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Du, ich und 9.500 km dazwischen? 7 Tipps für eine Fernbeziehung!

Du, ich und 9.500 km dazwischen? 7 Tipps für eine Fernbeziehung!

Für längere Zeit ins Ausland zu gehen, aber einen Partner oder eine Partnerin daheim haben, ist eine große Herausforderung. Ich möchte von meinen Erfahrungen mit fast 10.000 Kilometer Distanz zwischen Bonn und San Jose berichten, und sieben Tipps teilen, wie sich eine solche Situation meistern lässt.

1. Kommunikation fängt bei der Planung an

Zuerst ist ganz wichtig: Mach deine Planungen bezüglich eines Auslandssemesters (und generell allen wichtigen ausbildungs- oder karrierebezogenen Plänen) nie von der Akzeptanz einer anderen Person abhängig. So hart es auch klingt, aber du selbst und deine persönliche Entwicklung sollten an erster Stelle stehen. Jetzt kommt aber auch schon das „Aber…“: Das heißt nicht, dass eine Beziehung nicht auch eine Rolle in deiner Entscheidung spielen kann. Denn natürlich kannst du Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse, Ängste und Sorgen nehmen und auch auf die des* der Partner*in. Dabei ist es wichtig, schon die ersten Planungen ehrlich zu kommunizieren, um auf Augenhöhe eben genau über diese Dinge sprechen zu können.

2. Erwartungsabgleich

Als dann die Entscheidung gefallen war, ins Ausland zu gehen, stand als wichtiger Schritt an, die Erwartungen beider Seiten an diese Zeit abzugleichen und zu kommunizieren. Ob es dabei darum geht, wie häufig  videotelefoniert wird oder wir eigentlich für die Zeit am liebsten fast gar keinen Kontakt hätten – ist von Beziehung zu Beziehung unterschiedlich und eben auch von Mensch zu Mensch. Da der*die Partner*in aber ja keine Gedanken lesen kann, sollten diese Erwartungen mitgeteilt werden. Wenn sie sehr weit auseinandergehen, kannst  du sicher einen Kompromiss finden. Bei uns war es zum Beispiel beiderseits so, dass wir regelmäßiges Telefonieren für wichtig erachteten und anfangs sogar einen wöchentlichen Videochat-Termin geplant hatten (dazu, später mehr…). Auf der anderen Seite erwartete keiner von uns, jeden Tag miteinander zu schreiben.

3. Bedürfnisse kommunizieren

Anknüpfend an die Erwartungen sind natürlich Gespräche über die Bedürfnisse beider Partner*innen essenziell. Das können sowohl körperliche als auch seelische Bedürfnisse sein, und es kann sehr schwierig sein, diese ehrlich zu kommunizieren. Wenn zum Beispiel einer der Partner*innen weiß, dass er* sie viel körperliche Nähe braucht, auch wenn der* die andere nicht da ist, kann das ein ziemlicher Konfliktherd sein, daher solltest du diese Gespräche vielleicht nicht erst führen, wenn das Auslandsabenteuer schon angefangen hat.

4. Keine Beziehung ist wie die andere!

Gerade bei diesen Gesprächen war es für mich wichtig, im Kopf zu behalten, dass keine Beziehung so funktioniert wie die andere, und dass Lösungen, die für ein Paar funktionieren, nicht für alle anderen gut sein müssen. Einen Schritt weg zu machen von dem, was vielleicht als „normal“ angesehen ist, kann hier helfen, um die Beziehung etwas wertfreier beurteilen zu können. Viele Paare (mehr, als du denkst), entscheiden sich zum Beispiel für die eine oder andere Art einer offenen Beziehung, wenn eine*r der beiden im Ausland ist. Wir haben immer versucht, uns darauf zu fokussieren, was für uns beide gut ist, und nicht darauf, was irgendjemand darüber denkt.

5. Es muss nicht perfekt laufen

Es gab in den vier Monaten, die ich nun schon fast hier bin, durchaus die eine oder andere schwierige Situation für uns. Erwartungen können sich ändern und Bedürfnisse auch. Diesen Konflikten darfst du aber auf gar keinen Fall aus dem Weg gehen, das führt nur zu unterschwelliger Distanz und Stress. Lieber offen kommunizieren und eventuell auch mal streiten, anstatt dieses Drama vor sich hin schwelen zu lassen. Es ist ok, wenn es mal kracht – solange beide sich an eine gesunde Streitkultur halten und im Hinterkopf haben, dass es darum geht, das Ganze gemeinsam zu überstehen.

Außerdem ist es auch ganz normal, dass im Ausland die Dinge anders laufen als geplant. Aus unserem ursprünglichen Plan, jeden Sonntag zu skypen, wurde sehr schnell einfach ein „einmal die Woche telefonieren, egal wann, Hauptsache beide haben Zeit“. Denn der feste Termin ließ sich mit meinen Wochenendausflügen einfach nicht gut einhalten. Doch so funktioniert es auch!

6. Teilt euren Alltag!

Dieser Tipp ist etwas verallgemeinernd, und ich glaube, dass es nicht für alle Paare eine gute Lösung ist. Für uns ist es aber sehr wichtig, dass wir auch in dieser Zeit nicht „aneinander vorbei“ leben, sondern aktiv den anderen an Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen. Das ist einfach eine schöne Möglichkeit, dem anderen zu zeigen, dass wir aneinander denken. Selbst wenn es nur ein Foto von dem leckeren Kuchen ist, den einer gerade snackt oder ein kurzes Video von der Hauskatze oder ein witziges Meme. Für uns bedeuten diese Gesten Wertschätzung, und das ist meiner Meinung nach unglaublich gut für eine Beziehung.

7. Sei ehrlich zu dir selbst!

Ein ganz wichtiger Punkt, der mir aufgrund von Erfahrungen mit einer früheren Fernbeziehung sehr am Herzen liegt: Sei ehrlich mit dir, wenn es darum geht, ob die (Fern-)Beziehung dich noch glücklich macht – und vor allem damit, ob du sie so weiterführen willst. Gerade die Erfahrung eines Auslandssemesters solltest du dir auf gar keinen Fall mit dem Stress einer ungesunden Fernbeziehung kaputtmachen lassen. Sich zu fragen, ob der* die Partner*in mehr Gutes als Schlechtes in das eigene Leben bringt, kann wehtun, aber noch mehr tut es weh, am Ende zurückzuschauen und zu bereuen, das mitgemacht zu haben.

Im besten Fall ist ein Auslandssemester mit Fernbeziehung, aber sowohl eine Möglichkeit für beide Partner, mehr übereinander zu lernen und die Beziehung zu festigen, als auch eine Stütze für den*diejenige*n, der* die ins Ausland geht.

Wenn ich hier im Uni-Stress versinke oder mich einsam fühle oder auch wenn ich etwas Schönes erlebe, was ich gerne teilen möchte, ist der Kontakt zu meinem Partner einfach eine tolle Möglichkeit, um meine „Batterien“ wieder aufzutanken. Besonders schön ist für uns aber auch die Aussicht darauf, dass wir im Januar gemeinsam das Land erkunden werden können. Das ist auf jeden Fall hilfreich dabei, die Zeit zu überstehen!

Hast du schon Erfahrungen mit Fernbeziehungen? Kannst du die Tipps nachvollziehen, oder würdest du es anderes angehen?

Hast du noch Fragen?

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