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Zwischen Bergen & Meer: Studieren in Italien

Zwischen Bergen & Meer: Studieren in Italien

Studieren, wo Deutsche nur Urlaub machen? Ja das geht – wenn man sich vorab informiert. Im September geht es für mich für ein Jahr nach Trient in die Region Südtirol-Trentino, wo ich meinen Doppelmaster in Soziologie abschließe. Meine Vorfreude gilt vor allem den Bergen und dem Gardasee um die Ecke, aber auch das Meer ist in Italien nie weit. Bevor es losgeht, gibt es erst noch ein paar Dinge zu erledigen. Hier sind ein paar Tipps, wie ihr euch am besten auf ein Auslandsstudium in Italien vorbereiten könnt.

Karte von Italien mit To Do Liste für die Vorbereitung
Was gibt es zu erledigen, bevor ich nach Italien ziehe?

Eine Wohnung in Trient finden

Nachdem ich ein paar Erfahrungsberichte gelesen habe, habe ich beschlossen, meine Wohnung bei diesem Auslandsaufenthalt nicht erst spontan vor Ort zu suchen, sondern schon vorab zu mieten. Bei meiner Online-Recherche nach wg-gesucht-ähnlichen Portalen bin ich auf viele verschiedene Möglichkeiten gestoßen. Folgende Seiten und Tipps helfen euch, wenn ihr nach Wohnungen in Italien oder Trient sucht:

  • Werdet Mitglied in Facebook-Gruppen. Es bieten sich entweder italienische Seiten wie Affitto Studenti Trento , Cerco stanza a Trento oder Erasmus-Gruppen des Vorjahres an. Wohnungen für Erasmus-Studierende sind zwar meist ein kleines bisschen teurer, aber oft ist die Abwicklung einfacher, wenn man die Landessprache nicht spricht.
  • Auf der italienischen Plattform easystanza.it kann man einen Suchfilter anlegen, der einem dann freie Wohnungen bis zu einem bestimmten Preis, einer bestimmten Lage und zu einem bestimmten Datum anzeigt. Die Basis-Version ist kostenlos, damit kann man „Interesse bekunden“, wenn einem die Wohnung gefällt, aber die Vermieter*Innen nicht direkt anschreiben.
  • Housing anywhere ist eine internationale Plattform, die ähnlich wie easystanza funktioniert. Hier findet ihr nicht nur Wohnungen in Italien, sondern auch für andere Länder.
  • Aktiviert euer Netzwerk! Habt ihr Facebook – oder Instagram -Freunde, die schon mal Erasmus+ gemacht oder im EU-Ausland gewohnt haben? Meistens lernt man hier die verschiedensten Nationen kennen, bestimmt haben sie in ihrer Kontaktliste auch Italiener oder Italienerinnen. Fragt, ob sie eure Posts teilen oder jemanden kennen, der jemanden kennt. Meine Wohnung habe ich auf direktem Wege über einen italienischen Freund gefunden – Netzwerken funktioniert übrigens auch im echten Leben …

Krankenversicherung

Wenn ihr in Deutschland gesetzlich (familien-)versichert seid, habt ihr in der Regel auch eine europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Mit dieser Karte werden akut medizinische Notfälle in den EU-Ländern mit Sozialversicherungsabkommen behandelt und von der Krankenkasse erstattet. Eine Übersicht darüber, welche Länder inbegriffen sind, gibt es z.B. auf der Seite der Barmer. Ohne private Auslands-Zusatzversicherung muss man aber oft trotzdem noch einen Eigenanteil bei der Behandlung zahlen. Auch der Rücktransport aus dem Ausland ist in der Regel nicht inbegriffen. Wollt ihr also auf Nummer sicher gehen oder seid so lange im Ausland, dass auch regelmäßige Arztbesuche anfallen (Impfen, Zahnarzt, etc.), dann solltet ihr euch Gedanken über eine private Auslandsversicherung machen. Die gibt es oft schon ab 30 EUR im Monat. Am besten fragt ihr bei eurer eigenen Versicherung nach: häufig haben diese für ihre Mitglieder spezielle Zusatz-Angebote.

Auto oder Zug?

Das Auto im Auslandsstudium dabei zu haben, ist natürlich purer Luxus! Bevor man aber ein deutsches Auto für ein Auslands-Studium mit nach Italien nimmt, sollte man sich über örtliche Gesetze informieren. In der Regel reicht im EU-Ausland selbst bei längeren Aufenthalten (aufgrund von Studium) meistens der Nachweis für eine Kfz-Versicherung. Allgemeine Regelungen zur Kfz-Mitnahme innerhalb der EU sowie Regelungen für Italien findet ihr auf der europa.eu Seite.

Wenn ihr lieber die Öffis benutzt, dann lohnt sich bei längeren (Zug-)Fahrten vielleicht eine Vorteilskarte. Wer seine Bahncard liebt, wird diese Wikipedia-Seite mit Zug-Vorteilskarten anderer Länder noch mehr lieben. Leider gibt es keine 25 oder 50% Rabatt-Karten, stattdessen nur die Carta Verde mit 10% Rabatt auf Bahnpreise der trenitalia. Die Carta Verde gilt bis 26 und ist Teil des RAILPLUS-Abkommens, d.h. auf Auslandsfahrten gibt es satte 25% Rabatt – praktisch also für Zugfahrten von Trient nach München (übrigens: in 4,5h!). Für Menschen mit Behinderung gibt es die Carta blu. 

It’s all about the money – Geld im Ausland?

Es ist nicht zwangsläufig nötig, ein Konto in Italien zu eröffnen, außer bestimmte Anbieter fordern das. In manchen EU-Ländern kann man Internetverträge etc. nämlich nur mit Landeskonto abschließen. Seit Einführung der IBAN sollte das aber immer weniger der Fall sein. Soweit es geht, kann man mit Kreditkarte (z.B. DKB) im Euro-Ausland kostenlos abheben, natürlich funktioniert das aber genauso mit jeder EC-Karte. Hier sollte man allerdings auf die Gebühren der jeweiligen Anbieter achten.

Sprachkurse

Last but not least sollte man nicht vergessen, sich rechtzeitig zu Sprachkursen anzumelden. Oft bekommt man vorab eine Nachricht vom International Office der Gastuniversität mit der Frage, ob man an einem Sprachkurs teilnehmen will. Empfehlenswert ist beides: der Intensiv-Kurs vor Semesterbeginn hilft, wenn man die Sprache noch kaum spricht und natürlich, um viele neue Leute (vor allem Erasmus-Studierende) kennen zu lernen. Der extensive Sprachkurs, der sich meistens über ein oder zwei Semester streckt, ist vor allem für das Sprachniveau förderlich. Die Übersicht über die Sprachkurse der Uni Trento findet ihr hier.

Und sonst so?

Dank der Abschaffung der Roaming-Gebühren im EU-Ausland müsst ihr euch zumindest für die ersten Tage und Wochen noch keine Gedanken über eine italienische SIM-Karte machen. Bei einem längeren Aufenthalt im EU-Ausland und einer Nutzung des örtlichen Netzes kann es aber passieren, dass euer deutscher Anbieter Gebühren verlangt. „Roam like at home“ kann im Ausland dann bis zu 6 EUR pro Gigabyte kosten. Mehr dazu auf der Seite der Verbraucherzentrale..

Neben einer SIM-Karte solltet ihr auch an Passfotos – digital und ausgedruckt – denken. Oft benötigt man eines für den Studierenden-Ausweis, das Semesterticket oder einen Saison-Pass des Skigebietes.

An alles gedacht? Dann kann’s ja jetzt losgehen!

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