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Abenteuer auf dem Fahrrad in Kopenhagen

Abenteuer auf dem Fahrrad in Kopenhagen

Ich habe schnell gelernt, dass man in Kopenhagen unbedingt ein Fahrrad braucht. Jeder hat eins und die Stadt ist grundsätzlich sehr fahrradfreundlich. Wenn da nicht das Wetter wäre…

Ich schaue aus dem Fenster: Die Sonne strahlt. Ein großartiger Tag zum Fahrrad fahren, denke ich mir. Also Jacke an, Schuhe an, Handschuhe und Schal mitnehmen und rauf aufs Rad. Nach zehn Minuten muss ich feststellen, dass es zwar sonnig draußen ist aber noch verdammt kalt. Meine Finger spüre ich schnell nicht mehr. Als ich Zuhause wieder ankomme, habe ich ganz taube Füße und Finger und verbringe den Rest des Tages neben der Heizung. Hygge ist anders …

Versuch Nummer 2

Das muss doch besser gehen. Wieder ist schönes Wetter draußen. Ich beschließe, dem Fahrradfahren noch eine Chance zu geben. Also wieder Jacke an, Schuhe an, Handschuhe und Schal mitnehmen und fast vergessen: ein zweites Paar Skihandschuhe mitnehmen. Meinen Fingern geht es schon besser und die Kälte macht mir nicht mehr so viel aus. Super!

Sarah auf dem Fahrrad
Bei schönem Wetter macht das Fahrrad fahren in Kopenhagen am meisten Spaß.

Doch etwas habe ich unterschätzt: den Wind in Kopenhagen. Ich radel entspannt eine kleine Straße entlang und kreuze die Hauptstraße. Nachdem ich auf die Hauptstraße abgebogen bin, strömt mir ein so kräftiger Luftzug entgegen, dass mir erstmal kurz der Atem stockt. Ich trete also fester in die Pedale und weiß nicht, ob ich lieber meinen Fahrradlenker umklammern oder meinen Schal festhalten soll, der im Wind weht. Frustrierend ist außerdem, dass ich kaum vorwärts komme. Ich habe das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Die Autofahrer, die mir entgegenkommen, schauen mich mitleidig an. Mit verzogenem Gesicht und eingekugelt auf meinem Fahrrad erreiche ich endlich die nächste Kreuzung und beschließe, in einer windgeschützten Straße zu fahren. Beim Abbiegen bekomme ich so viel Wind von hinten, dass ich kaum mehr in die Pedale treten muss und vorwärts geschoben werde. Nach einer gefühlten Ewigkeit komme ich durchgeschwitzt und zerzaust an meinem Ziel an. So viel zum Thema wärmer anziehen. Außerdem beschließe ich, einen Helm zu kaufen.

Ich befrage einen erfahrenen Fahrradfahrer

Ich bin frustriert. Bei den anderen Fahrradfahrer*innen sieht das immer so entspannt und souverän aus. Ich befrage also meinen Nachbarn Benjamin. Er wohnt schon sehr lange in Kopenhagen und ist überzeugter Fahrradfahrer. Zu meiner Erleichterung höre ich ähnliche Geschichten von ihm, wie ich sie erlebt habe. Auch er flucht auf dem Rad und kämpft mit Wind und Wetter. Er lässt sich nur nichts anmerken. Am Ende wäre es wohl auch eine Sache der Gewöhnung und der richtigen Kleidung. Vor allem, wenn man bei Regen und Schnee fährt. Das habe ich bisher erfolgreich vermieden, werde da aber sicher nicht komplett drumherum kommen.

Nachdem man sich aber auf das Wetter in Kopenhagen eingestellt hat, macht es wirklich Spaß, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Die Fahrradwege sind sehr breit und gut ausgebaut in der Stadt. Auf vielen Strecken müsst ihr überhaupt nicht auf der Straße fahren, sondern könnt die breiten Fahrradwege nutzen. Daher solltet ihr euch unbedingt ein Fahrrad zulegen, wenn ihr in Kopenhagen unterwegs seid.

Tipps für den Fahrradkauf in Kopenhagen

Ihr fragt euch nun, wo man ein gutes und günstiges Fahrrad kauft in Kopenhagen? Ihr müsst kein neues und meist teures Rad kaufen. Hier ein paar Tipps:

Second Hand

Bei dba.dk werdet ihr sicher fündig. Dort findet ihr alles Mögliche. Es ist ein Online-Marktplatz für gebrauchtes. Im Bereich Cykler(Fahrräder) findet ihr im Moment im Gebiet Kopenhagen über 7.000 Angebote. Und das Gute ist: Ihr könnt genau dort euer Fahrrad auch wieder verkaufen, wenn ihr abreist.

Sarahs Fahrrad
Ich darf das Fahrrad meiner Vermieterin nutzen, solange ich hier wohne.

Fahrrad mieten

Wenn ihr kein Fahrrad kaufen wollt, könnt ihr auch eins mieten. Es gibt viele Anbieter dafür in Kopenhagen. Ihr könnt nicht nur Fahrräder für ein paar Stunden oder einen Tag mieten, sondern auch für mehrere Monate. Dabei zahlt ihr monatlich einen Betrag in Höhe von umgerechnet durchschnittlich 20 Euro (je nachdem welchen Anbieter ihr wählt). Der Vorteil dabei ist, dass ihr ein recht neues Fahrrad bekommt. Außerdem sind kleinere Reparaturen an dem Fahrrad oft inkludiert im Preis. Einige meiner Freunde hier in Kopenhagen machen das und sind sehr überzeugt davon. Ihr bekommt als Studierende oft auch einen Rabatt auf den monatlichen Preis.

Kein Fahrrad und die Metro nehmen?

Das würde ich euch nicht empfehlen. Viele Metro-Linien wurden zwar erst vor ein paar Jahren erneuert und fahren auch sehr regelmäßig. Allerdings gibt es nur vier Metro-Linien in der Stadt. Daher müsst ihr oft noch lange laufen von der Metro-Station zu eurem Ziel. Daher ist es einfach schneller, mit dem Fahrrad zu fahren, vor allem weil Kopenhagen relativ klein ist.

Wenn ihr also in Kopenhagen ankommt, kauft oder leiht euch unbedingt ein Fahrrad und erkundet die Stadt mit dem Rad. Es lohnt sich! Aber zieht euch was warmes an im Winter. 🙂

Kommentare
  1. Opa

    19. März 2021

    Auch in Eberswalde ist Fahrradfahren im Winter ein Abenteuer. Kalt und immer der Wind von vorne. Und mit Fahrradhelm friert man ohne Mütze drunter mächtig am Kopf. Trotzdem wird’s gemacht. Weil es Spaß macht.

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