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Zwischen „Diet Lemonade“ und „Five a Day“ – Einkaufen in England

Zwischen „Diet Lemonade“ und „Five a Day“ – Einkaufen in England

Inzwischen in Oxford angekommen, stelle ich mich heute der Herausforderung des ersten Supermarktbesuchs. Welche Erkenntnisse ich dabei gesammelt habe, erfahrt ihr in diesem Beitrag!

Tesco, Sainsbury’s, Aldi & Co.

Die erste Frage, die ich mir stellte, war natürlich: Wo gehe ich einkaufen?  Supermärkte wie Tesco, Sainsbury’s oder auch The Co-Operative sind überall in Oxford verbreitet – auf der anderen Seite aber auch hochpreisiger als die uns bekannten Discounter Aldi und Lidl. Letztere sind hier in Großbritannien anders ausgestattet, aber mindestens genauso beliebt wie die anderen Supermarktketten. Ich habe mich für meinen ersten größeren Einkauf für Aldi entschieden und mich mit meinem Fahrrad auf den Weg gemacht.

Obst & Gemüse

Was mir sofort auffiel, war die deutlich größere Obst- und Gemüse-Abteilung. Die Auswahl dagegen war jedoch relativ begrenzt. In Deutschland gibt es von jedem Obst und Gemüse mindestens eine Bio-Variante. Das ist hier nicht der Fall. Die Preise waren (1:1 verglichen mit dem Euro) in vielen Fällen ähnlich. Was mir persönlich nicht gefiel, war, dass sämtliches Obst und Gemüse verpackt war (einer der Gründe, warum ich zuerst keine Zucchini gefunden habe). Besonders lobenswert ist das britische „Five a Day“, das die Bevölkerung dazu aufrufen soll, fünf verschiedene Obst- und Gemüsesorten zu essen. Da Großbritannien wie viele westliche Staaten immer mehr mit Übergewicht als Volkskrankheit zu tun hat, versucht man so, den Menschen das gesunde und ausgewogene Essen beizubringen. Dazu sollen in Ampelfarben gekennzeichnete Inhaltsstoffe das Essverhalten beeinflussen.

Fleisch

Wer als Vegetarier nach Großbritannien kommt, hat nicht viel zu lachen. Die Fleischabteilung war viel, viel größer als ich sie jemals zuvor gesehen habe. Es gab sämtliche Sorten von Rind-, Hähnchen- und Schweinefleisch, also alles, was das Nicht-Vegetarierherz so begehren kann. Die kleine Auswahl beim Gemüse  wird in der Fleischabteilung wettgemacht. Deutsche Bratwurst und Frikadellen gelten hier übrigens als Delikatesse und kosten dementsprechend mehr. Auch vorgekochte Fleischgerichte oder Hähnchenbrust bestreut mit Käse lassen sich in den Regalen finden – alles „ready to Cook“ oder „ready to bake“. Selbst kochen und würzen scheint nicht die Kochphiliosophie der Engländer zu sein – Jamie Oliver, wo bist du?

Ready Meals & Meal Deal

Fertiggerichte, Pizza, Pasta. Kochen? Fehlanzeige. Eine lange Reihe voll mit Fertiggerichten wie Lasagne, Sandwiches und Sushi zog sich durch den Aldi. Was als „gesund“ ausgewiesen ist, ist es in meinen Augen nicht. Aber das Sandwich mit Remoulade und Weißbrot hat eben Schinken drauf, der fettreduziert ist.

Der „Meal Deal“ – ein Getränk, ein Hauptgericht und ein Snack für einen Festpreis von 3,99 Pfund, ist das Highlight eines jeden Supermarkts. Wählen kann man zwischen Softdrink, Smoothie und Wasser sowie Sandwich, Salat und Pasta. Snacks sind Obst, Schokoriegel oder Chips (hier Crisps!). Eine an sich gute Erfindung, die aber meist dazu führt, dass man sich das kauft, was im Einzelpreis am meisten kostet, um so viel wie möglich aus seinem Meal Deal zu holen – und das sind selten der Salat mit Apfelstücken und eine Flasche Wasser.

Milchprodukte

Die Milchprodukte wie Käse und Joghurt waren bei Weitem nicht so vielfältig wie in Deutschland – was vielleicht daran liegt, dass mehr süßer Aufstrich und Wurst auf dem Brot gegessen wird. Käse wird hier gerne in Blocks verkauft, die man dann klein zerteilt und zerreibt, um ihn sich aufs Brot zu machen. Der Scheibenkäse war bedeutend teurer als in Deutschland und Joghurt fand sich nur in kleinerer Auswahl (aber immer im 500g Becher) wieder. Dafür gab es ein großes Regal an Puddingsorten und sämtlichen süßen Nachspeisen wie Strawberry-Cheesecake im Glas. Milch kauft man hier in „Pints“ (568 ml) und meistens in großen Plastikflaschen, H-Milch gibt es auch, ist jedoch nicht so beliebt.

Brot

Die Suche nach richtigem Brot hatte ich schon aufgegeben, bevor ich nach Oxford kam. Warum? Weil es Schwarzbrot nur in den aller-, allerseltensten Fällen gibt. Dafür gab es Weißbrot als Vollkorn, Tiger Loaf (mit Käse überzogen) und vielen anderen Sorten. Knäckebrot gab es ebenfalls, es zu kaufen, dazu konnte ich mich leider nicht so richtig durchringen.

Darf es sonst noch etwas sein?

Engländer lieben „Cereals“. Cornflakes gab es ebenfalls in den verschiedensten Sorten, zudem welche, die ich noch nie gesehen hatte. Auch Porridge und Weetabix (gepresste Weizenpads die man in Milch einweicht) als typisches Frühstück füllten die Regale. Frühstückssäfte und Fruchtsäfte waren dagegen nur wenig zu finden. Man setzt hier ehr auf „Squash“, einen Sirup aus Saft und Zucker, den man mit Wasser verdünnt.

Meine Entdeckung des Tages war eine Regalwand voll mit „Gravy“, einer Instant-Soße, für die es im Deutschen glaube ich keine Übersetzung gibt, sowie viele Flaschen mit „Diet Coke, Squash and Lemonade“ – zuckerreduzierte Softgetränke.

Meine lieben Engländer, wenn es ums gesunde Essen und Trinken geht, müssen wir uns noch mal unterhalten.

 

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