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Reis und Bohnen, aber auch noch viel mehr!

Reis und Bohnen, aber auch noch viel mehr!

Der beste Weg, um ein Land kennenzulernen, führt durch die Küche, sagt man. Wie gut, dass der schnellste Weg zu meinem Herzen über leckeres Essen geht! Heute möchte ich einen kleinen Einblick geben, was mich in Costa Rica so an Köstlichkeiten und Überraschungen erwartet hat…

Frühstück: Gallo Pinto

Das ganz klassische, typisch-authentische Frühstück hier heißt auch „Gallo Pinto“ und besteht aus einer Mischung aus Reis und Bohnen, meist mit Kräutern gewürzt, dazu gibt es Spiegeleier, ein bisschen Sour Cream und gebratene Planatos, also Kochbananen. Der Name ´bedeutet gefleckter Hahn und bezieht sich auf das Aussehen der Mischung aus Reis und Bohnen. Gegessen habe ich das bis jetzt vor allem bei meinen Reisen und Ausflügen, denn um mir das zu Hause zu kochen, bin ich ehrlich gesagt zu faul. Geschmeckt hat es mir immer sehr gut, auch wenn die Sour Cream nicht so ist, wie ich das aus Deutschland gewöhnt bin. Die ist hier nämlich eher mild. Besonders überrascht war ich tatsächlich von den gebratenen Kochbananen, die sind wirklich lecker, schmecken leicht bananig-süß und ergänzen sich wirklich gut mit dem Reis-Bohnen-Mix.

Teller mit Reis, Bohnen, Ei, Kochbananen, Sauerrahm und einem Tortilla.
Gallo Pinto: Reis und Bohnen, Kochbananen, Ei, Sauerrahm und hier sogar noch ein Tortilla.

Soweit zum „authentischen“ Frühstück im Alltag bin ich dafür wie gesagt zu faul, und jeden Tag Reis und Bohnen ist ehrlich gesagt auch nicht meins. Daher ist mein typisches Frühstück hier Oatmeal mit Joghurt, frischen Früchten und einem Bananenshake, denn das ist, wenn man es richtig angeht, auch recht günstig (und sieht auf Instagram immer toll aus). Oatmeal selbst ist ja einfach nur ein beschönigendes Wort für Haferbrei, das ist also schonmal nicht so teuer. Der Trick beim Ganzen ist, das Obst nicht im Supermarkt zu kaufen, denn da bekommt man es erstens in viel Plastik verpackt, und zweitens ist es schweineteuer.

Daher versuche ich, jeden Sonntag morgen zu einem Farmers‘ Market zu gehen. Im Viertel Zapote gelegen, brauche ich ungefähr 25 Minuten dorthin zu Fuß. (Wenn man mal keine Lust auf Laufen hat, tut ein Uber es auch.) Um auf das Gelände zu kommen, muss man sich an eigens aufgestellten Waschbecken die Hände waschen und die Temperatur wird gemessen. Außerdem herrscht Maskenpflicht. Der Markt findet quasi auf einem großen Parkplatz statt, so wie man das aus Europa durchaus auch kennt. Viele der Einheimischen kaufen hier sogar mit Einkaufswagen ein, was das Ganze recht wuselig machen kann. Aber alles Frische ist hier supergünstig und von guter Qualität. Wenn man zu dritt oder zu viert geht, kann man gemeinsam mit drei Rucksäcken und diversen Jutebeuteln bewaffnet, mindestens einen Wochenvorrat pro Person anlegen.

Marktstände auf einem großen aspaltierten Parkplatz. Menschen schieben Einkaufswagen hindurch.
Ein kleiner Einblick ins Marktgewusel

Meine Beute besteht dann meistens aus Gemüsesorten wie Brokkoli, Aubergine, Karotten, Tomaten, Paprika, Avocados, Süßkartoffeln und Zucchini, sowie Obst wie Bananen (selbstverständlich), Papaya, Ananas, Drachenfrucht, Erdbeeren, Brombeeren oder auch mal ein paar Äpfeln. Damit ist also die Grundversorgung an „Gesundem“ gesichert. Teilweise ist es auch so viel, dass ich richtig überlegen musste, wie ich jetzt das ganze verarbeiten kann. Da musste ich auch schon eine halbe Papaya zum Frühstück essen, damit die nicht schlecht wird.

Mittagessen: Casado con pescado

Eine gute, zeitsparende und authentische Option fürs Mittagessen ist, bei einem sogenannten „Soda“ vorbeizuschauen. Sodas sind eine Art costaricanische Schnellrestaurants, die häufig sehr funktional eingerichtet sind, mit Plastikstühlen und keiner großartigen Innendekoration, dafür aber sehr gutes, großzügig portioniertes Essen anbieten. Ein absoluter Klassiker hier ist das sogenannte „Casado“, welches – Überraschung – als Grundlage aus Reis und Bohnen besteht. Dieses Mal werden sie aber in getrennten Häufchen serviert, dazu gibt es ein bisschen Gemüse und eventuell eine kleine Portion Salat, und natürlich ein gegrilltes Fisch- oder Fleischstück. In Deutschland ernähre ich mich hauptsächlich vegetarisch, im Auslandssemester habe ich mich aber dafür entschieden, auch regelmäßig Fisch zu essen. Der ist hier nämlich einfach ein integraler Bestand der Küche. Für umgerechnet drei bis vier Euro ist man mit so einem Casado con pescado wirklich gut gesättigt.

Teller mit Reis, Bohnen, Gemüse und Fisch
Ein klassisches Casado con pescado

Ansonsten esse ich mittags häufig auch nur eine Kleinigkeit, weil es doch recht heiß sein kann und ich dann eher Lust auf etwas frisches habe.

Snacks: Churros, Empanadas und noch vieles mehr

Was die Kleinigkeiten „für Zwischendurch“ angeht, gibt es hier sehr, sehr viele Möglichkeiten. Dadurch, dass San Jose die Hauptstadt ist, gibt es nicht nur costaricanische Sachen, sondern alles, was das Herz begehrt. Ein authentischer Snack sind zum Beispiel die frischen Churros, die man auf dem Farmers Market bekommen kann, oder auch frisch geschnittenes Obst. Das produziert leider meist viel Plastik, deshalb versuche ich es zu vermeiden. Ansonsten sind Empanadas immer eine Option, kleine mit Fleisch oder Gemüse gefüllte Teigtaschen. Neben meiner Uni gibt es ein kleines venezuanisches Restaurant, das sehr leckere (und sehr fettige) Käsesticks im Teigmantel verkauft, die gönne ich mir gerne in der Pause zwischen meinen Kursen. Direkt um die Ecke von meinem Haus gibt es außerdem eine kleine französisch angehauchte Bäckerei, die absolut göttliche Tarteletts verkauft. Ebenfalls gut für zwischendurch sind Quesadillas, also mit geschmolzenem Käse und Gemüse gefüllte Tortillas. Wie gesagt, die Möglichkeiten sind grenzenlos!

Abendessen: Ceviche

Das Abendessen kann sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem ob ich zu Hause oder unterwegs bin. Zu Hause koche ich meist ungefähr das, was ich auch in Deutschland kochen würde, also Gemüsepfannen, Linsengerichte, Pasta oder Reisgerichte. Zur ausreichenden Proteinzufuhr gibt es hier bei mir fast zu allem Spiegeleier, denn Eier gibt es supergünstig auf dem Markt für umgerechnet zwei Euro für 24 Stück.

Auswärts sieht das Ganze schon viel spannender aus, denn auch hier gilt grade in San Jose, aber auch in den eher touristischeren kleinen Städten, dass man eher die Qual der Wahl hat Sushi, mexikanisch, peruanisch oder doch lieber Pizza? Ein absoluter typisch costaricanischer Favorit von mir ist das sogenannte „Ceviche“, ein Fischgericht, dass in der Karibik-Region seinen Ursprung hat. Frisch gefangener Fisch wird in Würfeln in einer kalten Marinade aus Limettensaft, Koriander und verschiedenen Kräutern eingelegt und mit Tortillachips serviert. Ein Traum! Gerade bei heißem, schwülen Wetter ist es das perfekte Gericht.

Teller mit frischem Fisch in Limettensoße und Tortillachips
Ceviche, mein Lieblingsgericht.

Getränke

Das gesündeste Getränk ist und bleibt natürlich Wasser. Da das Leitungswasser hier zwar absolut sicher zu trinken ist, dafür aber stark nach Chlor schmeckt, ist mein Wasserkonsum gegenüber Deutschland stark gesunken. Ich glaube leckeres Leitungswasser ist fast eines der Dinge, die ich hier am meisten vermisse. Ich versuche aber die Wasserspender in der Uni und im Fitnessstudio maximal auszunutzen und habe meine Wasserflasche natürlich trotzdem immer dabei. Ganz gut gegen den Chlorgeschmack helfen zwei, drei Limettenspalten im Wasser, habe ich herausgefunden.

Meine Lieblingsgetränkeoption hier hat aber den Namen pipa fria: kalte Kokosnuss. Fast überall bekommt man sie am Straßenrand, in den Küstenstädten noch eher als in San Jose, aber auch hier findet man immer welche. Fix mit einem großen Messer ein Loch reingesäbelt, bekommt man noch einen Papierstrohhalm dazu und hat das leckerste isotonische Getränk überhaupt.

Thema Alkohol: Das Bier hier heißt meistens entweder Imperial, Pilsen, Heineken oder Corona, wobei die ersten beiden die nationalen Sorten sind und die letzten beiden natürlich importiert werden. Alle bewegen sich aber im Bereich helles, mildes Bier und mir persönlich fehlt ehrlich gesagt ein bisschen die Bandbreite, die man aus Deutschland und Europa gewöhnt ist. Das einzige, was das ein wenig wett macht, sind die vielen Craft-Beer-Sorten, die man hier finden kann. Der Nationalschnaps hier hingegen heißt Cacique, wird aus Zuckerrohr gebrannt und schmeckt ähnlich wie Wodka. In Kombination mit Limetten und Rohrzucker wird aber ein leckeres Getränk draus!

Costa Rica ist außerdem natürlich ein Kaffee-Land, aber da ich keinen Kaffee trinke, kann ich dazu nicht wirklich etwas sagen, außer: Kaffee-Addicts werden hier sicherlich keinen Mangel erfahren! Costaricaner trinken sehr, sehr viel Kaffee!

Mein Fazit

Alles in allem gefällt mir die Küche hier ganz gut und selber zu kochen ist dank des frischen Obst und Gemüses auch wirklich leicht. Der mexikanische und südamerikanische Einfluss auf die Küche ist allerdings deutlich zu merken, und die Mischung macht es! Das einzige, was ich ein bisschen vermisse, ist, dass nichts so wirklich scharf oder sehr stark gewürzt ist, nur das Ceviche fällt da ein bisschen aus dem Rahmen. Vielleicht ist es deshalb mein Favorit.

 

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