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Shabbat Shalom, Jerusalem – Vorbereitung für mein Auslandspraktikum

Shabbat Shalom, Jerusalem – Vorbereitung für mein Auslandspraktikum

Seit zwei Wochen bin ich nun in Israel und wohne in Jerusalem, trinke meinen morgendlichen Kaffee und beobachte die Marathonläufer, die unter meinem Fenster Richtung Altstadt laufen. Doch wie bin ich überhaupt dazu gekommen, ein Praktikum in Israel zu absolvieren und wie habe ich es organisiert? 

Ansicht des Büros der Konrad Adenauer Stiftung in Jerusalem
Mein Arbeitsplatz für die nächsten zwei Monate

Auslandssemester? Praktikum? Freiwilligenarbeit? 

Zuerst habe ich mir überlegt, was ich eigentlich machen möchte. Für mich war sofort klar, dass ich gerne normal weiterstudieren möchte und nur in den Semesterferien ins Ausland gehe. So blieben mir acht Wochen Zeit, im März und April. Da es sich für mein Politikstudium anbietet, im Bereich der politischen Stiftungen zu bleiben, kam aufgrund meiner Parteizugehörigkeit schnell die Konrad-Adenauer-Stiftung in die engere Auswahl. Israel stand schon sehr lange auf meiner Reise-Bucket-List und so bewarb ich mich zehn Monate vor Praktikumsantritt bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel, hatte nach einem kurzen Skype-Gespräch die Zusage und die Vorbereitung konnte beginnen. 

Flüge, Unterkunft, Unterlagen

Die Flüge waren schnell gebucht, von Frankfurt, München und Berlin fliegen mehrmals täglich Maschinen direkt nach Tel Aviv mit Lufthansa, EasyJet und auch mit der israelischen Airline El Al. Die Kosten schwanken dabei  zwischen00 und 800 Euro, je nach Saison und Auslastung der Plätze. 

Bei der Unterkunft gibt es die Möglichkeit, sich über Facebook-Gruppen eine WG zu organisieren, jedoch solltet ihr euch diese in Israel auch persönlich anschauen. Es lohnt sich, für die ersten Tage oder auch Wochen ein Hotelzimmer zu buchen, um dann vor Ort persönlich weiterzusuchen. Da ich nur für acht Wochen in Israel bin und in diesem kurzen Zeitraum nicht noch einmal umziehen wollte, habe ich mich für ein Studio-Apartment, das zu einem Hotel gehört, entschieden. Studio-Apartments sind natürlich teurer als WG-Zimmer, jedoch konnte ich dieses entspannt von Deutschland aus buchen und direkt in mein Zuhause auf Zeit einziehen. WG-Zimmer gibt es ab ungefähr 600 Euro, die Preise können jedoch je nach Stadtteil und Ausstattung bis zu über 1.000 Euro im Monat kosten. 

Wenn ihr plant, bis zu drei Monate in Israel zu bleiben, genügt für die Einreise ein gültiger Reisepass, der nach der Ausreise noch sechs Monate gültig sein muss. Ein Visum braucht ihr dann nicht. Falls ihr Stempel aus arabischen Ländern in eurem Reisepass habt, informiert euch vor der Einreise bei der israelischen Botschaft, ob ihr eventuell einen neuen Reisepass benötigt, da ihr sonst nicht einreisen könnt. Es kann passieren, dass ihr gefragt werdet, was ihr in Israel macht und wie lange ihr bleibt. Ich hatte so beispielsweise meine Praktikumsbestätigung auf Englisch ausgedruckt, mein Rückflugticket und auch meine Hotelbuchung, um beweisen zu können, was ich hier mache.

Blick vom Balkon auf eine Straße in Jerusalem
Blick von meinem kleinen Balkon

Sprache und Kultur

In Israel spricht man überwiegend Hebräisch, jedoch kommt man hier mit Englisch überall problemlos zurecht. Ich spreche selbst überhaupt kein Hebräisch, hatte aber mit Englisch bislang nirgendwo Probleme, auch nicht auf dem Markt. In Israel und vor allem in Jerusalem prallen sehr viele Religionen aufeinander, sodass man sich vorher informieren sollte, welche Regelungen es in den einzelnen Stadtteilen gibt. So fährt beispielsweise in Israel am Shabbat (Freitagabend bis Samstagabend) kein Verkehrsmittel und die meisten Geschäfte haben zu, daher muss man Reisezeiten um diese Tage herumplanen, außer man möchte für teures Geld Taxi fahren. 

Wie sicher ist Israel? 

Die meisten Reaktionen auf meine Reise nach Israel waren zunächst sehr negativ, viele haben sich Sorgen gemacht und hielten mich für leichtsinnig, allein als Frau nach Israel zu reisen. Man sollte sich nicht unbedingt am Gazastreifen aufhalten, ich habe mich in Israel bislang jedoch kein Mal unsicher gefühlt. Es gibt sehr viele Sicherheitskontrollen, an die man sich erst einmal gewöhnen muss und auch ist der Anblick von den vielen Soldaten und Polizei zunächst einmal ungewöhnlich, jedoch dient das alles nur zur eigenen Sicherheit. 

Blick auf die Klagemauer mit vielen Menschen und die goldene Kuppeln
Blick auf die Klagemauer

Bild vor dem Spiegel mit Sonnenstrahlen

Planungszeitraum 

Ich empfehle, euch ein Jahr im Voraus zu überlegen, was für ein Praktikum ihr im Ausland machen wollt. Das heißt, ihr solltet spätestens acht Monate vor dem Praktikumsantritt Bewerbungen rausschicken, damit ihr euch auch ausreichend vorbereiten könnt – bei sehr begehrten Praktika sogar deutlich früher. Auch solltet ihr euch möglichst früh über Visa und Impfungen informieren, da diese auch einige Vorlaufzeit benötigen. Ich selbst haben zehn Monate vor Praktikumsantritt meine Bewerbung losgeschickt und nach der Zusage dann direkt mit der Planung angefangen.

Falls Ihr noch weitere Informationen über Einreise, Sicherheitsbestimmungen oder auch die medizinischen Hinweise braucht, empfehle ich die Seite des Auswärtigen Amtes. Diese Seite ziehen ich übrigens vor jeder Reise in Betracht, da dort auch Reisewarnungen stetig aktualisiert werden.

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