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Mein Praktikumsalltag in einer Prothesenfirma

Mein Praktikumsalltag in einer Prothesenfirma

In diesem Text soll es darum gehen, wie mein Arbeitsalltag während meines Praktikums bei der Firma Össur aussieht. Össur ist eine der marktführenden Firmen in der Prothesenherstellung und hat ihren Sitz in Reykjavik. Ich arbeite in der Forschung und Entwicklung für mechanische Beinprothesen.

Erst einmal Aufstehen

Sieben Uhr, der Wecker klingelt. Draußen ist es stockdunkel. Der Sonnenaufgang ist erst nach zehn Uhr (es ist November und ich bin in Island). Zu dieser Jahreszeit fällt es mir besonders schwer, aus dem Bett zu kommen. Um wenigstens ein bisschen wach zu werden, schalte ich jedes Licht im Zimmer an, lege mich aber noch mal für fünf Minuten hin. Nachdem ich halbwegs wach bin, stehe ich richtig auf und mache mich fertig, um zur Arbeit (zum Praktikum) zu gehen. Ich frühstücke fast nichts, da in der Mensa gefrühstückt wird. Heute ist gutes Wetter, die Temperatur am Tag soll zwischen ein und fünf Grad über null sein und es soll nicht regnen. Ich kann also beruhigt mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Weg zur Arbeit

Auf dem Weg gibt es stellenweise Glatteis, ich habe allerdings Spikereifen, sodass mich das nicht stört. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt bin ich angekommen. Mein Fahrrad stelle ich in der Fahrradgarage ab und gehe ins Nachbargebäude wo mein Arbeitsplatz ist. Es ist kurz nach acht, manche meiner Kolleg:innen sind schon da, andere kommen gerade an, wieder andere arbeiten aus dem Homeoffice. In der Forschung und Entwicklung gilt Gleitzeit bei Össur.

Arbeitsalltag

Als Erstes gehe ich in die Prototypenwerkstatt und schaue, wie der 3D Druck geworden ist, den ich gestern gestartet habe. Als ich das Bauteil aus dem Drucker hole, bin ich zufrieden und sehe sofort, was noch verbessert werden muss. An meinem Arbeitsplatz im Großraumbüro verbessere ich die entsprechenden Sachen im CAD-Programm und arbeite an weiteren Modellen (CAD steht für Coputer Aided Design und beschreibt Software zur Anfertigung von 3D Modellen und technischen Zeichnungen von Bauteilen). Meine Aufgabe im Praktikum ist ein Bauteil neu zu designen. Während ich am Computer sitze, werden neben mir neue Prototypen zusammengeschraubt. Diese werden später von Prothesenträgern getestet. Sätze wie „Wo ist denn der gestrige Fuß?“ oder „Dieses Bein hat die falsche Steifigkeit“ waren für mich am Anfang sehr ungewohnt, hören sich aber inzwischen normal an. Gegen 09:30 Uhr gehe ich mit meinen Kolleg:innen zum Frühstück. Die Firma ist in den letzten Jahren sehr gewachsen, sodass es einige Mitarbeiter:innen nur wenig älter sind als ich. Nach dem Frühstück recherchiere ich ein bisschen wie ich mein Bauteil noch verbessern kann, und mache das CAD-Modell für einen neuen 3D Druck fertig. Um 12:30 geht’s zum Mittagessen, es gibt Fisch worüber ich mich freue, da ich gerne Fische esse und er hier besonders frisch ist. Nach dem Essen will ich eigentlich den Druck starten, doch es gibt Probleme. Das neue Material, was ich gerade ausprobiere, verlangt neue Einstellungen am Drucker, die erst getestet werden müssen. Den ganzen Nachmittag verbringe ich damit am Drucker Einstellungen zu verändern und den Druck erneut zu starten, nur um zu sehen, dass es wieder nicht funktioniert. Kurz vor Feierabend habe ich dann doch die richtigen Einstellungen und kann den Druck für die Nacht starten. Mir macht es Spaß mit dem 3D Drucker schnell Prototypen fertigen zu können. So habe ich ein besseres Gefühl dafür, was verbessert werden muss. Außerdem ist es ein besonders schnelles und unkompliziertes Fertigungsverfahren.

Feierabend

Ich verlasse die Firma um kurz nach 16:00 Uhr, während es schon dämmert. Für den Abend habe ich mich mit ein paar Arbeitskolleg:innen aus anderen Abteilungen zum Bouldern verabredet. Davor geht es aber noch kurz nach Hause.

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