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Eine deutsche Band in unserem Klassenzimmer

Eine deutsche Band in unserem Klassenzimmer

In der vergangenen Woche durfte ich mit der Band „AB Syndrom“ aus Deutschland zusammenarbeiten. Von der Organisation bis hin zur Begegnung der Band mit meinen Schülern und welche Aufgaben ich als Schulwärts-Praktikantin hatte – es gibt viel zu berichten.

Einmal jährlich organisiert das Goethe Institut in Vietnam die Tour einer deutschen Band durch Vietnam. Dabei steht der kulturelle Austausch im Mittelpunkt. Deutschlernende, die am Goethe Institut selbst oder an deren betreuten Schulen lernen, bekommen die Gelegenheit, mit den Musikern in Kontakt zu treten. Dafür werden Workshops, Begegnungen und Konzerte für sie veranstaltet. Die Tour von „AB Syndrom“ startete am Institut in Hanoi. Dann spielten sie Konzerte in Zentralvietnam in Hue und Da Nang. In Ho Chi Minh City beendete die Band ihre Tour. 

„AB Syndrom“

Das Berliner Duo besteht aus Anton, der am Schlagzeug sitzt und Bennet, der das Keyboard spielt und singt. Zusammen machen sie seit 2012 gemeinsam Elektropop. Sie sind dabei, ihr viertes Album zu produzieren, und waren im vergangenen Frühjahr mit der deutschen Sängerin MINE auf Deutschlandtour. 

Die Vorbereitungen  

Gleich am Anfang meiner Praktikumszeit wurden mir die Projekte vorgestellt, die während meiner Zeit als Praktikantin am Goethe Institut anstehen, so auch dieses Projekt. Ein Projekt dieser Größe erfordert natürlich viel Planung im Voraus. Bevor ich überhaupt mein Praktikum angefangen habe, war also schon das meiste der Planung abgewickelt. Drei Wochen vor der Ankunft der Band ging es dann an die Planung im Detail. Ich war dabei zum einen an der Organisation und Gestaltung eines Workshops beteiligt, der mit meinen Schülern stattfinden sollte. Außerdem wurden Aufgaben, wie das Abholen oder Begleiten der Band an den vier Tagen unter verschiedenen Leuten im Institut aufgeteilt. Mir wurde so noch die Aufgabe zuteil, die Band zu einer Begegnung mit Studierenden der University of Social Science and Humanities zu begleiten. In meinen Schulklassen habe ich noch mal Werbung für das Konzert und den Workshop gemacht. Gemeinsam mit meiner Mitpraktikantin Tabea und der Deutschlehrerin An Thu haben wir das Programm für den Workshop besprochen und alle nötigen Vorkehrungen getroffen. Das Programm wurde bereits bei dem Workshop in Hanoi durchgeführt und so konnten wir es von dort übernehmen.

Das Konzert 

Am Mittwochabend haben „AB Syndrom“ gemeinsam mit dem Livemusikduo „Tiny Giant“ aus Hanoi auf der Bühne gestanden. Diese besteht aus der vietnamesischen Musikerin LinhHafornow und Tomes, einem Musiker aus Australien. Mit ihrer Musik aus einem Mix von elektronisch produzierten Beats, geloopten vocals und analogen, sowie akustischen Instrumenten und Synthesizern, haben sie das Konzert eröffnet. Im Anschluss haben „AB Syndrom“ ein paar ihrer Songs gespielt und am Ende haben LinhHafornow und „AB Syndrom“ noch gemeinsam Musik gemacht. Das Ganze dauerte ungefähr zwei Stunden. Jeder Deutschlernende und alle Lehrkräfte konnten kostenlos an dem Konzert teilnehmen. Durch den Beginn um 20:00 Uhr war das Konzert jedoch für manche zu spät am Abend oder sie hatten andere Pläne. Am Ende gab es natürlich noch Autogramme für alle, die da waren. Die Begeisterung und Aufregung war am ganzen Abend sehr groß.

Die Workshops

An der Universität

Am Freitagvormittag fand der Workshop an der Universität statt, zu dem ich die Band begleitet habe. Da die Uni das Treffen selbst organisiert und geplant hat, wussten wir  nicht genau, was auf uns zukommen wird. Es haben uns schließlich um die 40 Studenten erwartet und zwei Moderatorinnen haben durch das Programm geführt. Dabei wurden viele unterhaltsame Spiele wie Pictionary gespielt und es gab eine Fragerunde. Natürlich haben die Jungs auch etwas von ihrer Musik gespielt und alle waren sehr begeistert. Am Ende wurden wie immer noch Autogramme gegeben und Fotos gemacht. 

AB Syndrom bei dem Workshop an der Uni


„AB Syndrom“ bei dem Workshop an der Uni.

Workshop mit meinen Schülern 

Der Workshop mit 60 ausgewählten Schülern der betreuten PASCH-Schulen des Goethe Instituts fand am Samstagvormittag statt. Aus allen fünf Klassen, in denen ich unterrichte, kamen begeisterte Schülerinnen und Schüler, um „AB Syndrom“ kennenzulernen. Der Workshop hat um 8:30 Uhr begonnen, aber ich war schon früher da, um mit meiner Kollegin An Thu den Raum zu organisieren und die Technik vorzubereiten.Währenddessen hat meine Mitpraktikantin Tabea die Band von ihrem Hotel abgeholt. An Thu hat durch den Workshop geleitet und wir haben sie unterstützt. 

Auf dem Programm für den Workshop stand zunächst das kleine Spiel „Rasender Reporter“, damit alle Teilnehmer in Kontakt miteinander kommen. Dann gab es eine Fragerunde mit der Band, bevor es auf den Schulhof ging. Dort haben wir in Gruppen eine rhythmische Tanzübung angeleitet und anschließend in Partnerarbeit Spiegelpantomime gespielt. Zurück im Raum haben „AB Syndrom“ dann das Video zu ihrem Song ‚Spiegelbild‘ gezeigt, indem auch eine Sequenz mit Spiegelpantomime zu sehen ist. Die Schülerinnen und Schüler sollten dann in Gruppen eine dritte Strophe zu dem Lied schreiben, wobei der Rhythmus des Liedes beibehalten werden sollte. Die Liedtexte haben wir zum Schluss an die Wand projiziert und alle einmal gesungen. Die Schülerinnen und Schüler sind sehr kreativ geworden und haben sich tolle Strophen einfallen lassen. Auch das Singen hat allen Spaß gemacht. „AB Syndrom“ haben natürlich zum Ende noch eins ihrer Lieder live für alle performt und wieder gab es zum Abschluss Autogramme und viele Fotos.

Ich finde diese Aktion des Goethe Instituts unglaublich bereichernd für die Deutschlernenden und finde es großartig, mit wie viel Freude sich diese an den angebotenen Programmen beteiligt haben. Ich konnte die Band in der kurzen Zeit auch etwas besser kennenlernen. Sie waren sehr sympathisch, hatten Spaß bei den Workshops und Begegnungen mit den Lernenden und fanden die ganze Aktion eine gelungene Sache und wertvolle Erfahrung. 

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