12. April 2025
Chaotische erste zwei Wochen in meiner neuen Heimat: Viele neue Eindrücke und Menschen in den ersten Tagen an der Uni und Herausforderungen bei der Wohnungssuche in Mendoza in Argentinien.
Auf einmal stecke ich mitten im Stress
Eine kurzfristige E-Mail meiner argentinischen Gastuni Universidad Nacional de Cuyo (UNCUYO) ließ mein Herz höherschlagen: „Wir sehen uns nächste Woche Donnerstag für ein Einführungsseminar.“ Sie schrieben dazu, dass dieser Termin verbindlich sei und ich erscheinen müsse. Ich war völlig überrascht und schockiert, denn ich war immer noch in Cochabamba, Bolivien, und damit sehr weit weg von Mendoza.
So musste ich meine restlichen Pläne für die letzte Woche in Bolivien komplett über Bord werfen und mich direkt auf den Weg machen. 2.383 km in fünf Tagen. Das erschien mir nach meiner monatelangen Anreise zwar wenig, aber es gab noch einen wichtigen Faktor, denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt immer noch kein Studentenvisum für Argentinien. Ich wartete bereits darauf und war mir sicher, dass es in der darauffolgenden Woche ankommen würde, wusste aber nicht genau an welchem Tag.

Es bleibt spannend
Der erste Nachtbus fuhr in acht Stunden von Cochabamba in die bolivianische Hauptstadt Sucre, wo ich mich mit einem deutschen Freund verabredet hatte, der zufällig auch auf der Durchreise war. Ein lustiger und unglaublich schöner Zufall, den wir leider nur einen Tag genießen konnten statt der ursprünglich geplanten drei Tage. Wegen des Zeitdrucks musste ich abends aber direkt den nächsten Nachtbus nehmen: es ging in zehn Stunden Busfahrt von Sucre nach Tarija. Tarija liegt bereits im Süden von Bolivien und ich kam völlig müde und kaputt dort an. Dort musste ich dann in einen weiteren Bus umsteigen.
Endlich wurde ich erlöst: Mein Studentenvisum wurde mir per E-Mail genau am Tag vor meiner Einreise nach Argentinien zugeschickt. Unglaublich erleichtert und glücklich nahm ich am Abend den Bus nach Argentinien, wo ich nach zwölf Stunden Fahrt und einer unkomplizierten Einreise, ankam. Ein sehr emotionaler Moment nach der anstrengenden Reise, aber ich hatte immer noch einen langen Weg zu meinem Zielort Mendoza vor mir.
Für den letzten Abschnitt entschied ich mich dann für ein Flugticket, das sogar billiger war als ein Busticket. Als ich am späten Abend in Mendoza ankam, hat mich mein Buddy, eine Kommilitonin, die mir von der Uni zugewiesen worden war, abgeholt. Sie brachte mich direkt vom Flughafen zu meinem Hostel und ich war endlich angekommen. Ein unglaubliches Gefühl, das schwer zu beschreiben ist.
Meine Wohnungssuche
Ich hatte schon viele Vermieter vorab online angeschrieben und wollte mir die Wohnungen nun vor Ort ansehen, bevor ich etwas zahle. Das kann ich aus eigener Erfahrung nur jedem empfehlen. Ich wurde auch ein paar Mal fast hinters Licht geführt und mir wurden Versprechungen gemacht und dann wurde die Wohnungsbesichtigung kurzfristig abgesagt. Ausreden wie „meiner Frau ist ein Möbelstück auf den Fuß gefallen“ oder Videoanrufe, die mit komischen Begründungen abgelehnt wurden, habe ich schon erlebt. Vorsicht ist also geboten!
Es gibt mehrere Seiten, auf denen ich gesucht habe:
- Immoclick
- Trovita
- Inmoup
- Argenprop
- Zonaprop
Nachdem ich mit über 20 Vermietern gesprochen hatte, bin ich durch Zufall auf eine Wohnung mitten in Mendoza in der Calle Aristides Villanueva gestoßen. Zuerst dachte ich, dass ich mir die bestimmt nicht leisten kann, konnte dann aber bei der Besichtigung den Preis runterhandeln. Ohne lange zu zögern habe ich also das Zimmer für umgerechnet 340 Euro pro Monat gemietet. Wie ich genau wohne und wie die Wohnung genau aussieht könnt ihr auf meinem Blog sehen.
Die ersten Veranstaltungen an der UNCUYO
An der Einführungsveranstaltung, die laut E-Mail der Uni obligatorisch war, nahmen nur fünf Personen teil. Alle anderen waren ebenfalls von der Kurzfristigkeit überrascht worden und einfach noch nicht in Mendoza. Es war schwer zu akzeptieren, dass ich mich deswegen so gestresst hatte. Im Endeffekt hätte ich die Reise aber sowieso machen müssen und das Einzige, was es mich gekostet hat, waren Nerven und ein bisschen mehr Geld als geplant. 170 Euro und vier Tage waren es am Ende.
Außerdem fand ein „Welcome Internationals“-Event statt, bei dem wir von der Rektorin der Universität und anderen Studenten begrüßt wurden. Eine gelungene Veranstaltung, die nach der offiziellen Vorstellung und Einführung in die UNCUYO mit einem Picknick und einem DJ perfekt abgerundet wurde. Es war eine wunderbare Möglichkeit, um direkt Kontakte zu knüpfen. Ich habe versucht, diese gleich zu nutzen und so viele Studenten wie möglich kennenzulernen.
Nach offiziellem Kursstart hatten wir die Möglichkeit einige Kurse zu besuchen, um dann zu entscheiden, welche wir belegen möchten. Ich widme mich den Fremdsprachen Portugiesisch und Italienisch an der Fakultät „Filosofia y Letras“ (Geisteswissenschaften).
An der Uni gibt es auch eine große Auswahl an Sportkursen, die ich alle ausprobieren will, um mich dann zu entscheiden, welche ich dieses Semester belegen werde. Ich bin bereits einem American Football Team beigetreten, den Cóndores Mendoza, und werde in den nächsten Wochen noch Tischtennis, Fußball, Tennis und das Fitnessstudio ausprobieren.
Mehr dazu und natürlich vom Unialltag werde ich im nächsten Blog berichten.

