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Eine Nacht im finnischen Wald – so geht’s!

Eine Nacht im finnischen Wald – so geht’s!

Wer günstig durch Finnland kommen will, profitiert von dem berühmten „Jedermannsrecht“, dass es jedem erlaubt die Natur in einem gewissen Rahmen zu nutzen. Das bedeutet, dass man in öffentlichen finnischen Wäldern nicht nur Pilze und Beeren zum Eigenbedarf sammeln darf, sondern auch, dass man frei campen darf. In diesem Artikel stelle ich euch 5 Arten vor, wie ihr (fast) umsonst – und absolut authentisch – in Finnland übernachten könnt.

1. Im Zelt

Wer ein Zelt hat, der hat es gut. Denn dein Zelt darfst du in Finnland grundsätzlich überall aufstellen. Einzige Ausnahmen sind private Grundstücke und Orte, die explizit mit einem Camp-Verbot gekennzeichnet sind. Aber selbst auf einem Privatgrundstück ist das Campen erlaubt, wenn man vom Besitzer die Erlaubnis hat. Befindet sich zum Beispiel in Sichtweite des auserwählten Zeltplatzes ein Haus, dann empfiehlt es sich, anzuklopfen und nachzufragen, ob man sein Zelt aufschlagen darf.

2. In der Hängematte

Im Wald in einer Hängematte zu schlafen ist in Finnland nichts Ungewöhnliches. Eine Hängematte hat im Gegensatz zum Zelt den Vorteil wesentlich kleiner und leichter zu sein und ist somit die perfekte Begleitung für Wanderungen. Es gibt spezielle Hängematten aus leichten stabilen Stoffen, oft auch mit einem Moskitonetz ausgestattet, die das Schlafen im Freien bequemer machen, als mit einer herkömmlichen Hängematte für den Garten. Für das Aufhängen der Hängematte gelten in der Natur die gleichen Regeln, wie für das Zelt: So lange du niemandem zu nahe kommst und die Natur nicht beschädigst, darfst du überall schlafen.

3. Im Kota und Laavu

Eine Kota (auf englischen Karten oft „Lapp hut“) ist eigentlich ein spitzes Zelt ähnlich einem Tipi, das von den „Samen“, den Ureinwohnern Finnlands genutzt wird. In Nationalparks, aber auch einfach zum Beispiel an Fluss- oder Seeufern, findet man Kotas aus Holz. In den kegelförmigen Häusern befindet sich in der Mitte eine Feuerstelle mit Kamin und drumherum Holzbänke, auf denen man seine Isomatte ausbreiten, den Schlafsack ausrollen und eine Nacht verbringen kann. Eine Kota ist perfekt, wenn es draußen regnet und/ oder sehr windig ist. Weitaus einfacher zu finden sind allerdings Laavus (auf englischen Karten „lean-to-shelter“). Das sind offene Schutzdächer, unter denen man etwas gegen Wind und Regen geschützt ist. Die Feuerstelle befindet sich dann im Freien.

Lagerfeuer und Wurst
Feuerstellen sind nicht nur wichtig, damit sich Wanderer aufwärmen können. Würstchen am Feuer zu grillen ist tief in der finnischen Outdoor-Kultur verankert!

4. Autiotuvat

Eine Autiotupa ist eine kleine Schutzhütte mit Ofen und Schlafmöglichkeit. Oft gibt es auch einen Esstisch und manchmal eine Gasplatte zur Essenszubereitung. Autiotuvat können von Wanderern kostenlos zum Übernachten benutzt werden. Zu unterscheiden sind Autiotuvat auf jeden Fall von Päivatuvat („Tageshütten“). Letztere sind nur zum Rasten und Aufwärmen gedacht und sollen nicht zum Schlafen genutzt werden.

5. Im Vuokratuvat und Varaustuvat

Wer ein bisschen Geld ausgeben kann oder die Sicherheit möchte, auf jeden Fall einen Schlafplatz zu haben, der kann sich auch eine Vuokratupa oder eine Varaustupa mieten. Vuokratuvat sind Miethütten, die entweder vom Nationalpark, in dem sie stehen, gemietet werden können oder über Webseiten wie www.lomarengas.fi. Abgesehen von Vuokratuvat gibt es auch noch Varaustuvat, also Reservierhütten. Diese sind günstiger und ein Bett in der Varaustupa kann ebenfalls über die Nationalparkverwaltung reserviert werden. Miethütten sind meist größer und teurer und lohnen sich erst ab mehreren Personen. Informationen zu den Hütten in Nationalparks findet ihr auf der Webseite der Nationalparks

Holzhütte im Wald
In dieser Miethütte ohne Strom und fließendem Wasser habe ich mit Correspondent-Kollegin Silvia einige Nächte verbracht.

Wer also ein bisschen Abenteuergeist und einen warmen Schlafsack mitbringt, kann problemlos umsonst oder für etwas Geld in Finnland nächtigen. Ideal sind die genannten Optionen natürlich für Wanderer, Skifahrer und andere, die in der Natur reisen. Viele tolle Zeltplätze oder Hütten sind aber auch nur wenige 100 Meter von der Straße entfernt und bieten sich so auch an, wenn man mit dem Auto unterwegs ist und nur eine schnelle Bleibe für die Nacht sucht. Wichtig ist aber, sich an die Regeln zu halten, und die Hütten und Feuerstellen sauber und ordentlich hinterlässt. Denn jeder soll die Chance haben die finnische Natur, ein Würstchen grillend oder in den Schlafsack gekuschelt, genießen zu können.

 

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