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Finanzierung leicht gemacht mit dem Stipendium Lehramt.International

Finanzierung leicht gemacht mit dem Stipendium Lehramt.International


Bevor ich ins Ausland ging, habe ich mir viele Gedanken gemacht. Zum Beispiel wie ich mit der Sprachbarriere zurechtkommen oder ob ich schnell Freunde finden werde. Doch die Wichtigste aller Fragen, die ich auf jeden Fall vor Abreise klären musste: Wie finanziere ich meinen Auslandsaufenthalt? Genau von diesem Thema möchte ich euch in diesem Beitrag erzählen.

Im Ausland zu studieren oder ein Praktikum zu machen, so wie ich es tue, kann je nach Zielland hohe Kosten mit sich bringen. Ich denke da zum Beispiel primär an Unterkunft und Verpflegung. Auch Wochenendtrips oder nach der Schule mal etwas essen oder trinken zu gehen, solltest du in der Finanzierung auf jeden Fall berücksichtigen. Und da ich ein Praktikum an einer Schule mache, muss ich gelegentlich Unterrichtsmaterial besorgen. Zwar gibt es hierfür einen Raum in der Schule, in dem viel Material gebunkert ist, doch nicht alles ist genau das, was ich brauche.

Mit wieviel Geld solltest du also rechnen, bevor du nach Chile ins Ausland gehst? Damit du dir ungefähr vorstellen kannst, wieviel (m)ein Auslandsaufenthalt in Chile kostet, mache ich im Folgenden eine Hochrechnung.

Überschlagsrechnung Unterkunft

Mein Praktikumsland ist nicht gerade günstig. Für eine kleine Zweizimmerwohnung in der Stadt Osorno im Süden Chiles, die zentral gelegen ist und in dessen Preis bereits Strom und Wasser berechnet ist, kann man schon mal zwischen 200 und 400 Euro bezahlen. Das Konzept einer Wohngemeinschaft, so wie wir es in Deutschland kennen, ist in Osorno nicht so verbreitet. Hier ist es nämlich so, dass die meisten Kinder erst sehr spät ausziehen und/oder viele in andere Städte studieren gehen, da Osorno keine Studentenstadt und die Universität sehr klein ist. Sprich, die Auswahl an Studierenden, die in meinem Alter in einer WG in Osorno wohnen, ist sehr gering.

  • Unterkunft: 200 bis 400 Euro

Überschlagsrechnung Verpflegung

Auch das Essen hier, insbesondere Fleisch und Papier, ist nicht besonders günstig, finde ich. Viele Produkte haben etwa den gleichen Preis wie in Deutschland. Doch bei einigen Produkten fällt mir immer wieder mein Unterkiefer zu Boden, weil die Preise einfach so absurd hoch sind. Ich denke da an Produkte wie Käse, Klopapier oder auch Kaffee, denn diese Artikel sind deutlich teurer als in Deutschland. Günstiger als in Deutschland sind zum Beispiel frische Früchte auf Wochen- und Tagesmärkten.

Bemerkbar macht sich auch die Inflation. Die Menschen aus Osorno haben mir erzählt, dass die Preise hier im Land seit einigen Jahren immer mehr in die Höhe gehen.

Je nachdem wieviel Essen du verbrauchst, kommen natürlich unterschiedlich hohe Kosten zu Stande. Nach Gesprächen mit Kolleg:innen in unterschiedlichen Lebenssituationen und nach meinen eigenen Ausgaben schätze ich, dass eine Einzelperson mit circa 350 000 Chilenischen Peso (385 Euro) für Lebensmittel und Haushaltsartikel im Monat rechnen sollte.

  • Unterkunft: 200 bis 400 Euro
  • Verpflegung und ähnliches: Circa 385 Euro

Überschlagsrechnung Ausgehen

Wenn ich darüber nachdenke, wieviel ich bei einem Restaurantbesuch bezahle, gebe ich meist nicht unter 20 Euro aus – mit Essen und Trinken natürlich. Klingt jetzt vielleicht gar nicht so viel, aber auch hier kommen einige Kosten zusammen. Gehe ich zum Beispiel drei Mal im Monat nach der Schule noch etwas Essen oder Trinken, kostet das rund 100 Euro. Allerdings ist das nicht die Regel. Trotzdem möchte ich in dieser Hochrechnung lieber ein bis zwei Barbesuche mehr berechnen – denn es wird Monate geben, in denen die Nächte länger als die Tage sind.

  • Unterkunft: 200 bis 400 Euro
  • Verpflegung und ähnliches: 385 Euro
  • Weitere Aktivitäten: 100 Euro

Überschlagsrechnung Aktivitäten/Wochenendtrips

Bisher bin ich fast jedes Wochenende Freitags nach der letzten Schulstunde losgefahren und habe die freien Tage bis Sonntag in einer anderen Stadt verbracht. Dadurch habe ich schon viele Städte gesehen – und viel Geld für Kurztrips ausgegeben. Für die Hin- und Rückfahrt habe ich bisher je nach Entfernung zwischen zehn und 50 Euro bezahlt. Bei den Unterkünften schaue ich immer nach günstigen Hostels, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass ich so am Schnellsten neue Leute kennenlerne. So gebe ich für zwei Übernachtungen im Durchschnitt zwischen 30 und 60 Euro aus. Dabei gibt es auch deutlich teurere Übernachtungsmöglichkeiten. Günstiger kommst du selten weg. Hinzu kommt außerdem noch die Verpflegung. Auch hier kannst du je nach Komfort ganz unterschiedlich viel bezahlen. Ich persönlich rechne an den Wochendtrips immer etwa mit 100 Euro für die Verpflegung.

Hochrechnung in a nutshell:

  • Unterkunft: Zwischen 200 und 400 Euro
  • Verpflegung: Circa 385 Euro
  • Weitere Aktivitäten: 100 Euro
  • Wochenendtrips: Je nach Häufigkeit zwischen 200 und 300 Euro
  • Alles in allem: Zwischen circa 885 und circa 1185 Euro

Ihr seht also, dass am Ende des Monats eines Auslandsaufenthalts einige Kosten zu Stande kommen können.

Finanzierungsmöglichkeit DAAD

Um die Ausgaben eines Auslandssemesters stemmen zu können – ob ihr nun viel ausgebt in der Freizeit oder nicht – braucht ihr einen guten Plan. Dazu kommt, dass einige Länder – wie Chile – nicht gerade günstig sind. Ich habe mich daher um Stipendien beworben. Zwar erhalte ich von meiner Praktikumsstelle eine  Vergütung, doch obwohl ich in einer Woche mindestens 25 Stunden an der Schule bin, ist die eher klein. Auch die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts hatte ich zuvor unterschätzt. Denn diese beansprucht deutlich mehr Zeit als erwartet, vor allem, da ich zum ersten Mal alleine unterrichte und somit auch alleine plane. Sprich: Ich habe keine Zeit, um neben der Schule jobben zu gehen. Doch wie kann ich mir den Auslandsaufenthalt dann finanzieren?

Der Deutsch Akademische Austauschdienst (Kurz: DAAD) hat für Lehramtsstudierende wie mich daher ein Programm entwickelt, das sich Lehramt.International nennt. Ziel des Stipendiums ist primär eine Internationalisierung der Lehramtsstudiengänge. Dies bedeutet, dass angehenden Lehrer:innen durch ausländische Schulpraktika sowohl neue Lehrmethoden kennenlernen als auch interkulturelle Kompetenzen entwickeln. Denn Pädagog:innen sollten in der Lage sein, neue globale Entwicklungen vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen einschätzen zu können.

Das Stipendium ist, wie ich finde, sehr komplex und umfassend. Warum? Neben einer monatlichen Stipendienrate gibt es noch weitere Unterstützung wie zum Beispiel eine einmalige Reisekostenpauschale oder eine Auslandskrankenversicherung.

Auf das Stipendium bewerben können sich sowohl Studierende ab dem 1. Fachsemester eines grundständigen Lehramtsstudiengang (Bachelor, Staatsexamen) als auch Studierende im weiterführenden Studium (Master).

Jährlich stehen drei Bewerbungszeiträume zur Verfügung.

  1. Bewerbungszeitraum 01.03. – 31.03. für Praktika, die vom 01.06. – 01.08. beginnen
  2. Bewerbungszeitraum 01.06. – 30.06. für Praktika, die vom 01.09. – 01.12. beginnen
  3. Bewerbungszeitraum 01.10. – 31.10. für Praktika, die vom 01.01. – 31.05. des Folgejahres beginnen

Auf der Infoseite zum Stipendium findest du unter dem Reiter Bewerbungsverfahren außerdem alle weiteren wichtigen Informationen zu den Dokumenten und Formalitäten. Hierzu kann ich dir nur den Tipp geben, dass du vor Bewerbungsschluss wirklich alle Dokumente rechtzeitig ausgefüllt und eingereicht hast. Denn nachträglich werden nur in den seltensten Ausnahmefällen Dokumente angenommen. Und dieses Stipendium ist wirklich eine Chance, die du als Lehramtsstudierende:r nicht verpassen solltest!

Mein Fazit zur Unterstützung durch das Stipendium

Mit Hilfe dieses Stipendiums habe ich die Möglichkeit, die laufenden Kosten meines Auslandsaufenthalts ohne große Sorgen zu finanzieren. Ich kann am Wochenende verreisen und mit meinem Kopf voll und ganz bei der Planung des Trips sein. Die Finanzierung erleichert mir mein Leben in vielerlei Hinsichten. Vor allem aber in der Hinsicht, dass ich nicht jeden Cent, besser gesagt jeden Peso, umdrehen muss, bevor ich ihn ausgebe. Zudem ist das Stipendium die einfachste und zugleich beste Möglichkeit gewesen, einen Auslandsaufenthalt sowohl mit einem Praktikum als auch mit einem Lehramtsstudium zu verbinden. Denn wie ich bereits angedeutet habe, habe ich neben dem Praktikum keine Zeit, jobben zu gehen. Und wie bei vielen Praktika erhalte ich eine sehr geringe Vergütung, von der ich meine laufenden Kosten hier nicht finanzieren könnte. Doch der DAAD ermöglicht es mir, mich voll und ganz auf meine Zeit hier und auf meine Erfahrungen zu konzentrieren. Ohne finanzielle Sorgen und ohne Angst. Nur mit Motivation, Vorfreude und großer Lust und Laune auf das neue und unbekannte. Das ist eine einmalige Chance, die ich an deiner Stelle nicht missen würde!

Bis zum nächsten Mal!

Kommentare
  1. busra

    12. Mai 2022

    Hallo,
    vielen Dank für die Info.
    Muss man zuerst eine Praktikumsstelle in der Schule finden und im Anschluss sich für das Stipendium bewerben?

    1. Mila

      13. Mai 2022

      Hallo liebe Busra,
      Auf der Infoseite des Stipendiums findest du eine Liste mit allen erforderlichen Dokumenten bei einer Bewerbung. Dort musst du einfach nur auf den Reiter „Bewerbungsverfahren“ klicken und dann sind dort alle notwendigen Formulare aufgelistet. Eine Praktikumsbescheinigung ist auch unbedingt erforderlich.

      Hier nochmal der Link: https://www2.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/70-stipendien-finden-und-bewerben/?detail=57479967

      Ich hoffe, dass alles gut funktioniert!
      Bis bald, Mila!

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