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Auf dem Weg zu den Pastéis de Belém

Auf dem Weg zu den Pastéis de Belém

Viele kennen den Stadtteil Lissabons aufgrund des kleinen Cremetörtchens: dem berühmten Pastel de Belém. Aber es gibt noch mehr Gründe, Belém einen Besuch abzustatten.

Die Promenade von Belém mit Blick auf das Padrão dos Descobrimentos und die Ponte 25 de April.
Wer sich auf seinem Weg zum Torre de Belém noch einmal umdreht, sieht das Padrão dos Descobrimentos gemeinsam mit der roten Ponte 25 de April.

Belém ist ein Stadtteil außerhalb von Lissabon. Hier findet sich die einzige Pastelaria die anstelle der Pastéis de Nata, nach dem Originalrezept die Pastéis de Belém kreiert und verkauft. Ursprünglich wurde das süße Gebäck von einem Mönch erfunden, der es später weitergegeben hat. Daraus wurden die Pastéis de Belém (Singular Pastel de Belém). Als die Törtchen immer beliebter wurden, hat sich das Rezept verbreitet. Daraus sind die bekannten Pastéis de Nata geworden. Jedoch darf sich nur das Original Pastel de Belém“ nennen. Die ganze Geschichte hinter den Pastéis de Belém kannst du auf der Website der Cremetörtchen nachlesen.

Aber nicht nur aufgrund der Süßspeise lohnt sich ein Ausflug nach Belém. Der Stadtteil ist sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und lässt sich mit dem Zug gut erreichen. Belém liegt direkt am Nordufer des Rio Tejo und vom Bahnhof kann man gemütlich am Ufer Richtung Zentrum spazieren.

Sehenswertes in Belém

Direkt an der Promenade befindet sich das Padrão dos Descobrimentos (dt. Denkmal der Entdeckungen). Im 15. Jahrhundert war Portugal eine der größten Seemächte Europas. Mitverantwortlich dafür war unter anderem Prinz Heinrich, später bekannt als „Heinrich der Seefahrer“, der den Schiffsbau sowie die Seereisen stark gefördert hat. Er schmückt mit 32 anderen wichtigen Persönlichkeiten des portugiesischen Spätmittelalters das Denkmal, das an das Zeitalter der Entdeckungen erinnern soll.

Die Sonne scheint auf das Padrão dos Descobrimentos, dem portugiesischen Deckmal der Entdeckungen
Im Licht der portugiesischen Sonne strahlt das Padrão dos Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen) mitsamt seinen 33 Entdeckern.

Läuft man weiter am Ufer entlang kommt man zum Torre de Belém (Turm von Belém). Der Turm ist eines der wenigen Wahrzeichen Lissabons, die das schwere Erdbeben im Jahr 1755 überstanden haben. Die Festung wurde im 16. Jahrhundert zum Schutz der Tejo-Mündung erbaut. Die Grünanlage um den Turm herum lädt dazu ein, es sich auf der Wiese gemütlich zu machen. Es finden sich vor dem Turm, als auch auf dem Weg dorthin einige fahrende Stände, die allen bei kleinem Hunger und großem Durst aushelfen können.

Der Turm von Belém, Torre de Belém, wird von hinten von der Sonne angestrahlt.

Die Festung „Torre de Belém“ bewacht den Zugang zum portugiesischen Meer.

Von der Promenade aus ist man in wenigen Minuten bei dem Kloster Mosteiro dos Jerónimos. Dieses ist seit 1983 auch UNESCO-Weltkulturerbe, nicht nur aufgrund seiner prächtig mit Ornamenten geschmückten Außenfassade. Von hier aus ist es auch nicht mehr weit zu der berühmten Pastelaria. Wer genauer hinsieht, kann auch schon aus der Ferne die lange Menschenschlange, unter der blauen Markise entdecken.

Die Grünanlage vor dem Kloster Mosteiro dos Jerónimos in Belém.
Durch die schön angelegte Parkanlage läuft man von der Promenade zum Kloster Mosteiro dos Jerónimos.

Die berühmten Pastéis de Belém

Portugal ist allgemein bekannt für seine leckeren, süßen Gebäcke. Die kleinen, mit Pudding gefüllten Blätterteigtörtchen haben es jedoch den Einheimischen und den Touristen besonders angetan. Wer eins oder mehrere der kleinen Belém-Vanilletörtchen probieren will, muss sich in Geduld üben. Es gibt zwei Schlangen: Eine um einen Tisch im Café zu bekommen, die andere Schlange ist nur für den Take-away-Verkauf der Törtchen.

Die Pastelaria (portugiesische Bäckerei), die die Pastéis de Belém verkauft
Hier werden täglich wahrscheinlich Tausende von Pastéis de Belém verkauft.

Ich habe schon einige Pastéis de Nata gegessen und muss ehrlich zugeben, dass ich den Unterschied zu den Pastéis de Belém nicht geschmeckt habe. Die Vanilletörtchen nach dem Originalrezept sind aber auf jeden Fall köstlich und absolut ein Besuch wert.

Die LX Factory unter der Ponte 25 de Abril

Für den Rückweg bietet es sich an, nicht direkt den Zug zurück ins Stadtzentrum zu nehmen, sondern zu Fuß durch Belém bis zur großen, roten Brücke zu laufen, der Ponte 25 de Abril. Der Weg dauert ungefähr eine halbe Stunde und führte mich an schönen, gekachelten Häusern vorbei, dem Straßenbahn-Bahnhof und dem Wohnsitz des Primeiro-ministro (Premierministers).

Unterhalb der Ponte 25 de Abril befindet sich die LX Factory. Ursprünglich stand hier im 19. Jahrhundert eine Textilfabrik, heute befinden sich in den Industriegebäuden viele Startups, Künstlerateliers, Vintage- und Secondhand-Läden für Kleidung und Bücher und viele sehr gute Restaurants und Bars. Am Wochenende wird in mindestens einer der Lokale Live-Musik geboten.
Es bietet sich an, durch die Gassen zu laufen, den ein oder anderen Shop zu besuchen und gegen Abend der Sonne zuzusehen, wie sie langsam hinter der Brücke und den Häusern Lissabons untergeht.
Um den Tag gut ausklingen zu lassen, empfehle ich, sich eins der ganz individuell eingerichteten Restaurants fürs Abendessen auszusuchen. Die meisten Restaurants haben mindestens ein veganes Gericht auf der Speisekarte und von Burgern bis mexikanischem Eintopf ist alles dabei.

Von der LX Factory sind es mit öffentlichen Verkehrsmitteln ungefähr 30 bis 40 Minuten zurück ins Stadtzentrum Lissabons. Die bequemeren Varianten: Mit einem Taxi oder Uber  dauert es nur um die 15 Minuten.

Belém ist ein perfektes Tagesausflugsziel und ist auf jeden Fall einen Besuch wert und das nicht nur wegen der leckeren Nascherei.

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