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Die Coronalage in den Niederlanden

Die Coronalage in den Niederlanden

Die Coronazahlen in den Niederlanden sehen alles andere als rosig aus. Pro Tag zählt das Land momentan fast 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner. Das ist eine Inzidenz von ungefähr 350. Das Robert-Koch-Institut hat das Land am 6. April als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

Die Niederlande hat später als der Rest Europas mit dem Impfen begonnen. Wie auch Deutschland haben auch sie beschlossen, den Impfstoff von AstraZeneca nicht mehr an Menschen unter 60 Jahren zu impfen. Mittlerweile sind über 4 Millionen Dosen Impfstoff verabreicht worden. Die Niederlande haben etwas über 17 Millionen Einwohner.

Auf dem Bild sind eine Maske und ein kleines Fläschchen Desinfektionsmittel zu sehen.
Diese beiden sind uns ja jetzt schon einige Zeit lang treue Begleiter.

Coronaregeln

Die allermeisten Läden sind auch in den Niederlanden geschlossen. Ausgenommen davon sind Läden des alltäglichen Bedarfs, wie Supermärkte und Apotheken. In manchen Läden kann man aber mit einem Termin einkaufen, auch wenn sie nicht zu oben genannten Läden gehören. Das klappt ziemlich gut und ist relativ einfach. Ich habe es noch nicht ausprobiert, einige meiner Freund*innen waren aber so schon einkaufen.

Bis mindestens 28. April werden die Niederlande im Lockdown bleiben müssen. Hier gibt es keinen harten Lockdown. Zwischen 22 Uhr und 4.30 morgens gilt allerdings eine Ausgangssperre. Diese hatte bei ihrer Einführung harte Proteste in einigen Regionen der Niederlande ausgelöst, von denen Groningen aber zum Glück weitgehend verschont geblieben war. Wie auch in Deutschland darf man sich außerhalb seines eigenen Haushalts nur mit maximal einer anderen Person treffen.

Sport dürfen Studierende zwischen 18 und 27 Jahren draußen wieder gemeinsam ausüben. Auch Teamsportarten sind dabei erlaubt. Ich bin zwar seit Anfang des Jahres bei einem Leichtathletikverein hier vor Ort angemeldet, war aber seitdem erst ein Mal beim Training. Das bricht mir zwar seit einem Jahr das Herz, anders kann ich es aber nicht mit mir vereinbaren.

Masken sind ab 13 Jahren Pflicht. Das gilt in öffentlichen Räumen, dem öffentlichen Nahverkehr, auf Flügen und Fähren sowie am Flughafen. Offiziell gibt es kein Gesetz, das zum Tragen einer Maske in privaten Räumen, wie zum Beispiel Supermärkten, auffordert. In der Realität setzen das die Geschäfte aber mittlerweile voraus. Lange gab es hier ja abgesehen von dem öffentlichen Verkehr überhaupt keine Maskenpflicht. In öffentlichen Gebäuden wurde das damals erst im Dezember durchgesetzt. Anders als in Deutschland sieht man hier auch kaum Menschen mit FFP2-Masken herumlaufen. Diese scheinen hier weitaus weniger verbreitet zu sein als Zu Hause.

Nach Deutschland einreisen

Um nach Deutschland einzureisen, braucht man mittlerweile einen PCR-Test, der bei Ausreise 48 Stunden alt sein darf. Außerdem muss ein digitales Reiseformular ausgefüllt werden. Bei der Ankunft in Deutschland muss sich in Quarantäne begeben werden. Ob man diese verkürzen kann, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Als ich vor Weihnachten nach Hause kam, war mir das in Rheinland-Pfalz nach fünf Tagen möglich. Das ist allerdings ja jetzt auch schon etwas her und sollte immer individuell erfragt werden.

Man sieht auf diesem Bild mich, ein Mädchen mit Locken und einer Maske im Gesicht. Ich stehe am Bahnhof mit einem roten Koffer und einem Rucksack und bin bereit, nach Groningen zu fahren.

Im August letzten Jahres war das alles noch ein bisschen einfacher…

In die Niederlande einreisen

Deutschland ist von den Niederlanden als Risikogebiet eingestuft worden. Das bedeutet, dass man sich nach Einreise in zehn Tage häusliche Quarantäne begeben muss. Diese kann durch ein positives PCR-Testergebnis auf fünf Tage verkürzt werden. Diese Tests werden kostenlos angeboten. Auch bei der Einreise mit dem Flugzeug, dem Schiff, der Bahn oder dem Bus muss ein negatives Testergebnis vorgezeigt werden. Wenn allerdings nur geplant wird, den Partner, das Kind oder die Eltern zu besuchen, muss man sich nach Rückkehr in den Niederlanden nicht in Quarantäne begeben.

Öffnungen

Trotz der hohen Zahlen plant die niederländische Regierung schrittweise Öffnungen. So sollen zum Beispiel am 28. April, Cafés und Restaurants ihre Außenbereiche öffnen dürfen. Auch wird viel mit Schnelltests experimentiert. Mithilfe dieser sollen wir bald wieder in die Uni dürfen.

Auf diesem Bild sieht man das Gebäude der Rijksuniversiteit Groningen. Es ist ein altes, hohes Gebäude, das rot gepflastert ist. Vor der Uni stehen Fahrräder.
Ob ich die Uni dieses Jahr nochmal von innen sehen werde?

Wie fühle ich mich dabei?

Von meiner Familie und meinen Freund*innen werde ich häufig gefragt, warum ich nicht nach Hause komme. Natürlich ist mir angesichts der Zahlen hier nicht wohl. Trotzdem ist das hier kein Auslandssemester, dass ich einfach so abbrechen kann, sondern auch mein Zu Hause für mindestens zwei weitere Jahre. Es ist kein Urlaub, keine unüberlegte Reise. Nach Hause zu kommen heißt auch, mein anderes Zu Hause zu verlassen.

Als Corona ausbrach, befand ich mich in meinem Gap Year in Neuseeland. Ich erinnere mich noch gut, dass ich damals einfach nur heimwollte, nach Deutschland. Ich hatte keine Arbeitserlaubnis in Neuseeland, kannte kaum Menschen und wusste nicht, wie ich auf die Situation regieren sollte. Jetzt habe ich vier Wände, Mitbewohner*innen, die ich sehr gerne habe und einen Grund, langfristig hier zu sein: mein Studium. Auch, wenn die Uni natürlich momentan nur online stattfindet. Trotzdem kenne ich einige Studierende, die sich dazu entschieden haben, von Deutschland oder ihrem jeweiligen Heimatland aus weiter zu studieren. Das kann ich definitiv auch zu 100 Prozent nachvollziehen.

Ich halte mich hier an alle Regeln und bin sehr vorsichtig. Ich weiß, dass ich hier trotzdem einem höheren (an den Fallzahlen gemessen) Risiko ausgesetzt bin und das macht mir natürlich Angst. Das macht es mir in Deutschland aber auch. Ich hoffe einfach, dass sich die Prognosen der niederländischen Regierung bewahrheiten und wir tatsächlich bald eine Besserung der Fallzahlen sehen.

Meine Informationen sind von der Website der niederländischen Regierung, dem Robert-Koch-Institut, der deutschen Vertretung in den Niederlanden sowie dem auswärtigem Amt.

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