am Sonntag…

Trotz der Wucherpreise kann man sonntags nicht im Studentenwohnheim einchecken. Selbst wenn jemand am Sonntag gearbeitet hätte, dann sicherlich nicht bis um 22:00 Uhr nachts. Das war die Uhrzeit um die alle wieder am Campus der Hanyang University ankamen. Mein ursprünglicher Plan war es mir ein günstiges Hostel in Uni-Nähe zu suchen. So war es doch deutlich besser. Wer will schon nachts mit Reisegepäck durch eine fremde Stadt irren um im Hostel zu übernachten. Dummerweise habe ich nicht gleich nach dem Code fürs Zimmer gefragt. Daher war ich mir auch nicht mehr sicher, ob es auch alles klappen wird. Denn ich habe meinen Roommate seit dem Abend nicht mehr gesehen. Also hoffe ich, dass ich ihn entweder nach Ankunft in der Nähe der Busse finde oder er in Facebook antwortet – vorausgesetzt ich finde wieder kostenloses W-Lan. Das ist in Seoul in Campus Nähe jedoch kein Problem. Dort gibt es gleich mehrere, wenn auch sehr langsame, Spots. Für eine Nachricht wird es auf jeden Fall reichen.

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Noch mehr Regeln! Von wegen Schilderwald Deutschland…

Die Suche nach meinem Mitbewohner…

Also dann kurz nach der Ankunft schnell alles Gepäck raus. Denn ich hatte ja alles dabei, mein gesamtes Reisegepäck für die kommenden Monate. Dann ging die Suche los! Wildes Hin und Her Rennen, aber ich konnte ihn nicht finden. Doch mein Glück war wieder auf meiner Seite. Eine Gruppe anderer Exchange-Students kannten ihn und wohnten zudem auch im gleichen Wohnheim. Also marschierten wir gemeinsam los in der Hoffnung ihn im Wohnheim anzutreffen. Fehlanzeige! Gut, was soll’s. Ich konnte nicht mehr klar denken. Nach über 9 Stunden ohne Essen und verzweifelten koreanischen Autofahrern mit unwirksamen Haftspray auf ihren Autoreifen auch nicht verwunderlich. Mein ganzes Gepäck durfte ich bei Hauskollegen mit Einzelzimmer unterstellen – und im Notfall auch dort schlafen. Was für eine Erleichterung! Jetzt erstmal essen gehen. Kurz um die Ecke gab es ein Lokal mit netten Bildern der angebotenen Gerichte. Lustigerweise gab es zu jedem Essen Nudeln anstatt Reis. Gemeint sind diese Instantnudeln aus der Tüte, die jeder Student kennt. Ich glaube die sind in jedem asiatischen Land ein Renner. On Top konnte ich auch noch kostenloses W-Lan ausfindig machen. Also checkte ich alle paar Minuten meine Facebook Nachrichten. Und jetzt haltet euch fest: Ratet mal, wer mir kurz bevor wir wieder gehen wollten geschrieben hat!? Genau, mein Mitbewohner! Die Nacht war gerettet! Das einzig blöde war es noch die Koffer in den fünften Stock zu schleppen. Einen Aufzug sparte man sich wohl bei einem Studentenwohnheim…

Graues Gebäude: Studentenwohnheim

Mein neues Zuhause – das Studentenwohnheim

Die Nacht war gerettet!

Schlafsack kurz ausgepackt und direkt eingeschlafen. Auch wenn die Nacht kurz war – der Jet-Lag machte sich doch bemerkbar. Am nächsten Tag ging es erstmal los in den nächsten größeren Supermarkt um Bettzeug zu kaufen. Bis auf die Matratze im Stockbett ist nichts vorhanden. Kein Geschirr, keine Handtücher, kein gar nichts… also wirklich nichts! Immerhin sind Glühbirnen in den Lampen. Hinzu kommt, dass die Koreaner Matratzen bevorzugen, die an Moosgummi erinnern. Kennt ihr diese Gummiplatten auf Kinderspielplätzen? So weich sind die Matratzen hier. Egal, ich werde mich schon daran gewöhnen. Immerhin etwas weicher als der Ondol-Style im Hostel. Neu für mich und sicherlich sehr gewöhnungsbedürtig ist die Größe des Zimmers. Wie ich oben schon sagte – eher ein Schuhkarton als ein Zimmer. Nicht nur das es winzig ist, sondern auch noch mit jemandem geteilt werden muss. Einzelzimmer gibt es zwar auch, aber insgesamt wohl nur acht davon. Jetzt frage ich mich, wie die koreanischen Austauschstudenten in Deutschland wohnen…

Hier noch ein paar Bilder vom Wohnheim

Sehr praktisch ist allerdings das Keypad-Lock, also die Schließanlage. So brauche ich nie einen Schlüssel mitzunehmen! Auch sehr gut ist die eigene Waschmaschine! Geheizt wird mit elektrischer Fußbodenheizung. Für den Sommer ist auch eine Klimaanlage installiert. Wie sich das dann in der Stromrechnung niederschlägt, bleibt abzuwarten. Jedenfalls sind Nebenkosten nicht in der schon bezahlten Miete enthalten.

Im kommenden Post werde ich euch den Hanyang Campus vorstellen!

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