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Wie mich der Alltag in Malaysia verändert hat

Ein Auslandsaufenthalt verändert nicht nur den Alltag, sondern auch die Art, wie du die Welt siehst und sich selbst darin. Malaysia ist für mich nicht einfach nur ein Land mit tropischem Klima. Es ist ein Ort, an dem ich Teil einer Gesellschaft auf Zeit wurde. Ich teile meine Eindrücke, die mich geprägt, überrascht oder zum Nachdenken gebracht haben.

Wenn Fürsorge im Alltag beginnt

In Malaysia ist Essen viel mehr als eine Mahlzeit: Es ist Ausdruck von Nähe und Verbindung. Die Frage „Hast du schon gegessen?“ ist hier so selbstverständlich wie in Deutschland „Wie geht’s dir?“ und meint oft dasselbe. Und nicht selten folgt darauf eine Einladung zum gemeinsamen Essen.

Nähe, Hierarchie und Respekt

Ein kleines Handküsschen für die Älteren, ein Kopfnicken beim Gruß – viele Umgangsformen hier tragen den Respekt sichtbar nach außen. Gleichzeitig spürt man, wie stark soziale Hierarchien eingebettet sind. Status zeigt sich im Ton, im Tisch, im Umgang.

Was mich zum Nachdenken bringt: In Schulen oder bei sozialen Kreisen erleben viele ihren Alltag entlang ethnischer Linien. Chinesisch-malaysische, indisch-malaysische, malaiische Communities leben zwar zusammen aber oft auch nebeneinander. Besonders sichtbar wird das bei Schulen, die teils nach ethnischer Zugehörigkeit besucht werden. Ich kenne das aus Deutschland anders und denke jetzt noch bewusster über das Zusammenleben dort nach.

Unterschiede erkennen

In Malaysia erlebe ich, wie selbstverständlich Vielfalt im Alltag sein kann: Unterschiedlichste Religionen, Sprachen und soziale Hintergründe treffen hier ganz selbstverständlich aufeinander. Viele sprechen Englisch, manche sind durch internationale Schulen global sozialisiert, andere in lokalen Strukturen fest verankert und doch leben alle im selben Land.

Moschee mit chinesische Architektur, in den Farben rot, grün und pink

Diese Diversität zu erleben, ist bereichernd, gleichzeitig zeigen sich auch strukturelle Unterschiede. Wer welche Ressourcen hat, welchen Status, welchen Zugang zum Bildungssystem, all das beeinflusst die Möglichkeiten im Alltag.

Als Studierende der Sozialen Arbeit lerne ich, genau hinzuschauen: Nicht zu bewerten, sondern zu verstehen, wie soziale Systeme wirken und wie viel davon wir oft für selbstverständlich halten

Zwischen Vermissen und Schätzen

Es sind nicht nur die Dinge, die ich hier schätze, sondern auch die, die mir fehlen. Ich vermisse deutsches Brot, wer hätte das gedacht? Ich vermisse lange Spaziergänge, hier oft unmöglich durch Wetter oder fehlende Wege.

Und gleichzeitig: Ich liebe es, wie günstig ich hier ein Taxi nehmen kann. Wie schnell Menschen Hilfe anbieten. Wie oft ich gefragt werde: „Hast du gegessen?“

Was bleibt?

Ich nehme nicht nur Geschichten mit – sondern Haltungen: Offenheit. Freundlichkeit. Neugier. Ich möchte in Deutschland offener auf Fremde zugehen. Internationaler leben. Und nicht vergessen, dass Perspektivwechsel immer ein Geschenk ist und nie eine Einbahnstraße.

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