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Lehramtsstudierende, geht ins Ausland!

Lehramtsstudierende, geht ins Ausland!

Auslandssemester sind an den Universitäten nicht mehr wegzudenken. Meistens gehen jedoch Studierende der Sprachen, BWL oder Medizin ins Ausland. Und die Lehramtsstudierenden? Sofern man nicht eine Sprache studiert, wird man sich  sicherlich fragen: Was soll ich da? Und bringt mir das überhaupt was?

Zunächst mal an die angehenden Lehrer, die später Schülern eine Fremdsprache beibringen sollen: Geht bitte ins Ausland! Bis vor einigen Jahren war es sogar in einigen Bundesländern für Lehramtsstudierende mit einer Fremdsprache Pflicht, ein Auslandssemester dort zu absolvieren, wo die jeweilige Sprache gesprochen wird um seine Kenntnisse zu vertiefen und die Kultur kennenzulernen. Sprachlehrer sollten sich also wirklich immer überlegen, einige Zeit im Ausland zu verbringen. Doch auch für alle anderen Lehrer empfiehlt sich der Blick über den Tellerrand. 

Jetzt werden wohl einige Geschichts-, Religions- oder auch Deutschstudierende die Stirn in Falten legen und sich fragen, wieso sollte ich denn ins Ausland gehen, wenn ich später auf Deutsch unterrichte? Ganz einfach: Für dich selbst. 

Was bringt es, Zeit im Ausland zu verbringen?

Ich selbst kann nach Sprachreisen in England und den USA, einem Praktikum in Israel, einem Forschungsaufenthalt in Finnland sowie Freiwilligenarbeit in Südafrika und Indonesien sagen, dass mich wohl wenige Erfahrungen so sehr geprägt haben, wie meine Zeit im Ausland. Ich war zwar immer nur zwischen einer und fünf Wochen in anderen Ländern unterwegs, doch auch diese eher kürzeren Zeiträume waren von vielen tollen und einmaligen Erfahrungen geprägt.

So habe ich in Finnland gelernt, wie man ganze Schulstunden digital ausrichtet und Klausuren auf dem Laptop schreibt. In Indonesien habe ich vor allem erfahren, dass man auf sich allein gestellt vieles möglich machen kann, wenn man nur will. Und in meinen vier Wochen in Florida habe ich erfahren, wie unfassbar gastfreundlich wildfremde Menschen sein können. Also egal, ob ich ins Ausland gegangen bin, um meine Sprachkenntnisse zu vertiefen oder mich aktiv mit dem Schulsystem in diesem Land beschäftigt habe, jeder Aufenthalt hat mich persönlich weitergebracht. Auch das sind Erfahrungen, die ich später in der Schule gut gebrauchen kann.

Natürlich ist ein Auslandsaufenthalt mit viel Organisation, Zeit und auch Geld verbunden, das lohnt sich aber immer. Man ist mit einer anderen Sprache, Kultur und anderen Verhältnissen konfrontiert. Außerdem lernt man, selbstständig zu sein und die Dinge, die wir in Deutschland als gegeben ansehen, in einem anderen Licht zu sehen. Dabei stellt man vielleicht fest, das nicht alles, was in Deutschland passiert, das einzig Wahre oder die einzige Option ist.

Doch welche Möglichkeiten haben wir Lehramtsstudierenden denn, um das bestmögliche aus einem Auslandsaufenthalt mitzunehmen? Da bieten sich vor allem diese drei an:

Auslandssemester

Während des Studiums an der deutschen Universität hast du als angehender Sprachlehrer die Vorlesungen und Seminare zwar in den meisten Fällen in der jeweiligen Fremdsprache, jedoch bietet es sich immer an, einige Zeit des Studiums auch im Ausland verbracht zu haben. So hast du einen noch besseren Zugang zur Sprache, lernst eine andere Kultur kennen und kannst später den Schülerinnen und Schülern die Fremdsprache so ganz anders näher bringen. Auch für alle anderen Fachlehrer ist ein Auslandssemester immer eine tolle Erfahrung. Schau bei deiner Uni doch mal im International Office vorbei und lass dich beraten.

Praktikum im Ausland

Zudem ist es super spannend, sich eine Schule im Ausland anzuschauen. Ich selbst war im Februar an einer finnischen Schule, leider nur für eine Woche, aber allein meine Eindrücke aus diesen paar Tagen waren unglaublich. Hier bietet der DAAD seit Anfang des Jahres Stipendien an, sodass man zwischen vier Wochen und sechs Monaten während des Studiums für ein Praktikum an eine Schule im Ausland gehen kann. Überleg doch mal, welches Land und welches Schulsystem dich interessieren würden und schau, ob du eine interessante Schule findest. Trau dich ruhig einfach mal, Schulen anzuschreiben. Ich habe meinen Aufenthalt in Finnland zum Beispiel über Twitter organisiert. 

Vor dem Referandariat ins Ausland

Sobald das Studium beendet ist, besteht die Möglichkeit für sechs Monate bis zu einem Jahr an eine Schule im Ausland zu gehen, bevor das eigentliche Referendariat beginnt. Auch hier gibt es vom DAAD seit Anfang des Jahres neue Stipendien. 

Überleg am besten, was für dich interessant sein könnte und frag einfach mal bei Schule im Ausland nach, ob Du für ein Praktikum vorbeischauen kannst.

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