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Studieren auf Spanisch – meine Erfahrung

Studieren auf Spanisch – meine Erfahrung

Ich habe es gewagt. Nach nur drei Semestern Spanisch-Unterricht bin ich nach Chile aufgebrochen, um hier auf Spanisch zu studieren. Meine ehrliche Bilanz nach vier Monaten.

man sieht ein prunkvolles Gebäude im altenglischen Stil


Auslandssemester an der Universidad Técnica Federico Santa Maria – trotz Spanisch eine geniale Erfahrung

Chilenischer Dialekt – eine Herausforderung für Anfänger

Die ersten Wochen waren hart. Trotz zweiwöchigem Intensivsprachkurs vor Studienbeginn und meinem B1-Niveau, habe ich in den ersten Vorlesungen kaum etwas verstanden. Durch den undeutlichen Dialekt und das enorme Sprechtempo der Chilenen, konnte ich oft nicht einmal einzelne Wörter unterscheiden. Jede Konversation kostete Kraft. Schon das Beantworten von Fragen viel mir schwer. Ich wusste nicht, wie ich dieses Semester überstehen sollte.

Für Ambitionierte: Kurse auf Spanisch

Meine oberste Priorität fürs Auslandssemester war es, Spanisch zu lernen. An meiner Universität „Universidad Técnica Federico Santa Maria“ hätte ich auch ausschließlich Kurse auf Englisch belegen können. Das hätte mir jedoch nicht geholfen, mein Ziel zu erreichen. Da viele Chilenen kein Englisch können, war ich gezwungen, mich mit der spanischen Sprache auseinanderzusetzen. Auch mit den Austauschstudenten und in meiner WG redete ich ausschließlich auf Spanisch, um mich zu verbessern. Ich war überrascht, wie schnell ich Fortschritte machte. Durch den täglichen Gebrauch verlor ich die Hemmung, Fehler zu machen und konnte mich bald deutlich besser in den Vorlesungen und an den Seminaren beteiligen.

In Chile hat man pro Semester zwei bis drei Zwischenprüfungen. Ich musste also nach rund acht Wochen meine ersten Klausuren schreiben. Dank meiner zuvorkommenden Professoren durfte ich ein Spanisch-Deutsches Wörterbuch verwenden. Meine Ergebnisse waren deshalb besser als gedacht.

Bilanz nach vier Monaten

Die anfänglichen Ängste, das Semester nicht zu bestehen, stellten sich als unbegründet heraus. Die spanischen Kurse waren zwar eine Herausforderung, haben mir aber geholfen, meine Sprachkenntnisse schnell zu verbessern. Eine weitere Hilfe: Die Professoren sind sehr entgegenkommend.

Nach vier Monaten ist mein Spanisch keineswegs perfekt. Ich mache immer noch Fehler und mir fehlen oft Vokabeln. Dennoch bin ich stolz, dass ich zunehmend in der Lage bin, fließend Gespräche zu führen. Mir fällt es leichter, Texte zu schreiben als zu sprechen. Aber das ist kein Problem, da es fast ausschließlich Noten für schriftliche Arbeiten gibt.

Der chilenische Dialekt ist schwierig zu verstehen. Selbst spanische Muttersprachler haben am Anfang Probleme. Etwas Gutes hat das Erlernen der spanischen Sprache in Chile trotzdem: Andere spanische Dialekte lassen sich schneller erfassen.

Nicht verzweifeln!

Auch ich hatte Tage, an denen ich mich gefragt habe, warum ich das mache. Natürlich ist es eine große Herausforderung, auf Spanisch zu studieren. Wenn du die fremde Sprache aber in kurzer Zeit gelernt hast, kannst du stolz auf dich sein. Ein Gefühl, dass all deine Bemühungen belohnt. Traut euch!

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