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Wintertagebuch 3: Weihnachtliche Alpträume

Wintertagebuch 3: Weihnachtliche Alpträume

Teil 3 des Wintertagebuchs. Egal ob finnische Kommilitonen, Freunde und Familie von zuhause oder Leute auf Instagram, eine Frage drängt sich allen auf: Wie geht es dir mit der Dunkelheit? Das ist eine gute Frage, auf die ich selbst zu Beginn des Winters gespannt war. Deshalb habe ich beschlossen, ein Wintertagebuch zu schreiben. Wie wird sich meine Sicht auf den Winter und das Leben verändern, wenn die Tage jede Woche um ca. 20 Minuten kürzer werden? Wenn ihr wissen wollt, was bisher so passiert ist, dann klickt doch mal hier.

22.11.2019, 2 Grad

Gegen 10 Uhr geht die Sonne offiziell auf, gesehen habe ich die aber schon seit Tagen nicht mehr. Selbst, wenn es hell ist, ist es dunkel. Die Wolkendecke ist einfach zu dicht. Gestern schlug die Nordlicht-App Alarm: Polarwinde, mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit, war zu sehen. Tja, keine Chance, wenn der Himmel wolkenverhangen ist. Die Frage mit der Winterdepression drängt sich immer mehr auf. Bisher kann ich sie noch verneinen: Nein, ich habe keine Winterdepression. Ich bin nur wütend; auf die Wolken und darauf, dass es so warm ist und deshalb der Schnee schmilzt, dass die Bäume nicht mehr glitzern und der Schnee nicht mehr pulvert! Frechheit!

24.11.2019, 2 Grad

Ab heute darf ich mich offiziell „Pumpkin Pie“ nennen. Ich wurde zur Elfe gekrönt… zipfelgemützt? Bis Weihnachten darf ich nun irischen und britischen Gästen den Weihnachtszauber nahebringen, als Reiseleiter-Elfe! Teil meines Jobs ist es immer zu lächeln. Ob ich das hinbekomme? Ich übe schon mal… 😀 😀 😀 🙂 😐 puh…

26.11.2019, -2 Grad

Zurück im normalen Leben nach dem sehr intensiven Elfentraining. Klingt doof, war aber wirklich anstrengend. Wenigstens war ich viel draußen am Wochenende und das wird auch im Dezember während meiner Arbeit so sein. Ob es sich positiv auf meine Laune auswirkt? Hoffentlich! Heute ging die Sonne um 9:46 Uhr auf und um 14:31 Uhr unter. Es ist Dienstag, am Sonntag geht sie erst nach 10 Uhr auf und schon um viertel nach 2 unter. Die Tage werden so rasant kürzer, dass man gar keine Zeit mehr hat überrascht zu sein. Wenigstens wird es bald wieder kälter und es gibt Neuschnee! Dann sieht es wenigstens wieder winterwunderlandmäßig aus.

30.11.2019, -9 Grad

Heute erster Einsatz als Elfe. Ich war lange unschlüssig, was ich denn nun unter mein Kostüm anziehen soll, damit mir nicht zu kalt oder zu warm ist. So langsam zeigt sich aber, dass man sich an die Kälte echt irgendwie gewöhnt. Nur die Dunkelheit setzt mir immer mehr zu. Allerdings nicht heute, denn ich war fast den ganzen Tag an der frischen Luft und das Wetter war ein Traum.

Frau in Elfenkostüm umarmt riesigen Schneemann
Pumpkin Pies bester Freund.

1.12.2019, -8 Grad

Heute wollte ich mit einer Freundin auf den örtlichen Weihnachtsmarkt, der sich mit 5 Hütten mit einer Öffnungsquote von unter 50 Prozent entpuppte. Enttäuschend. Da konnte auch der schöne Himmel meine Stimmung nur leicht erhellen.

2.12.2019, -5 Grad

Ich träume immer noch nachts von Weihnachtsliedern und wälze mich im Takt von Jingle Bells im Bett umher. Nebenwirkungen des Elfenjobs. Es ist wieder oft bewölkt und die Sonne zeigt sich nur selten. Gepaart mit Unistress, haben solche Tagen hohes „Um 17 Uhr ins Bett legen und 10 Folgen irgendeiner Sitcom ansehen“-Potenzial.

Wie wird es Tina als Elfe ergehen und wird sie es schaffen eine komplette Serie von 11 Staffeln bis Ende des Winters fertig zuschauen? Erfahrt es (ersteres sicher, zweiteres wahrscheinlich noch nicht) im nächsten Teil des Wintertagebuchs!

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