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Buenos Aires – Stadt der Gegensätze

Buenos Aires – Stadt der Gegensätze

Wer in Buenos Aires einen ganzen Tag eine Stadtrundfahrt macht, fühlt sich danach, als hätte er mindestens eine handvoll Städte besichtigt. Zwischen den „Barrios“ (Stadtvierteln) gibt es zum einen gravierende Unterschiede zwischen Arm und Reich, aber jedes Stadtviertel versprüht auch seine ganz eigenen Charme.

San Telmo

Kleine Straßen mit Kopfsteinpflaster, süße Hinterhöfe, Street Art und Sonntags die Feria de San Telmo, mit Ständen voller selbstgemachter Handarbeiten, Klamotten, Kunst und Antiquitäten – San Telmo bleibt mein Lieblingsviertel in Buenos Aires. Da meine Fakultät direkt am Rand des Barrios liegt, bin ich oft noch vor der Uni noch durch die Straßen gebummelt.

Puerto Madero

Puerto Madero mit seinen modernen Hochhäusern, Banken und Hotels scheint irgendwie gar nicht ins restliche Stadtbild zu passen. Auf die andere Seite kommt man über die berühmte Brücke „Puente de la Mujer“, die ein Tangopaar symbolisieren soll.

Microcentro  (San Nicolas/Monserat)

Im Microcentre findet man die Top Sehenswürdigkeiten der Stadt, unter anderem den Palast des Präsidenten, die Casa Rosada, den von historischen Ereignissen geprägten Plaza de Mayo und folgt man der Avenida de Mayo endet man am Plaza de Congreso. Das ist auch übrigens die Strecke, wo die großen Demonstrationen stattfinden. Auf dem Weg kreuzt man die breiteste Straße von Buenos Aires – die Avenida 9 de Julio mit 140 m und 14 Fahrbahnen! Und ein bisschen wie die Straße ist auch das Barrio: laut, mit viel Verkehr und es ist immer was los.

Palermo

Palermo gilt als das „hippste“ Stadtviertel. Die coolsten Bars, Restaurants und Geschäfte findet man hier. Im Norden in den Bosques de Palermo (verschiedene Parkanlagen und Grünflachen), kann man tatsächlich vergessen, dass man sich im lautem großen Buenos Aires befindet. Viele Austauschstudenten wohnen in Palermo, die Mieten sind hier aber auch deutlich höher als in anderen Vierteln, ab circa 500 Dollar bekommt man ein Zimmer.

La Boca

La Boca sticht mit seinen bunten Wellblechhäusern natürlich besonders hervor, allerdings ist dieser bunte Teil auch ausschließlich touristisch. Ein paar Straßen weiter im Inneren merkt man, dass das Barrio immer noch sehr arm ist und man wird oft gewarnt, dass man sehr gut aufpassen soll und vor allem nachts nicht durch das Viertel laufen sollte.

Villas

Gemeint sind hiermit leider keine tollen Villen, unter den Villas versteht man eine Art Slum, die ärmsten Gegenden in einem Barrio, die aus der Not gewachsen sind und somit keine geplanten Straßen und Häuserblocks haben. Stattdessen findet man selbst zusammengeschusterte Unterkünfte und unasphaltierte Straßen, die so klein sind, dass weder ein Krankenwagen noch die Feuerwehr hindurch kommen. Die Villas gelten als die gefährlichsten Gegenden in Buenos Aires und man kann vor allem ohne ein Person, die sich sehr gut auskennt nicht einfach hindurchspazieren. Meine Mitbewohnerin studiert Architektur und Stadtplanung und war im Rahmen eines Projektes der Stadt BA in der Villa 1-11-14 unterwegs, um Aufzeichnungen über die Lage zu machen und hat mir ihre Fotos zur Verfügung gestellt. Ziel des Projektes ist es, eine Infrastruktur in die Villas zu bringen, dazu müssen jedoch systematisch einige Häuser abgerissen werden, um Platz für Straßen zu schaffen.

Fazit

Es gibt natürlich noch viele Barrios mehr, ob das reiche sichere und ruhige Recoleta, wo man tolle Villen besichtigen kann oder die Barrios im Inneren des Landes, wo die meisten Argentinier wohnen.

Buenos Aires ist für mich bunt zusammengewürfelt, wie alles hier ein bisschen chaotisch, mit unglaublich vielen spannenden Orten, die es zu entdecken gibt. Buenos Aires ist eine laute und volle Stadt aber auch eine Stadt, in der immer was los ist. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen einfach eine Spur offener und herzlicher sind. Hier unterhält sich der Opa, der mit seinem Hund vor deinem Haus spazieren geht 20 Minuten mit dir und erzählt von Argentinien und seiner Lebensgeschichte. Es ist außerdem das Normalste der Welt, mit dem Taxifahrer zu quatschen und sich nicht stillschweigend herumkutschieren zu lassen.

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