5. Dezember 2025
Valencia ist eine Stadt voller Leben, Sonne und mediterranem Charme – und genau deshalb entscheiden sich jedes Jahr hunderte Erasmus-Studierende dafür, hier ihr Auslandssemester zu verbringen. Doch bevor das Abenteuer so richtig beginnen kann, steht eine der wichtigsten Fragen an: Wo wohnt es sich in Valencia am besten?
In diesem Blogbeitrag erfahrt ihr, welche Viertel besonders gut zu welchem Lebensstil passen, wie der Alltag dort aussieht, wie weit sie von der Uni entfernt sind und wo ihr eher günstiger oder teurer wohnt.
Ganz am Ende findet ihr eine übersichtliche Auflistung aller Wohnpreise – perfekt, um eure Wohnungssuche vorzubereiten.
Kurz vor Schluss dieses Blogbeitrages zeige ich dir auch wo ich wohne, und gebe dir einen ausführlichen Überblick über meine persönliche Wohnlage. Du hast also nun gleich zwei Gründe bis zum Schluss zu lesen! Enjoy!

Ruzafa – das kreative Herz Valencias
Ruzafa ist wahrscheinlich das bekannteste und „hippste“ Viertel der ganzen Stadt – ein echtes Zentrum für junge Menschen, Studierende, Expats und Kreative. Lebst du in Ruzafa, dann befindest du dich mitten in einem vibrierenden Mix aus Kultur, Gastronomie und Nachtleben. Die Straßen sind bunt, lebendig und voller kleiner Läden: Vintage-Stores, Boutiquen, Skate-Shops, Tattoo-Studios, Blumenläden oder Concept-Stores – es gibt nichts, was du hier nicht finden kannst.
Und dann wären da natürlich noch die unzähligen Bars und Cafés. Die Auswahl ist riesig: Von gemütlichen Frühstückscafés über stylische Brunchspots bis hin zu Bars, die abends zum Treffpunkt für internationale Studierende werden.
Was Ruzafa besonders macht, ist die Mischung aus urbanem Flair und einem gewissen „alternativen“ Touch. Immer wenn ich durch dieses Viertel schlendere, fühlt es sich an als würden Kunst, Kultur und junge Energie aufeinandertreffen. Der Mercado de Ruzafa, welcher sich sehr zentral im Viertel befindet, gehört zu den schönsten lokalen Märkten Valencias und versorgt dich täglich mit frischem Obst, Gemüse und Spezialitäten aus der Region.
Der Nachteil? Ruzafa ist, wie nicht anders zu erwarten, kein ruhiges Viertel. Gerade an Wochenenden ist hier richtig was los, besonders abends – das gehört jedoch zum Charme. Ich habe hier zwei Freunde kennengelernt, die im Herzen Ruzafas in einer WG leben. Sobald man aus der Eingangstür auf die Straße tritt, ist man sofort umgeben von lebendigen Restaurants und Bars, und spürt direkt wie lebendig dieses Viertel ist. Zudem sind die Preise durch die hohe Nachfrage in den letzten Jahren gestiegen. Das ergab meine Internetrecherche, die ich für diesen Blogbeitrag durchgeführt habe.
Entfernung zur Uni:
Mit Bus oder Fahrrad seid ihr in etwa 15–20 Minuten am Campus, das ist für Großstadtverhältnisse sehr akzeptabel. Die Gran Vía, welche eine Hauptstraße, und zentrale Verkehrsstrecke für viele Buslinien ist, verläuft am Rand des Viertels und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

La Gran Vía – elegant, sonnig und ideal für Alltag + Afterwork
Direkt neben Ruzafa liegt La Gran Vía – ein Viertel, das ähnlich zentral ist, aber deutlich ruhiger und strukturierter wirkt. Die Straßen hier sind breiter, heller und von Bäumen gesäumt, was der Gegend ein sehr angenehmes, fast schon „gehobenes“ Wohngefühl gibt. Wer hier wohnt scheint gerade die Mischung zu genießen die Gran Vía einem gibt: Stadtnähe mit vielen Freizeitmöglichkeiten, jedoch ohne den Trubel den du in Ruzafa hast. Fühlst du dich also noch jung und ausgehbereit an manchen Tagen, willst es aber etwas ruhiger in deiner Wohngegend, ist meiner Meinung nach Gran Vía ein nettes Örtchen zum leben.
Die Gastronomie in La Gran Vía ist etwas anspruchsvoller: Du findest hier Weinbars, schöne Restaurants und Tapas-Lokale mit gutem Ruf. Scheint also perfekt, wenn du nach der Uni oder nach Feierabend gerne entspannt essen gehen oder dich mit Freunden treffen möchtest. Der Turía-Park ist außerdem in unmittelbarer Nähe, du hast hier also täglich die Möglichkeit spazieren zu gehen, zu joggen oder dich einfach in den Park zu setzen und zu entspannen.
La Gran Vía wirkt auf mich im Vergleich zu Ruzafa etwas erwachsener und ruhiger, aber mindestens genauso lebenswert. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Viertel sowohl für Familien, Berufstätige aber auch für Studierende und internationale Studierende angenehm sein kann. Wenn dir also urbanes wohnen etwas weg vom intensiven Nachtleben wichtig ist, könnte dir Gran Vía sehr gefallen
Entfernung zur Uni:
Durch die vielen Buslinien auf der Gran Vía ist man in etwa 15–20 Minuten an der Universidad de Valencia. Fast genauso schnell wie von Ruzafa aus.

El Carmen – die historische Seele Valencias
El Carmen ist das Viertel, in das du dich sofort verlieben wirst, wenn du Altstädte magst. Es liegt mitten im historischen Zentrum Valencias und bietet genau das, was du von einer mediterranen Altstadt erwartest: enge Gassen, bunte Fassaden, historische Innenhöfe, Kirchen, kleine Plätze und überraschend viele versteckte Cafés. In El Carmen zu wohnen, bedeutet hier auch mitten im Geschehen zu leben! Du findest hier zwar teilweise ruhige Ecken aber auch wirklich lebendige Zonen, die fast den ganzen Tag lang keine Ruhe geben. El Carmen ist einfach ein sehr herzlich- einladendes Viertel, welches obendrein noch eine beeindruckende künstlerische Atmosphäre ausstrahlt. Um es anders auszudrücken: El Carmen besitzt viel „Altstadt-flair“
Das Viertel hat eine moderne, kreative Seite. Beim spazieren gehen kannst du eine Vielzahl an Street Art, kleinen Galerien, Künstlerateliers und alternativen Bars finden. Diese Angebote machen das Viertel „hip“! Um es dir besser vorstellen zu können, verwende ich hier gerne den Vergleich mit der Altstadt in Barcelona – jeder von euch der bereits dort gewesen ist, weiß wie künstlerisch, jugendlich und „Hipster-like“ die Altstadt Barcelonas teilweise auf einen wirkt. So ungefähr würde ich El Carmen in Valencia beschreiben, nur etwas runtergestuft.
El Carmen kann am Abend und besonders an Wochenenden ziemlich lebhaft werden – das Nachtleben ist nämlich sehr vielfältig und reicht von gemütlichen Bars bis hin zu Clubs, die sich in alten, historischen Gebäuden verstecken. Wenn du also gerne ausgehst, kannst du gleich im Viertel bleiben, und musst nicht extra nach Ruzafa!
Der Nachteil ist ganz klar: El Carmen ist touristisch. Es ist wunderschön, aber das zieht eben auch viele Menschen an, und das habe ich persönlich besonders im Sommer gemerkt. Außerdem sind viele Gebäude alt, was bedeutet, dass du beim Wohnen manchmal Kompromisse eingehen muss (schmale Treppen, ältere Fenster, schlechte Isolierung…).
Entfernung zur Uni:
Abhängig davon wo genau du im El Carmen lebst, kann es zwischen 10 und circa 25 Minuten dauern bis zur Uni zu kommen. Die Universitätsstadt befindet sich nämlich südöstlich von der Innenstadt – wohnst du auf der anderen Seite, kann es meist etwas länger dauern. Aufgrund der schlechten Infrastruktur der engen Gassen und Straßen gibt es in der Innenstadt nur wenige Buslinien. Im direkten Umfeld der Innenstadt stehen jedoch gut erreichbare Buslinien zur Verfügung.

El Cabanyal – mediterranes Wohnen direkt am Meer
El Cabanyal ist ein Viertel, das du einfach erlebt haben muss, um es zu verstehen. Es liegt direkt am Meer und hat einen ganz eigenen Charakter – geprägt von der ehemaligen Fischerkultur, bunt gefliesten Fassaden, kleinen Nachbarschaftsplätzen und einem sehr lokalen authentischen Lebensgefühl. Wenn du hier wohnst, befindest du dich zwischen Meerwind, mediterranen Farben, kleinen Bäckereien und Fischrestaurants.
Der Alltag in El Cabanyal fühlt sich für mich entspannter an als in den zentralen Vierteln. Morgens kannst du am Strand joggen, frühstücken gehen, oder einfach relaxen. Mittags setzt du dich in eine kleine Bar oder vor einer der traditionellen Häuserfassaden in die Sonne. Cabanyal hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und zieht immer mehr Studierende, junge Menschen und Kreative an. Weitere zwei Freunde von mir wohnen eine Ecke entfernt vom Meer. Street Art, Kulturprojekte, kleine Galerien und moderne Cafés ergänzen die traditionelle Struktur des Viertels. Mein kleiner Geheimtipp für das komplette El Cabanyal Erlebnis: eine lokale Surfschule besuchen und die Mediterranen Wellen zu bändigen lernen!
Der große Vorteil an El Cabanyal ist und bleibt der Strand. Man wohnt hier wirklich DIREKT am Meer – das gibt es so kein zweites Mal in Valencia. Der Nachteil: Die Uni ist etwas weiter weg, und einige Teile des Viertels sind baulich etwas älter. Auch der Weg ins Stadtzentrum kann sehr weit werden, und das Viertel kann teilweise zu ruhig wirken für jüngere Menschen oder Studierende, die gerne etwas mehr im Trubel leben möchten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es an manchen Tagen vielleicht sogar einsam wirken kann so fernab des Geschehens zu sein, du solltest bei der Wohnungswahl also auch darauf achten!
Entfernung zur Uni:
Mit Bus oder Fahrrad braucht man ca. 20 Minuten zum Campus. Hier kann jedoch eine ausgeprägte Tram-Verbindung schneller sein.

Benimaclet – das studentische Dorf mitten in Valencia
Benimaclet ist wahrscheinlich das Viertel, das am stärksten mit dem typischen Erasmus-Leben verbunden wird. Ursprünglich war es ein kleines Dorf außerhalb Valencias, und genau dieses dörfliche Gefühl spürst du bis heute: kleine Plätze, ruhige Straßen, ein sehr lokales Umfeld und eine angenehme, familiäre Atmosphäre. Gleichzeitig gehört Benimaclet zu den lebendigsten studentischen Treffpunkten der Stadt.
Viele Bars, günstige Restaurants, Tapas-Lokale und internationale Küche machen es zum idealen Viertel, um neue Leute kennenzulernen. Das Publikum ist vielseitig: Studierende aus ganz Europa, spanische Familien, internationale Berufstätige leben hier fast schon familiär wie unter einem Dach. Dadurch fühlt man sich hier sofort willkommen. Viele meiner Mitstudierenden wohnen in dieser Gegend und haben einen herzlichen Anschluss finden können.
Auch tagsüber ist Benimaclet lebendig, aber nicht hektisch. Die Straßen wirken entspannt, die Menschen freundlich und das Viertel ist perfekt, wenn du gerne nahe an der Uni wohnen möchtest, ohne mitten in der Innenstadt zu leben. Außerdem hat Benimaclet eine sehr gute Anbindung an Metro und Bus.
Der einzige Nachteil: Viele Gebäude sind älter und nicht immer modern renoviert. Auch sind gute Wohnungen schnell weg, weil das Viertel so beliebt ist.
Entfernung zur Uni:
Je nach Lage seid ihr in 10 – 15 Minuten auf dem Campus – eines der praktischsten Viertel für Studierende.

Extramurs, Arrancapins – MEIN Viertel
Arrancapins ist das Viertel, in dem ich wohne. Ich befinde mich nicht weit entfernt vom Stadtplatz und somit vom Stadtzentrum. Ich brauche zu Fuß nur circa 20 Minuten, wenn ich entspannt und gemütlich gehe. Der Bus, der mich in die Uni bringt fährt genau unter meiner Tür ab, und die nächste Metro Station von der man auch in weniger als einer halben Stunde am Flughafen ist, ist ungefähr sechs Gehminuten entfernt. Ich bin hier also super angebunden und komme meist ohne umzusteigen wirklich überall hin, egal ob ins Stadtzentrum oder bis ganz runter zum Strand. Die Infrastruktur in Arrancapins ist erste Klasse.
Ich wohne hier zusammen mit meiner Freundin in einer WG mit sechs anderen. Da es in Spanien auch die Möglichkeit gibt, sich ein Zimmer mit einer anderen Person zu teilen, haben wir uns für diese Option entschieden, da es etwas kostengünstiger ist, als wenn man alleine leben würde. Unser Zimmer hat knapp 20 qm und ist mit einem großen Bett, einem Kleiderschrank, einem Schreibtisch, einer kleinen Couch, und einer Kommode ausgestattet. Wir haben nicht viel Platz und leben auf engem Raum, es reicht aber allemal und fühlt sich für uns mittlerweile sehr heimisch an, vor allem wenn man es etwas ausschmückt. Unsere Wohnung hat drei Bäder die unter den Zimmern aufgeteilt werden, eine Gemeinschaftsküche, welche für die Anzahl der Personen die dort leben meiner Meinung nach zu klein ist, und einen längeren Flur. Wir befinden uns im dritten Stock, haben einen Aufzug, und zahlen zu zweit 650 Euro im Monat (Fixkosten mit einberechnet). 325 Euro zu zahlen für ein Dach über dem Kopf erscheint mir als Deutscher, der andere Summen gewohnt ist, ziemlich in Ordnung.
Ich kann mir vorstellen, dass Arrancapins meist nicht auf den ersten Plätzen der Liste ist, wenn es für Studierende um die Wohnungssuche geht. Das Viertel scheint nichts Besonderes an sich zu haben und wirkt vielleicht sogar ein bisschen langweilig, aber Arrancapins ist alles andere als langweilig. Ich muss nicht einmal die Haustür verlassen, es reicht aus meinem Fenster im dritten Stock zu blicken, um zu sehen, wie sich die Straße abends mit Leuten füllt, die entspannt etwas kleines trinken gehen oder sich zum Abendessen verabredet haben. Anders gesagt – es ist hier wirklich was los. Du hast nicht nur ein breites Angebot an Bars oder Restaurants, sondern auch an kulturell sehr unterschiedlichen Lokalen. Von peruanischen Restaurants bis hin zu japanischer Küche und ein paar Dönerläden findest du in Arrancapins alles. Ich persönlich liebe die Vielfalt meines Viertels und bin wirklich froh hierher gezogen zu sein. Ich liebe wie dieses Viertel unter dem Radar fliegt, und mich nebenbei jeden Tag aufs neue überrascht, wenn ich neue interessante Ecken mit coolen Bars und Restaurants entdecke. Pack Arrancapins also auf jeden Fall mit auf deine Liste, wenn du auf der Suche nach der richtigen Wohnung sein solltest.
Entfernung zur Uni:
Ich brauche mit dem Bus mindestens 20-25 Minuten. Ich habe zwar die Bushaltestelle direkt neben meiner Haustür, das spart mir wenigsten die ein oder andere Minute Fußweg, an Tagen mit viel Verkehr sitze ich aber teilweise eine halbe Stunde oder mehr im Bus, bis ich ankomme. Für mich persönlich ist das aber kein Manko – ich nutze die Zeit im Bus dementsprechend, um vor den Prüfungen noch schnell den Stoff zu verinnerlichen 😉 Spaß beiseite – die Zeit im Bus kann man auch gut anderweitig nutzen, deswegen halb so wild.
Preisübersicht – Wohnen in Valencia nach Viertel
Um herausfinden zu können, wie viel man in den verschiedenen Vierteln in Valencia zahlt, lege ich dir die folgende Internetwebseiten ans Herz, auf denen du dich über die Mietpreise in der Stadt informieren könntest.
Auf Foren wie Reddit findest du Informationen, Meinungen und Tipps aus erster Hand:
Immobilien- und Mietplattformen können für dich von Gebrauch sein, um Mietpreise in den verschiedenen Vierteln einschätzen zu können, und um dich eventuell direkt für eine Unterkunft umzusehen:
- Flatshare in Valencia – Roommates | Erasmus Play
- https://housinganywhere.com/de/Valencia–Spanien
- Immobilien in Valencia, Spanien: Häuser und Wohnungen kaufen — idealista
- https://rentyournest.com/en/property-type/Valencia/apartment
- Rooms4Valencia – Alquiler de habitaciones para estudiantes – Valencia
Ich hoffe, ich konnte euch einen guten Überblick über die verschiedenen Viertel in Valencia geben. Außerdem wünsche ich dir, solltest du demnächst nach Valencia ziehen, dass dir die Wohnungssuche, und die Auswahl des Wohnorts einfacher fällt. Für mehr interessante Infos folg mir gerne auf Tiktok: „daringoesspain“ 🙂