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Was kostet ein Auslandspraktikum in Lima? Mein ehrlicher Kostenbericht

Ein Auslandspraktikum zu machen, ist immer ein Abenteuer und meistens kein günstiges. In der Regel wird man nicht bezahlt, trägt aber alle Kosten selbst. Trotzdem wollte ich diese Erfahrung unbedingt machen. Ich erzähle euch heute, was mich mein siebenwöchiger Aufenthalt in Lima tatsächlich gekostet hat, wo ich gespart habe – und wo sich das Investition wirklich gelohnt hat.

Mein Flug nach Südamerika war der teuerste Teil des Praktikums. Für Hin- und Rückflug inklusive zwei Aufgabegepäckstücken habe ich 1.300 Euro bezahlt. Ich habe bewusst etwas mehr Gepäck mitgenommen, weil ich für das Praktikum andere Kleidung brauchte als für meine Freizeit und Reisen.

Flüge nach Südamerika sind generell nicht günstig. Ich empfehle, etwa drei Monate im Voraus zu buchen und die Preise über Buchungsportale eine Weile zu beobachten. Außerdem lohnt es sich fast immer, Hin- und Rückflug zusammen zu buchen, statt separat – das spart oft mehrere hundert Euro. Wer flexibel sein möchte, kann auch einen Gabelflug buchen, also an einem anderen Ort zurückfliegen.

Bild aus dem Flieger

Lebensmittel – wo sich Handeln lohnt

Für meine Lebensmittel habe ich im Schnitt etwa 35 Euro pro Woche ausgegeben. In der Schule habe ich jeden Tag kostenloses Mittagessen bekommen. Das klingt auf den ersten Blick gar nicht so wenig, aber man darf nicht vergessen: Lebensmittel sind in Deutschland im internationalen Vergleich günstig. Gerade am Anfang gibt man außerdem etwas mehr aus, weil man Grundnahrungsmittel wie Salz, Öl oder Gewürze kaufen muss – Dinge, die man in sieben Wochen vermutlich nicht aufbraucht. In Peru hätte ich beim Einkaufen wahrscheinlich noch deutlich sparen können, besonders bei Obst und Gemüse. Aber ehrlich gesagt: Mit meinem damals noch ziemlich schlechten Spanisch habe ich mich nicht immer getraut, auf Märkten zu handeln oder nach Preisen zu fragen.

Einkaufen in Lima läuft nämlich auf drei Arten:

1. Im Supermarkt ist alles am einfachsten, aber auch am teuersten. Es gibt feste Preise, die Auswahl ist groß und man muss sich keine Gedanken um Verständigung oder Qualität machen. Dafür zahlt man dann eben auch mal vier Euro für 250 Gramm Heidelbeeren.

2. In kleinen, lokalen Supermärkten ist die Auswahl etwas kleiner, aber die Preise fairer. Hier bekommt man dieselbe Menge Heidelbeeren schon für zwei Euro.

3. Am günstigsten sind die Märkte und Straßenstände. Dort wird viel gehandelt, und gerade als Tourist mit wenig Spanisch zahlt man zwar oft etwas mehr als Einheimische, aber die Preise sind trotzdem günstiger. 250 Gramm Heidelbeeren kosten hier umgerechnet etwa 75 Cent. Einziger Nachteil: Die Lieferketten sind nicht immer ganz nachvollziehbar, und bei Fleisch oder Fisch wäre ich mit einem empfindlichen europäischen Magen eher vorsichtig.

Bild mit Früchten

Hygieneprodukte – lieber von Zuhause mitnehmen

Shampoo, Deo, Make-up hatte ich bereits in Deutschland besorgt, vor allem Produkte für blondes Haar, die in Peru schwer zu finden sind. Markenprodukte sind hier im Schnitt 15 bis 20 Prozent teurer, und das günstigste Duschgel, das ich gesehen habe, kostete rund 4 Euro. Es lohnt sich also, einen kleinen Vorrat im Koffer mitzunehmen.

Transport – günstig und überraschend sicher

Ich hatte Glück: Meine Schule lag nur 1,2 Kilometer von meiner Wohnung entfernt, also bin ich fast jeden Tag gelaufen. Das Bussystem in Lima ist gut ausgebaut, aber für Neuankömmlinge etwas chaotisch. Eine Fahrt kostet 1 Sol, also etwa 25 Cent. Obwohl mir aus Sicherheitsgründen davon abgeraten wurde, habe ich den Bus mehrmals genutzt und mich sehr sicher gefühlt.

Außerdem gibt es eine Metro-Linie, die pro Fahrt 1,25 Euro kostet, sowie verschiedene Fahrdienste. Eine 45-minütige Fahrt über einen der unterschiedlichen Online-Anbieter oder Apps kostet etwa 4 Euro. Uber ist zwar etwas teurer, dafür kann man bequem online zahlen und es gilt als die sicherste Option. Ich habe insgesamt rund 100 Euro für Transport ausgegeben – inklusive Ausflüge ans Meer am Nachmittag.

Wohnungssuche – meine geliebte Mitbewohnerin

Die Wohnungssuche in Lima war schwieriger als ich gedacht hatte. Hotels oder Ferienwohnungen waren zu teuer, und eine Langzeitmiete kam für sieben Wochen nicht in Frage. Eine geteilte Wohnung hätte etwa 600 Euro gekostet, eine eigene rund 1.100 Euro. Wichtig ist, auf das Viertel zu achten: Als sicher und beliebt gelten vor allem Barranco, Miraflores, Surco und Surquillo. Von der Gegend um den Flughafen Callao wird dagegen abgeraten.


Ich hatte am Ende großes Glück. Über meinen Online-Spanischunterricht lernte ich eine Frau aus Lima kennen, die zufällig 1,2 Kilometer von meiner Schule entfernt wohnte und ein freies Zimmer hatte. Für 425 Euro inklusive allem durfte ich bei ihr einziehen. Anfangs war ich etwas unsicher, ob das gutgeht, aber es war die beste Entscheidung überhaupt. Meine Mitbewohnerin wurde schnell zu einer Freundin: Sie zeigte mir die Stadt, nahm mich in Salsa-Bars mit und kümmerte sich liebevoll darum, dass ich gut zurechtkam.

Wohnung mit Fenster

Freizeit & Reisen – Leben neben der Arbeit


Da mein Praktikum relativ kurz war, wollte ich jede Minute auskosten. Ich ging surfen (25 Euro pro Stunde), nahm an Kochkursen (35 Euro) und Salsa-Stunden (5 Euro) teil, machte eine Free-Walking-Tour (7,50 Euro) und probierte beim Paragliding den besten Blick auf Lima aus (50 Euro). Abends zog ich oft los, ein Pisco Sour für 5 Euro und ein Club-Eintritt für 7,50 Euro gehörten zum Alltag. Insgesamt habe ich rund 150 Euro für Freizeit, Sport und Ausgehen ausgegeben.
An den Wochenenden zog es mich raus aus der Stadt:

Ich wanderte in Huaraz (130 Euro), reiste in den Amazonas (300 Euro) und besuchte die Wüstenstadt Huacachina (120 Euro). Nach dem Praktikum reise ich außerdem noch zweieinhalb Wochen durch Peru, Bolivien und Chile, was mich etwa 1.000 Euro kosten wird.

Mein Rat: Plant unbedingt Zeit nach dem Auslandsaufenthalt ein. Euer Land hat viel zu bieten und es ist schön, auch mal ein Wochenende im Wohnort zu bleiben.

Frau beim Kochkurs

Sonstiges – Handy & Shopping

Für meinen Handyvertrag habe ich vor Ort einen monatlich kündbaren Tarif abgeschlossen: 15 Euro für 60 GB, unbegrenztes WhatsApp und Instagram, 200 Minuten Telefonieren ins Ausland und 4 GB Datenvolumen in ganz Südamerika. Für mich war das perfekt, weil ich viel unterwegs war und immer online bleiben wollte

Lima gilt als Shopping-Paradies. Besonders im Stadtteil Gamarra findet man große Einkaufszentren und Fabrikverkäufe vieler internationaler Marken. Handeln ist Pflicht, selbst wenn ein Festpreis dransteht, sind 10–15 Prozent Rabatt meistens möglich. Ich habe insgesamt rund 200 Euro ausgegeben, inklusive Souvenirs.

Ein Tipp von mir ist außerdem, die Preise für Beauty-Behandlungen im Ausland zu vergleichen. Maniküre oder Gelnägel kosten dort oft nur 20 bis 25 Euro, und selbst dauerhafte Haarentfernung ist meist weniger als ein Zehntel so teuer wie in Deutschland. Ich spare so immer viel Geld.

Mädchen mit Spiegelselfie

Was mein Praktikum wirklich gekostet hat

Insgesamt hat mich mein Auslandspraktikum in Lima rund 4.000 Euro gekostet. Natürlich hätte ich an einigen Stellen sparen können – etwa beim Essen oder bei Freizeitaktivitäten – aber ich würde alles wieder genauso machen. Für mich war jeder Euro eine Investition in Erfahrungen, Erinnerungen und Begegnungen, die unbezahlbar sind.

Ich habe in Lima gelernt, spontaner zu sein, mich auf Neues einzulassen und mit weniger Plan trotzdem alles zu schaffen. Wie ich mein Praktikum finanziert habe, verrate ich euch im nächsten Beitrag. 🇵🇪

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