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Was kostet die Welt?! Tipps zur Finanzierung deines Auslandssemesters

Was kostet die Welt?! Tipps zur Finanzierung deines Auslandssemesters

Ein Semester im Ausland zu studieren bedeutet oftmals zusätzliche Kosten. Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es und mit welchen Kosten musst du bei einem Auslandssemester in Seoul rechnen? Genau das erfährst du in diesem Beitrag.

Kassenbons und Koreanische Won auf einem Tisch

Kassensturz – auch wenn man in Seoul wirklich überall mit Karte zahlen kann, schadet es nicht, etwas Kleingeld dabei zu haben.

Lass‘ dich nicht von den Mehrkosten abschrecken, die durch ein Auslandssemester ggf. auf dich zukommen. Die gute Nachricht ist: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zu erhalten sowie hilfreiche Tipps, um vor Ort kein Vermögen auszugeben. Im Folgenden gehe ich zunächst auf die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten ein, die es im Hinblick auf ein Auslandssemester gibt, und ziehe im Anschluss eine kurze Bilanz meiner Lebenshaltungskosten in Seoul, damit du ein besseres Gefühl dafür bekommst, was dich erwartet.

Das wohl bekannteste Programm, um finanzielle Unterstützung für dein Auslandssemester zu unterhalten, ist Erasmus+. Es kommt jedoch leider nicht infrage, wenn du so wie ich in die weite Welt hinaus und dein Auslandssemester in Südkorea verbringen möchtest. Wenn das der Fall ist, solltest du dich informieren, ob deine Heimatuniversität am PROMOS-Programm vom DAAD teilnimmt.

DAAD: PROMOS

Ein Blick auf die Website deiner Uni beziehungsweise ein Besuch im International Office sollte reichen, um herauszufinden, ob deine Uni an dem Programm teilnimmt. Sehr viele Universitäten kooperieren mit dem DAAD im Hinblick auf PROMOS, dementsprechend stehen die Chancen gut, dass auch deine Uni ein Partner ist.

Und es kommt noch besser: Es ist keine aufwendige Bewerbung nötig. Ich war überrascht, wie einfach es ist, diese Unterstützung zu erhalten. Das liegt daran, dass die PROMOS-Bewerbungen direkt über die eigene Uni abgewickelt werden. Die Bewerbung erfolgte bei mir quasi automatisch im Zuge meiner Bewerbung für den Auslandsstudienplatz über das Portal „Mobility Online“. Notwendig sind lediglich ein Motivationsschreiben (musst du so oder so erstellen) und nach deiner Rückkehr nach Deutschland wird ein Erfahrungsbericht fällig.
Ich habe eine Förderung von insgesamt 800 Euro aufgeteilt in zwei Raten erhalten, was ziemlich genau für den Hin- und Rückflug nach Seoul ausgereicht hat. Die Fördersätze variieren von Land zu Land und hängen auch von dem Deal ab, den deine Uni mit dem DAAD ausgehandelt hat. Wenn du Glück hast, können Fördersätze von bis zu 500 Euro monatlich drin sein. Um dir einen ersten groben Überblick zu verschaffen, kannst du die aktuellen Fördersätze pro Land hier einsehen.

Auslands-BAföG

„Ich bin leider nicht BAföG-berechtigt“ – ist ein Satz, den ich schon so oft im Laufe meines Studiums gehört habe. Und ich habe ehrlich gesagt das Gefühl, dass er auf einige der Leute, die ihn aussprechen, nicht zutrifft. Einen BAföG-Antrag zu stellen, nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch und man muss einige Unterlagen zusammensuchen … allerdings lohnt sich der Aufwand! Klar, wenn deine Eltern definitiv ein zu hohes Einkommen haben, hat sich die Sache leider erledigt. Aber bezüglich des Auslands-BAföGs kann es anders aussehen. Dadurch, dass die Förderbeträge hier höher ausfallen, kann es durchaus passieren, dass du Auslands-BAföG erhältst, obwohl du im Inland leer ausgehst. Befindest du dich vielleicht auch schon im Master? Und hast du zwischen Bachelor und Master so wie ich mehrere Jahre Vollzeit gearbeitet? Dann lies jetzt unbedingt weiter!

Wenn du zwischen deinem Bachelorabschluss oder dem Abschluss deiner Berufsausbildung und dem Beginn deines Masterstudiums mindestens drei Jahre Vollzeit gearbeitet hast, erhältst du elternunabhängiges BAföG. Ja, du hast richtig gelesen. Der BAföG-Satz wird in diesem Falle komplett unabhängig vom Einkommen deiner Eltern errechnet und basiert ganz alleine auf deinen Einkünften bzw. deinem Vermögen. Wenn du monatlich die Schwelle von 450 Euro nicht überschreitest, erhältst du den Höchstsatz in Höhe von 835 Euro (Stand: 2020). Da ich neben meinem Studium als Freelancerin tätig bin, erhalte ich weniger als den Höchstsatz, jedoch kann sich der Betrag immer noch sehen lassen und hilft mir sehr dabei, genügend Zeit zu haben, um mich auf mein Studium zu konzentrieren.

Es wird noch besser: Zum BAföG-Höchstsatz kommt – je nach dem, in welches Land zu gehst – noch ein Zuschlag dazu. Dieser wird auf Basis der Lebenshaltungskosten im jeweiligen Land errechnet – die aktuelle Übersicht für 2020 findest du hier. Dementsprechend liegt der mögliche Auslands-BAföG-Höchstsatz für dein Studium in Südkorea bei sage und schreibe 927 Euro (Stand: 1. HJ 2020). Damit kannst du schon ganz schön weit kommen. Etwas weiter unten in diesem Beitrag gehe ich kurz auf meine Lebenshaltungskosten hier in Seoul ein.

Ein letzter Benefit des Auslands-BAföGs, den ich dir nicht vorenthalten möchte, ist die Unterstützung im Hinblick auf Studiengebühren. Was die wenigsten wissen: Es werden Auslandsstudiengebühren bis zu einer Höhe von insgesamt 4.600 Euro gefördert. Das kann für dich wichtig sein, wenn du als Freemover ins Ausland gehen möchtest. Für mich war es nicht relevant, da ich an eine Partneruni meiner Heimatuni gegangen bin und entsprechend keine Studiengebühren anfallen.

Stipendien

Ähnlich wie beim BAföG verhält es sich meiner Meinung nach auch mit Stipendien: Viele Studierende bewerben sich erst gar nicht, weil sie denken, dass sie nicht die notwendigen Kriterien erfüllen, beziehungsweise nicht gut genug sind. Klar, um ein Stipendium zu bekommen, reichen mittelmäßige Leistungen nicht aus. Nichtsdestotrotz stehen für manche Studienfächer zum Beispiel deutlich mehr Fördermöglichkeiten bereit als für andere. Oder für bestimmte Studienrichtungen werden spezielle Programme ins Leben gerufen, weil erkannt wurde, dass ein zu kleiner Anteil von Studierenden ins Ausland geht. Letzteres ist zum Beispiel für Lehramt-Studierende sowie Fachhochschulstudenten der Fall. Der DAAD hat hierfür die Programme Lehramt International und HAW.International ins Leben gerufen.

Bitte stell‘ dein eigenes Potenzial nicht unter den Scheffel und bewirb‘ dich einfach! Dabei ist es wichtig, dass du dich frühzeitig informierst, wie die Fristen aussehen und – noch entscheidender – welche Dokumente du für die Bewerbung benötigst, damit dir nicht das Gleiche wie mir passiert. An Letzterem ist meine Bewerbung für das HAW.International Stipendium nämlich leider gescheitert. Ich habe zwar alle notwendigen Dokumente fristgerecht eingereicht, jedoch dabei übersehen, dass mein Englisch-Sprachnachweis zu alt war. Die Vorgabe des DAAD sieht hier nämlich so aus, dass der Nachweis nicht älter als zwei Jahre sein darf.

Fazit: Informiere dich entsprechend früh, welche Unterlagen du einreichen musst und achte dabei auf alle Details. Ggf. musst du dich nämlich rechtzeitig für einen neuen Sprachtest anmelden und diese Tests bringen selber ja auch einen gewissen zeitlichen Vorlauf mit sich.

Und was kostet das Leben in Seoul?

Ich lebe erst einen Monat in Seoul. Dementsprechend habe ich noch keine Vergleichswerte mehrerer Monate, um einen Durchschnitt der Lebenshaltungskosten zu berechnen. Nichtsdestotrotz kann ich schon eine erste Einschätzung geben, auf welche Höhe sich die monatlichen Lebenshaltungskosten in etwa belaufen.

Die App Tripcoin hat sich für mich bisher als sehr hilfreich erwiesen. Ich nutze die kostenlose App, um meine Ausgaben zu tracken. Denn durch das ständige mit Karte Zahlen geht es mir ganz nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“, sodass ich den ein oder anderen Won (so heißt die koreanische Währung), den ich ausgegeben habe, höchstwahrscheinlich vergessen würde. Die App hilft mir entsprechend dabei, den Überblick zu behalten.

Kassensturz

So sahen meine groben Kosten umgerechnet in Euro pro Kategorie im ersten Monat aus:

• Miete: ca. 400 Euro (siehe mein Beitrag zum Thema Unterkunft)
• Food & Coffee (auswärts): ca. 250 Euro
• Lebensmittel: ca.120 Euro
• Ausgehen: ca. 120 Euro
• Handy/Internet: ca. 50 Euro
• Transportation: ca. 40 Euro
• Alien Registration Card: ca. 25 Euro

Sprich insgesamt um die 1.000 Euro. Das deckt sich für meinen Teil in etwa mit den Lebenshaltungskosten in Berlin. Entsprechend entstehen für mich Mehrkosten im Vergleich zu meinem Leben in Deutschland nur im Hinblick auf Reisen und besondere Aktivitäten.

Allerdings rechne ich damit, dass sich meine Ausgaben in den kommenden Monaten noch etwas erhöhen werden, da ich aufgrund der Corona-Situation im ersten Monat nicht so viel unterwegs war, wie es bei mir normalerweise der Fall sein würde. Zudem war es leider nicht möglich (beziehungsweise nicht zu verantworten), zu reisen. Dafür plane ich noch mal ca. 300 Euro pro Monat on top ein, wenn sich die Lage im Hinblick auf Corona hoffentlich entspannt hat.

Außerdem gut zu wissen: Ich achte zwar auf meine Ausgaben, gönne mir jedoch auch ab und an gerne etwas. Dementsprechend kannst du bei den Kosten definitiv noch etwas rausholen, wenn du strikt Low-Budget-orientiert lebst.

Fazit

Für dein Auslandssemester in Seoul musst du kein Vermögen aufbringen. Vielmehr halten sich die Kosten auf einem ähnlichen Level wie in Deutschland. Natürlich hängt das auch davon ab, in welcher Stadt du wohnst und was für einen Lifestyle du pflegst. Hauptsache, du lässt dich nicht von der Befürchtung abschrecken, dass du deutlich mehr Geld benötigst, um hier über die Runden zu kommen.

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