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Fernweh, Heimweh, Fernweh: Ein ewiger Kreislauf?

In vorigen Beiträgen habe ich bereits von Heimweh im Ausland berichtet. Seit Weihnachten bin ich nun wieder zuhause in Deutschland und neben der Freude, wieder von meinen liebsten Menschen umgeben zu sein, bin ich auch etwas wehmütig nach meinem Leben in Kanada. In diesem Beitrag erzähle ich von meinen Gefühlen, dem (vielleicht) unendlichen Teufelskreis zwischen Fernweh und Heimweh und wie ich diesen überwinde.

Oft habe ich schon darüber gesprochen: Die ewige Vorbereitung und Planung vor dem Start ins Ausland und das damit verbundene Fernweh, was das ganze Abenteuer ja überhaupt erst in Gang setzt. Angekommen im Zielland entwickelte sich die Liebe am Leben in einer neuen Kultur, mit neuen Menschen und gewonnener Eigenständigkeit. Gleichzeit setzt zuweilen die Sehnsucht nach dem sicheren Gefühl von Komfort und Zuhause ein.

Selfie mit traurigem Gesichtsausdruck: Mit Mütze und im Hintergrund die Skyline von Halifax.
Abschied nehmen von meinem Leben in Kanada: Ein letztes Selfie am Vorabend meines Flugs zurück nach Deutschland.

Jetzt bin ich wieder zuhause, genau dem Ort, an den ich mich hin und wieder zurück gesehnt habe. Ich bin darüber unfassbar froh, glücklich und dankbar. Dennoch pocht es in meiner Brust, ein Ruf, der mich (zurück) in die Ferne zieht. Ist das normal? Warum ist das so? Kann ich das überwinden? Mit all diesen Fragen habe ich mich in den letzten Wochen beschäftigt. Hier teile ich meine Antworten dazu.

Lächelnde weibliche Person mit Koffer in der rechten Hand und einem riesigen silbernen Ballon in Sternform in der linken Hand, auf dem "I missed you" und eine Kanada-Flagge zu sehen hat.
Nach Hause kommen, ist einfach schön. Meine Schwester hat mich mit diesem riesigen Ballon vom Bahnhof abgeholt!

Warum zieht es mich schon wieder in die Ferne?

Bei vielen Studierenden gibt es das Phänomen vom „Blues“ nach dem Auslandssemester oder einem längeren Auslandsaufenthalt. Ich glaube, dass sich dieses Gefühl aus verschiedenen Einflüssen zusammensetzt.

  1. Das Leben zuhause geht weiter.

In meiner Erfahrung ist das Leben außerhalb Deutschlands so aufregend, dass oft viele Dinge außerhalb dieser Blase vergessen werden. Dies gilt insbesondere dafür, dass sich der Kosmos von Freund*innen und Familie zuhause ebenso weiterdreht wie der eigene. Während ich Neues entdecke und besondere Ort bereise, erreichen die Menschen zuhause vielleicht ihre eigenen Meilensteine oder durchleben eigene Hochs und Tiefs, die sie beschäftigen. Nach meiner Rückkehr bringe ich unfassbar viele Erinnerungen mit, die ich gerne teilen möchte. Es kann leicht passieren, dass ich überrascht bin, wenn nicht alle so begeistert von meinen Abenteuern sind wie ich – und nach fünf Stunden Zuhören vielleicht auch eigene Erlebnisse teilen möchten. Es ist mir bereits nach dem einen oder anderen Auslandsaufenthalt passiert, dass ich frustriert war und das Gefühl hatte, dass sich hier niemand für mich interessiert, im Ausland aber schon.

Ich glaube, es ist wichtig zu erkennen, dass jede*r ein eigenes Leben führt. Dieses Bewusstsein erleichtert den Umgang mit solchen Gefühlen.

2. Freundschaften aus dem Ausland verabschieden

Damit gehen auch die Freundschaften einher, die sich im Ausland entwickeln. Zumindest empfinde ich es so, dass meine Verbindungen zu Menschen, die ich während solcher Semester kennenlerne, oft etwas Besonderes oder Intimeres sind als manche Freundschaften aus meinen Studienabschnitten in Deutschland. Das liegt für mich daran, dass wir oft in einer solch kleinen Blase leben, fernab von vertrauten Bezugspersonen, was dazu führt, dass die Freund*innen vor Ort zwangsläufig zu einer Art Ersatzfamilie werden und fast alle Aktivitäten gemeinsam unternommen werden, während das zu Hause eher auf verschiedene Freundeskreise aufgeteilt wird. Dadurch tut es zum Teil mehr weh, diese zu verabschieden. Besonders wenn diese Menschen nicht in Deutschland leben oder sich in einem ganz anderen Teil des Landes aufhalten als ich, ist Ungewissheit, wann und ob man sich je wiedersieht, groß. Deshalb ist es aber auch wichtig, sich zum Beispiel schon vorab feste Termine für ein Wiedersehen zu vereinbaren oder fest in den eigenen Terminplan zu integrieren, regelmäßig mit diesen Menschen in Kontakt zu bleiben.

Zwei lächelnde Personen, beide mit Kaffee-Bechern in der Hand, in Winterjacken.
Freundschaften im Ausland sind besonders. Ich werde diese Menschen sehr vermissen. Zum Glück sehe ich sie bald schon wieder.

3. Andere Lebensweise zuhause

Im Ausland erlerne ich neben vielen anderen Dingen auch Eigenständigkeit und übernehme die Verantwortung für die Gestaltung meiner Tage. Bei meiner Rückkehr aus dem Auslandsaufenthalt bin ich vorübergehend bei meinen Eltern eingezogen, da ich aufgrund meines Studiums nur kurz in Deutschland bin und eine eigene Wohnung sich dafür nicht lohnt. Die Integration in den Alltag meiner Eltern, mit allem was dazugehört, wie zum Beispiel nicht allein für die Essenplanung verantwortlich zu sein, ist sowohl erleichternd als auch einschränkend. Daher ist es zunächst eine Umstellung, wieder zurück nach Hause zu kommen.

(Wie) Kann ich das überwinden?

Vor knapp zwei Wochen bin ich wieder in meiner Heimat angekommen. Diese Zeit war ebenso schön wie aufregend und erlebnisreich. Zum einen wegen der Feiertage, zum anderen weil ich so viele Menschen wiedersehen wollte. Jetzt, wo wieder so langsam Ruhe einkehrt, vermisse ich mein Leben in Kanada doch ein bisschen und ein wenig klopft das Fernweh an. Deshalb habe ich euch hier meine Tipps zusammengestellt, was ich dagegen unternehme.

Meine drei ultimativen Tipps gegen den Fernweh-Blues

1. Besuche Freund*innen und Familie aus Deutschland.

2. Erstelle ein Foto-Album: Schwelge noch einmal in den Erinnerungen und halte die Erlebnisse fest. Schaffe damit einen Wohlfühlort, den du immer aufsuchen kannst, wenn du das Album öffnest – am besten mit kleinen Anekdoten, die du später lesen kannst. Deshalb ist es am besten, ein solches Album so früh wie möglich zu machen.

3. Pflege Freundschaften, die im Ausland entstanden sind: Anrufen, Treffen vereinbaren.. Die Freund*innen aus meinen Aufenthalten sind oft die einzigen, mit denen ich stundenlang Erlebnisse aus der gemeinsamen Zeit austauschen kann, ohne dass eine Person dessen müde wird, weil eben beide dabei waren. Es ist besonders schön, diese Beziehungen über die Zeit im Ausland hinaus aufrecht zu erhalten.

4. Unternehmungen planen: Eine gute Möglichkeit, um Punkt Drei umzusetzen: Besuche Freund*innen in deren Heimat oder entdeckt gemeinsam weitere Orte oder zeige ihnen dein Zuhause.

5. Gezielt Orte in der Heimat besuchen, die du vermisst hast und sich klar machen, wie schön es zuhause ist.

6. Es zulassen, zuhause anzukommen: Zeit heilt alle Wunden, besonders mit einem geregelten Tagesablauf ohne Jetlag. So fällt es leichter, sich auch zuhause wieder zuhause zu fühlen.

7. Erasmus Mundus studieren ;): Viel Zeit zum Vermissen habe ich gar nicht, denn durch mein Studium bin ich nur vier Wochen zuhause. Dann beginnt mein nächstes, wenn auch vorerst letztes, Auslandsabenteuer.

Drei Freundinnen in Edinburgh, Schottland. Kurz nach Sonnenuntergang in einer Straße mit vielen bunten Häusern lächeln in die Kamera.
Meine Bezugsperson aus Kanada, Gloria (r.) kommt aus Schottland. Kurzerhand haben wir Silvester bei ihr in Edinburgh gefeiert und auch Glasgow und St. Andrews besucht! Zum Glück sehe ich sie auch in meinem letzten Semester in Belgien wieder <3.

Abschließend möchte ich betonen: Jede*r erlebt sowohl einen Aufenthalt im Ausland als auch die Rückkehr nach Hause auf die eigene Weise. Manche freuen sich die gesamte Zeit ausschließlich auf das Wiedersehen mit den Liebsten und können nie vollständig im Ausland ankommen, während andere überhaupt nicht mehr zurückkehren möchten. Dann gibt es noch diejenigen, die sich irgendwo dazwischen befinden. In diese Kategorie würde auch ich mich einordnen. Ich liebe es, im Ausland zu studieren und schätze all die Persönlichkeitsentwicklungen, die ich an mir feststellen konnte, aber ich komme ebenso gern zurück nach Hause. Für alle dazwischen würde ich sagen: Ein kleiner Blues, ein Gefühl des Vermissens nach dem Leben, dass man sich am anderen Ende der Welt aufgebaut hat, ist völlig normal. Aus meiner Erfahrung normalisiert sich das nach einigen Wochen wieder.

Und falls nicht: Das Leben ist kurz, und die Welt ist groß 😉

Sarah 🌎

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