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Das Leben in der teuersten Stadt der Welt – wie viel kostet was?

Das Leben in der teuersten Stadt der Welt – wie viel kostet was?

Heute geht es um das Thema Kosten und Finanzen. Der Punkt dürfte wahrscheinlich vor allem für diejenigen von Interesse sein, die nächstes Jahr einen Auslandsaufenthalt in Singapur planen.

Die Kosten sind natürlich von den individuellen Ansprüchen und Vorhaben abhängig und der Überblick sollte als Hilfestellung verstanden werden. Grundsätzlich würde ich sagen, dass das Leben in Singapur, im Vergleich zu Deutschland, ein gutes Stück teurer ist.

Das ist übrigens eines der seltenen 1-Cent Stücke

Zuerst einmal die Fixkosten, die im Voraus anfallen. Dies sind die Studiengebühren an der Gastuniversität und die Flugkosten. Mein Verbindungsflug nach Singapur hat mich ungefähr 500 Euro gekostet.

1) Wohnen in Singapur

Der größte Posten ist in Singapur ist mit Sicherheit die monatliche Miete. Wie in meinem vorherigen Blogeintrag erwähnt, gibt es eine weite Bandbreite unterschiedlichster Unterkünfte. Realistisch gesehen, findet man eine Unterkunft für 800 bis 1200 Singapur Dollar (SGD) – das sind ca. 540 bis 800 Euro. Hinzu kommt in den meisten Fällen auch noch die anfängliche Kaution.

2) Lebensmittel: Pass dich an die regionalen Gegebenheiten an

Für Lebensmittel sollte man mit ca. 10-15 SGD pro Tag rechnen. Das hängt natürlich ganz vom Konsum ab. Die Uni bietet eine ziemlich gute Mensa mit vielen verschiedenen Speisen. Ein Mittagessen kostet hier um die 3-5 SGD. Zudem sind in der Uni überall Wasserspender aufgestellt, so dass man Wasser nicht immer selber mitbringen oder kaufen muss. Auch außerhalb der Uni kann man sehr günstig in Food Courts oder Hawker Centern essen. Gerichte kosten hier ca. 3-6 SGD. Wesentlich teurer sind Restaurants. Ein durchschnittliches Gericht kostet hier ab 15 SGD aufwärts.

Die Preise für Lebensmittel im Supermarkt sind gemischt. Hier kann ich empfehlen, sich an die regionalen Gegebenheiten zu adaptieren, denn regionale Früchte, Gemüse, Fischprodukte sowie Getränke sind relativ preiswert. Typisch europäische Produkte wie Brot, Müsli, alle Arten von Milchprodukten, Fleischprodukte und Kaffee sind definitiv überteuert. Ich kaufe daher nur vereinzelt Sachen im Supermarkt und halte mich eher an die lokalen Hawker Center.

3) Freizeit: Ausgehen ist vergleichsweise teuer

Ausgehen ist eine ziemlich teure Angelegenheit in Singapur. Speziell Alkohol ist richtig kostspielig. Ein Sixpack Bier im Supermarkt kostet beispielsweise zwischen 10-20 SGD und eine Flasche Wein ca. 20-30 SGD. Auch in Bars oder Clubs rangieren die Getränkepreise zwischen 12-20 SGD für einen Drink und es ist keine Seltenheit, dass man im Club 20-30 SGD Eintritt zahlen muss – außer man steht auf der Gästeliste ;P

Trinkgelder sind in Singapur unüblich, selbst Taxifahrer geben das Wechselgeld im Allgemeinen bis auf den letzten Cent raus oder runden sogar zu ihren Ungunsten ab, um sich nicht mit Kleingeld rumplagen zu müssen.

Restaurants geben die Preise meistens in der Form $19.99++ an, dass bedeutet, dass die Preise Steuern (7%) und Bedienung (10%) noch nicht enthalten und zum Rechnungsbetrag noch addiert werden. Hotels und schicke Restaurants schreiben eventuell sogar +++ hinter den Nettobetrag, hier wird noch 1% CESS (einer Art „Touristensteuer“) aufgeschlagen.

Es ist aber auch erwähnenswert, dass viele Freizeitmöglichkeiten in Singapur umsonst sind. Beispielsweise das MacRitchie Naturreservat, Sentosa Island (solange man nicht in die Universal Studios geht), die Gegend rund um den Singapore River und die Marina Bay, der Botanische Garten, Mount Faber und die natürlich die ganzen Stadtteile in Singapur, allen voran Chinatown, Little India sowie Kampong Glam.

4) Nahverkehr und Sonstiges: Taxi und Uber

Das MRT (Stadtbahn) System in Singapur ist sehr gut ausgebaut, so dass man fast überall hinkommt. Falls mal keine Mass Rapid Transit, kurz „MRT“, Station in der Nähe sein sollte, kann man natürlich auch den Bus nehmen. Aber Vorsicht – die Stationen im Bus werden nicht angesagt, so dass man selber mitzählen muss. Außerdem würde ich vom Bus während der Rush Hour abraten, da man länger im Stau steht als die eigentliche Fahrtzeit beträgt. Die öffentlichen Nahverkehrsmittel sind relativ günstig in Singapur. Eine durchschnittliche Fahrt kostet zwischen 1-2 SGD.

Wir haben an der James Cook University JCU eine wiederaufladbare Karte bekommen, aber man kann solche auch kaufen. Pro Monat benötige ich ca. 80 SGD, um mit der Bahn zu fahren. Die Kosten hängen vor allem von der Entfernung von Wohnort zum Campus und den sonstigen Fahrten in der Freizeit ab. Außerdem ist wichtig zu wissen, dass die MRT grundsätzlich nur bis Mitternacht fährt. Wenn man also mal länger in der Stadt unterwegs sein sollte, bleibt einem nur das Taxi. Das ist in Singapur aber weniger dramatisch, da man so gut wie überall ein Taxi oder eher Uber / Grab bekommt und die Preise wesentlich günstiger sind verglichen mit Deutschland. Eine Fahrt aus der Innenstadt zu meiner Wohnung kostet um die 15 SGD.

Die Handykosten sind in Singapur auch relativ überschaubar. Ich habe mir bei Ankunft eine Singtel Simkarte geholt. Die kann man einfach bei Bedarf mit dem gewünschten Betrag aufladen. Als Tourist kann man fast überall das Festnetz nutzen. Bei moderater Nutzung würde ich ca.15-20 SGD pro Monat annehmen.

Je nach Destination können relativ günstig umliegende interessante Orte bereist werden. Bspw. kann Kuala Lumpur sehr einfach zügig erreicht werden. Mit einer Airbnb Unterkunft und Bustransfer kosten drei Nächte ca. 75 Euro. Oder wenn man kurzfristig ein Flugticket bucht und sein Reisepass vergisst, dann 200 Euro.

Generell sollte man auch immer nach Special Promotions Ausschau halten. Groupon oder „streetdeal.sg“ haben oftmals sehr interessante Angebote

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Beitrag bei eurer finanziellen Planung weiterhelfen. Falls ihr Fragen haben solltet, zögert nicht mich anzuschreiben oder ein Kommentar zu hinterlassen.

Rassul )

P.S.
Finanzielle Gründe sind immer noch ein Grund, warum ein Auslandssemester nicht für jeden erschwinglich ist. Aber lasst euch davon nicht abhalten, denn zum Glück gibt es eine Bandbreite an Stipendien oder Zusatzleistungen, auf die ihr euch bewerben könnt. Deswegen mit ein bisschen Planung und Rat vom DAAD bekommt ihr es hin. 😉

 

 

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