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Wie ich in einer Woche eine Wohnung fand

Wie ich in einer Woche eine Wohnung fand

Eine schöne Bleibe ist momentan besonders wichtig, auch während des Auslandsstudiums. Ich beantworte euch hier alle Fragen rund um meine Wohnungssuche in Kopenhagen und welche Hürden auf mich zugekommen sind, mit und ohne Corona.

Wie wohnst du in Kopenhagen?

Ich wohne in einer kleinen Wohnung, zusammen mit meinem Freund. Wir haben zwei Zimmer und ganz wichtig, zwei Tische an denen wir parallel arbeiten und studieren und auch mal eine Tür schließen können. 🙂

Wie hast du die Wohnung gefunden?

Ganz einfach, über Facebook: Eine Freundin hat uns auf eine Facebook-Gruppe aufmerksam gemacht, in der sich hauptsächlich Studierende aus Kopenhagen austauschen. Wir haben einfach eine kurze Anfrage in die Gruppe geschickt, dass wir im Januar nach Kopenhagen kommen und ob nicht jemand seine oder ihre Wohnung vermieten möchte. Im Gegenzug haben wir unsere Wohnung in Berlin angeboten, die ja auch untervermietet werden muss. Tatsächlich hat sich jemand darauf gemeldet, zwar keine Studierenden, aber ein Pärchen aus Dänemark. Lisbeth und Jørgen haben eine kleine Wohnung in Kopenhagen und konnten sich auch gut vorstellen, eine Zeit in Berlin zu wohnen.

Unsere Wohnungssuche hat circa eine Woche gedauert. Damit hatten wir aber großes Glück oder vielleicht auch nur eine gute Idee. Eigentlich ist die Wohnungslage in Kopenhagen ähnlich angespannt wie in Berlin (vielleicht noch ein bisschen schlimmer).

Hat die Pandemie die Suche beeinträchtigt? Gab es Komplikationen?

Die Pandemie hat die Suche nicht direkt beeinträchtigt. Soziale Netzwerke und Online-Portale funktionieren ja weiterhin gut. Und auch ohne Pandemie hätten wir die Wohnung vorher nur online gesehen und erst bei Ankunft in echt. Daher hat das keinen großen Unterschied gemacht.

Allerdings ist dann doch noch eine Komplikation aufgetreten, die der Pandemie geschuldet war. Lisbeth und Jørgen haben ein paar Monate vor meinem Erasmus-Semester ihre Meinung geändert und wollten nicht mehr nach Berlin kommen. Das konnte ich gut verstehen, da die Situation wieder sehr angespannt war und keiner vorhersehen konnte, wie sich die Pandemie entwickeln wird. Gott sei Dank haben sie sich aber bereiterklärt, uns die Wohnung trotzdem zu vermieten. Sie haben noch ein Haus außerhalb Kopenhagens, wo sie in der Zeit wohnen. Da dort die Corona-Inzidenz deutlich geringer ist, fühlen sie sich auf dem Land momentan auch wohler.

Wir mussten uns nun darum bemühen, Untermieter*innen für unsere Wohnung in Berlin zu finden. Das war komplizierter als gedacht. Monatelange Diskussionen mit unserer Wohnungsverwaltung, Hunderte Anfragen von Interessierten und stundenlange Korrespondenz mit dem Berliner Mieterverein später kam dann die Erleichterung: Wir hatten eine Mieterin gefunden, die den Anforderungen der Wohnungsverwaltung entspricht. Nun konnten wir also endlich anfangen Koffer und Kisten zu packen. Doch dann ein erneuter Rückschlag: Die Mieterin ist kurz vor unserer Abreise abgesprungen. Wir mussten also unsere Wohnung in Berlin leer hinterlassen und haben uns schon damit abgefunden, doppelt Miete zu zahlen.

Ein bisschen Glück hatten wir dann aber doch noch. Innerhalb der ersten Wochen in Kopenhagen haben wir noch ein nettes Pärchen gefunden, das unsere Wohnung ein halbes Jahr mieten möchte. Vor ein paar Tagen war die Schlüsselübergabe und nun ist auch dieses Problem gelöst.

Ist es teuer, in Kopenhagen zu wohnen?

Klare Antwort: Ja. Die Preise in Kopenhagen sind sehr hoch. Wir zahlen im Vergleich einen sehr guten Preis für unsere Wohnung. Unsere 52 Quadratmeter kosten uns 6100 Dänische Kronen, was umgerechnet ungefähr 800 Euro sind. Es sind aber höhere Preise durchaus üblich. Außerdem zahlt man in Kopenhagen oft drei Monatsmieten im Voraus plus eine Kaution. Man sollte also schon ein bisschen Geld angespart haben, bevor man umzieht.

Wo wohnst du nun und wie ist die Nachbarschaft?

Ich wohne in dem Bezirk Nørrebro. Dieser Teil von Kopenhagen ist sehr beliebt bei Studierenden. Die Wohnungen sind bezahlbar und es ist sehr multikulturell. Außerdem kommt schnell das Gefühl von Hygge auf, denn man findet man an jeder Ecke schöne Cafés und Bars. Die Restaurants bieten auch alles an, was das Herz begehrt. Von Thai über Pizza bis hin zu Döner und Falafel (im Moment alles nur zum Mitnehmen). Da ich etwas am Rand von Nørrebro wohne, habe ich den Trubel nicht direkt vor der Haustür (wenn es denn wieder Trubel geben sollte irgendwann). Hier ist es fast schon familiär. Viele Wohnungen sind Eigentumswohnungen mit wenig Mietparteien pro Haus und in der Nebenstraße gibt es sogar einige Einfamilienhäuser. Dadurch haben wir unsere Nachbarn früh kennengelernt und bereits jetzt ein sehr gutes Verhältnis. Mit dem Fahrrad ist man dann ruck zuck im angesagten Teil von Nørrebro und kann sich auf einen Spaziergang mit Freunden treffen.

Was hast du noch für Wohnungs-Tipps?

Wenn ihr, wie ich, an der Uni Kopenhagen studiert, meldet euch rechtzeitig bei der Housingfoundation an. Dort findet ihr mit großer Sicherheit ein Zimmer oder eine Wohnung in einem der Wohnheime. Die Zimmer liegen schon in der oberen Preiskategorie. Ihr könnt die Unterkunft aber bis zu eurem Einzug noch stornieren. So habt ihr schon recht früh etwas sicheres an der Hand und könnt euch noch in Ruhe umschauen.

Dann schaut euch auf jeden Fall auch in Facebook-Gruppen um. Dort werden immer wieder günstige WG-Zimmer angeboten zur Zwischenmiete. Der Vorteil an einem WG-Zimmer ist, dass ihr direkt neue Leute kennenlernt. Das ist momentan viel wert.

Also macht euch keine Sorgen um eure Unterkunft im Auslandssemester. Wenn ihr euch früh genug informiert und die Augen und Ohren offen haltet, findet ihr immer eine Bleibe. Vielleicht habt ihr ja schon Freunde an eurem Zielort. Dann nutzt das auf jeden Fall und bittet sie um Hilfe. Persönliche Kontakte sind oft Gold wert.

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