Auslandssemester in Rumänien? Ist das nicht gefährlich? Was gibt es dort überhaupt? All diese Fragen habe ich vor meiner Abreise immer wieder gehört. Gerade deshalb wollte ich mit diesen Klischees aufräumen und mich bewusst ein Stück aus meiner Komfortzone herauswagen. Also entschied ich mich für ein fünfmonatiges Auslandssemester in Brașov, Rumänien – mitten in Transsilvanien.
Was für viele zunächst nach Dracula, Mythen und einem eher „untypischen“ Erasmus-Ziel klingt, wurde für mich zu einer der schönsten Erfahrungen meines Studiums.
Erwartungen vs. Realität
Vor meiner Abreise hatte ich ehrlich gesagt kaum konkrete Vorstellungen von Rumänien. Ich war neugierig, aber auch etwas unsicher. Insgeheim fragte ich mich, ob das Studium dort vielleicht etwas veraltet sein könnte oder ob die Menschen überhaupt gut Englisch sprechen.
Die Realität hat mich komplett überrascht. Rumänien ist viel moderner, vielfältiger und lebendiger, als ich es erwartet hatte. Besonders Brașov hat mich mit seiner Lage in den Bergen, den bunten Altstadtgassen und der internationalen Studierenden-Community sofort begeistert. Ehrlich gesagt habe ich mich sehr in die wunderschöne Natur, die offene Kultur und vor allem in die Herzlichkeit der Menschen verliebt.
Auch das Studium hat mich positiv überrascht. Statt „oldschool“ waren die Kurse modern und gut vergleichbar mit meiner Heimathochschule. Die Professor:innen sprachen sehr gutes Englisch und hatten viel Verständnis dafür, dass für uns Erasmus-Studierende alles neu ist.
Besonders gut fand ich den interaktiven Unterricht, denn man wurde viel mehr eingebunden. Und auch die rumänischen Studierenden waren super offen und hilfsbereit, sodass ich mich schnell wohlgefühlt habe.
Die Highlights
Ganz besonders für mich waren die innigen internationale Freundschaften, die ich durch den Schritt ins Ausland knüpfen konnte. Aus Fremden wurden Freunde, mit denen ich alles geteilt habe: von abenteuerlichen Trips in die Karpaten über Ausflüge zu prachtvollen Schlössern bis hin zu legendären Erasmus-Partys. Es sind genau diese Erlebnisse und Begegnungen, die mein Auslandssemester so unvergesslich gemacht haben und in meinem Herzen bleiben.

Meine Learnings
Was ich in diesen fünf Monaten gelernt habe? Ehrlich gesagt: Soooooo viel mehr, als in jedes Lehrbuch passt! Ich bin heute viel selbstständiger und flexibler geworden und auch kulturell hat sich mein Horizont enorm erweitert. Es war unglaublich wertvoll, andere Lebensweisen hautnah zu erleben und dabei die eigenen Vorurteile über Bord zu werfen. Auch fürs Studium war es sehr cool ganz andere Einblicke zu bekommen und somit neue Sichtweisen zu erlangen.
Meine Tipps für dich 😊
- Sei offen für ein „untypisches“ Ziel – es lohnt sich!
- Nutze die Einführungsangebote und Erasmus-Events
- Reise so viel wie möglich im Land
- Probiere die lokale Küche
- Mach dir nicht zu viel Stress vor der Abreise, vieles klärt sich vor Ort
Fazit
Rückblickend war mein Auslandssemester in Rumänien eine der besten Entscheidungen meines gesamten Studiums. Ich habe nicht nur ein faszinierendes Land entdeckt, sondern bin auch ein großes Stück über mich selbst hinausgewachsen. Nach fünf Monaten kann ich also voller Überzeugung sagen: Rumänien ist so viel mehr als nur Dracula 😉
Den Schritt ins Auslandsabenteuer würde ich jederzeit wieder wagen!