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„Mám tě rád, Praha.“ – Warum ich gerne bleiben würde

„Mám tě rád, Praha.“ – Warum ich gerne bleiben würde


Ich bin schon immer gerne an neuen Orten gewesen, ich konnte nie wirklich still sitzen bleiben. Aber noch nie war ich an einem Ort, an dem ich gerne länger bleiben wollte – bis ich nach Prag gezogen bin. Denn seit ich hier lebe, bin ich mir auf einmal nicht mehr sicher, wo ich unbedingt noch hin möchte.

Stadt bei Sonnenuntergang
Prag bei Sonnenuntergang

Meine bisherigen Auslandsstationen

Ich konnte irgendwie noch nie so wirklich still sitzen. Ich musste immer weg, immer an einen neuen Ort. Ich komme aus Heidelberg und liebe meine Heimatstadt – ich bin immer wieder gerne dort, und genauso geht es mir mit Frankfurt, wo ich im Bachelor studiert habe. Ich hatte eine sehr gute Zeit aber an beiden Orten hat es mich immer weiter rausgezogen. Ich hatte das Gefühl, ich muss noch was erleben, ich muss noch an weiteren Orten leben. Mein Auslandsjahr in Seoul war eine fantastische Zeit und ich will gerne nochmal für eine längere Zeit zurück. Glasgow hat mir auch gefallen und ich liebe die schottischen Highlands so sehr, dass ich kurzfristig diese Woche nochmal zurückgeflogen bin. Trento war eine wahnsinnig gute Zeit, wirklich la dolce vita, ich habe dort italienisch kochen gelernt. Aber egal wo ich war, ich hatte immer das Gefühl, es gibt noch mehr da draußen für mich, noch bessere Orte zum Leben. Ich wollte immer noch was neues erleben, nochmal wo leben, wo ich die Sprache nicht spreche, mich neuen Herausforderungen stellen, neue Rezepte lernen.

Was macht Prag aus?

Ich glaube, was aktuell der entscheidende Faktor ist, ist meine Mitbewohnerin. Die ist nämlich die beste, und wie ich gerne zu sagen pflege, meine andere Gehirnhälfte und wir haben uns hier eine schöne Routine mit Arbeiten und Lernen, aber auch Freizeitaktivitäten aufgebaut. Wir kochen viel, fokussieren uns auf die Uni und probieren immer mal wieder etwas Neues aus, wie Eishockeyspiele anzugucken.

Außerdem ist mein Auslandssemester in Prag, die erste Zeit in zwei Jahren Pandemie, wo wirklich viele Dinge wieder möglich sind. Geimpft und geboostert und weit weg von Risikogruppen wie Großeltern daheim, konnte ich etwas befreiter leben. Wir waren sehr viel draußen Essen, Spazieren, die Stadt erkunden und natürlich das tschechische Bier probieren.

Das Leben in Prag

Prag bietet wirklich viel an Lebensqualität: Das Leben hier ist bezahlbar, man findet gute Wohnungen für einen fairen Preis (zumindest für deutsche Verhältnisse). Wir haben Glück und wohnen sehr zentral, nur 5 Minuten vom Nationalmuseum entfernt. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind sehr gut, die Verbindungen laufen oft und ein Studierenden 3-Monatsticket (Litacka) hat 360 tschechische Kronen gekostet, also 15 Euro. Auch auswärts essen gehen ist bezahlbar und ein Bier in einem Pub kostet 2 Euro. Ich liebe das Kulturprogramm hier: Wir waren mehrfach in der Staatsoper, haben Ballett und Opern gesehen, Impro-Shows, Stand-Ups und Jazzabende. Auch Tschechisch lernen macht mir Spaß, auch wenn die Erfolge noch etwas ausstehen, freue ich mich jedes Mal wenn ich ein Wort erkenne, das ich gelernt habe.

Es ist so schön hier und die Stadt passt irgendwie einfach zu mir – ich glaube das ist nämlich das eigentlich wichtige. Es gibt alles hier, was ich brauche und irgendwie empfinde ich die Atmosphäre in der Stadt als nicht sonderlich gehetzt, sondern eher gelassen. Mir fallen auf einmal nicht mehr viele Orte ein, an denen ich noch unbedingt leben muss oder was mein Endziel sein könnte. Denn was könnte schöner sein als Prag?

Ich liebe das Stadtbild – ob es morgens um acht die leeren Straßen sind, wenn der Himmel strahlend blau ist und es richtig beißend kalt ist, die Aussicht vom Schloss auf die Stadt oder nachts über den Old Town Square oder mein Lieblingspark Františkánská zahrada. Ich weiß nicht was es ist aber ich bin glücklich und und viel ruhiger hier. Nicht mehr so rastlos wie sonst. Auf einmal weiß ich nicht mehr, wo ich unbedingt noch hin muss. Ich habe früher nie gedacht, dass ich mal hier wohnen werde und bin jetzt umso dankbarer für die Erfahrung. Vielleicht zieht es mich später noch einmal nach Prag, vielleicht auch nicht. Das Kapitel hier geht erst einmal zu Ende, und umso mehr möchte ich meine Zeit hier wertschätzen.

Mám tě rád, Praha – Ich mag dich, Prag.

 

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