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Germany in Korea

Germany in Korea

Seit 1958 gibt es die deutsche Botschaft in Seoul, die aktuell aus rund 40 Mitarbeitern besteht und im Herzen Seouls in Jongno-gu liegt. Ich habe sie besucht und durfte aus erster Hand mehr über deutsch-koreanische Beziehungen sowie kulturelle Unterschiede erfahren. Lest hier selbst!

Deutsche, Koreanische, und EU-Flagge
Am Eingang der Botschaft finden sich die koreanische, deutsche und europäische Flagge.

Mehr über Korea lernen: eines meiner Ziele für meinen Aufenthalt hier und gleichzeitig Teil meiner Mission. Denn ich möchte ein tiefgründigeres Verständnis bekommen für das Land, die Kultur, die Geschichte und Politik. Sehr interessant finde ich in dem Rahmen auch die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Korea: in welchen Punkten ähneln sich die Länder eventuell, wo unterscheiden sie sich, und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?
Spontan hat sich die Möglichkeit ergeben, bei der Botschaft vorbeizuschauen, und so konnte ich mich mit Mitarbeitern des Referats für Wissenschaft und Bildung über deutsch-koreanische Beziehungen und die Zusammenarbeit beiden Länder im Rahmen deutschen Botschaft unterhalten.

 Brücken bauen: Kernthemen deutsch-koreanischer Zusammenarbeit

Der Austausch zwischen den beiden Ländern ist vielfältig. Der Kulturaustausch einerseits wurde ausgelagert auf das Goethe-Institut, daher ist die Botschaft daran eher wenig beteiligt. Dafür ist die Botschaft, was den Austausch betrifft, relativ stark wirtschaftslastig. Südkorea ist immerhin ein sehr starker und wichtiger Wirtschaftspartner Deutschlands. Beispielsweise exportiert Deutschland mehr Waren nach Südkorea als nach Japan (obwohl Japan einwohnermäßig mehr als doppelt so groß ist) und ist weltweit einer dergrößten Absatzmärkte für

In Deutschland herrscht vergleichsweise wenig Bewusstsein dafür, wie wichtig Südkorea in der Hinsicht eigentlich ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Wissenschaftsaustausch, denn Südkorea ist auch einer der stärksten Wissenschaftsnationen der Welt, wobei die Forschung gleichzeitig weniger internationalisiert ist als in anderen Ländern. Man bemüht man sich daher zum Beispiel auch von deutscher Seite um die Zusammenarbeit mit koreanischen Forschungsteams. Einen sehr guten Austausch gibt es auch im Rahmen von Studierenden: die Koreaner, die in Deutschland studieren, einer der größten Gruppen von außereuropäischen Studierenden in Deutschland überhaupt, die dort viele verschiedene Fachrichtungen studieren.

Wertepartner in Asien

Allerdings ist Südkorea nicht nur ein wichtiger Wirtschaftspartner, sondern auch ein bedeutender „Wertepartner“ im asiatischen Raum. Hier ist es nicht ganz so einfach, andere Länder mit demokratischem System – und dazu noch liberal demokratisch – zu finden. So gesehen ist Südkorea ein „idealer“ Partner. Zudem genießt Deutschland hier aus historischen Gründen auch noch ein hervorgehobenes Ansehen, was die Zusammenarbeit erleichtert.

Der Blick in die Zukunft

Ein etwas neuerer Bereich in der Zusammenarbeit ist vermutlich “Science for diplomacy”: Hierbei versucht man durch Themen über Wissenschaft, neue Zugänge für Länder zu schaffen. Das versucht man in Korea auf dem Feld der Vergangenheitsaufarbeitung, wo man wissenschaftsbasierte Beispiele aus Deutschland bringt (wie ist man dort mit Vergangenheit umgegangen, was könnte Korea davon lernen). Das spielt auch im Feld der Klimapolitik eine wichtige Rolle; darüber versucht man z.B. die Klimaschutzziele hier noch populärer zu machen.

Straße in Gangnam mit deutscher Flagge im Hintergrund
Stadtteil Gangnam: Hier sind die Straßenränder mit Flaggen aus aller Welt verziert, unter anderem der deutschen Flagge.

Imagewandel durch BTS (Bangtan Sonyeondan, eine koreanische Band) und Corona?

Bei älteren Menschen in Deutschland ist das Bild von Südkorea noch eher geprägt von „billigen deutsche Autos“, oder den Gastarbeitern und Krankenschwester. So was kann das Bild von einem Land lange bestimmen, auch wenn sich dort bereits viel geändert hat.

Was kann man voneinander lernen?

Eine etwas persönlichere Beobachtung: hier in Korea ist es üblicher, sich stark nach Ergebnissen zu orientieren. Auf der anderen Seite läuft es in Deutschland sehr stark prozessorientiert, man plant sehr viel (vielleicht auch etwas zu viel).
Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte: mit der die Bildung von gemischten Teams hat man bislang sehr gute Erfahrungen gemacht, so können sich diese beiden Seiten sehr gut ergänzen, und man kann zu einem gemeinsamen Kalibrieren von Prozessen und Ergebnissen kommen.

Faszination Korea: Moderne und Tradition nebeneinander

Korea ist natürlich mehr als nur K-Pop. Einer der faszinierenden Dinge ist hier vermutlich die Gleichzeitigkeit des gesellschaftlichen Wandels. Auf der einen Seite hat man noch viel „Tradition“, die Präsenz von älteren Generationen insbesondere in Führungspositionen, auf der anderen Seite auch zunehmende junge Leute, besonders Frauen; ein sich vollziehender Wandel von traditionellen Familien- und Rollenbildern. Man findet hier ein direktes Nebeneinander, an der einen Straßenecke hat man dann mal das schnellste WLAN der Welt, gleichzeitig sitzt dort eine ältere Frau, um dort auf dem Bürgersteig für das Restaurant Kimchi (koreanisches fermentiertes Gemüse) zuzubereiten. Gerade diese Mischung ist wahnsinnig spannend, und sie fordert auch jedes Mal aufs Neue unsere Vorstellung davon heraus, was ist eigentlich modern und was nicht?

 

Ein gelber Buddy Bär mit deutscher Flagge
Seit 2016 findet sich am Eingang des Seoul Square (dort befindet sich die Botschaft) ein Buddy Bär, der von einer Studentin der Seoul National University gestaltet wurde.
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