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Vier Wochen Studium an der UZH: ein Update

Vier Wochen Studium an der UZH: ein Update

Die Zeit fliegt. Nun sind schon vier Wochen Vorlesungszeit von meinem Auslandssemester in Zürich vergangen. Ein kleines Update, welche Unterschiede ich zum Studium in Deutschland bisher in der Schweiz festgestellt und was sonst so passiert ist, bekommt ihr jetzt.

So laufen die Vorlesungen ab

Wie es bereits von der Uni Zürich angekündigt wurde, finden und fanden alle Vorlesungen online statt. Da ich hauptsächlich Master-Vorlesungen besuche, nehmen meist  nur um die 30 – 40 Studenten teil, was eine recht persönliche Atmosphäre schafft. Die Zugangsdaten zu den Vorlesungen lassen sich nahezu alle einheitlich samt Vorlesungsfolien auf den Homepages der Professoren finden. In fast allen Veranstaltungen sind die Materialien zudem schon vorab verfügbar. An meiner Heimatuniversität wurden während der Onlinelehre drei bis vier verschiedene Konferenztools benutzt. Live waren die Vorlesungen im Gegensatz zu hier auch eher weniger. Es gab häufiger vertonte Präsentationen und Aufzeichnungen, bei denen ich mich zuhause eher abgelenkt habe.

Auch wenn Präsenzunterricht wohl der Wunsch jedes Austauschstudenten ist, bin ich mit der Umsetzung der Uni Zürich grundsätzlich sehr zufrieden. Es wird sich sehr bemüht, Struktur in unseren Alltag zu bringen und einheitliche Lehrformate zu nutzen. Während der Onlinevorlesungen werden auch immer wieder Pausen gemacht und fast alle Studenten haben ihre Kameras angeschaltet. Das ist durchaus eine angenehme und etwas persönlichere Atmosphäre. Es werden auch viele Rückfragen gestellt und juristische Diskussionen auf Augenhöhe mit den Studenten geführt.

Der geregelte Alltag ist für mich definitiv sehr hilfreich. Ich kann meinen Vorlesungsstoff unter der Woche gut planen und erledigen und an den Wochenenden die Schweiz entdecken!

Vor- und Nachbereitung der Vorlesungen

Insbesondere in der Vorlesung „European Private Law“ erwartet der Professor, dass wir vier bis fünf Urteile des Europäischen Gerichtshof in Ausschnitten vorweg lesen und in der Vorlesung die Kernprobleme des Falls wiedergeben können. Auf Englisch versteht sich. Das kenne ich aus meinem deutschen Studium so nicht. Fälle wurden auch stets zur Verdeutlichung von Problemen und Themen genutzt, dass wir aber bestimmte Fälle zur Vorbereitung gelesen haben mussten, war eher nicht der Fall. Ich fertige mir außerdem eigene Skripte an während der Vorlesung. Das habe ich in Deutschland aufgrund der Stoffmenge nicht wirklich geschafft. Da ich meinen Stundenplan recht moderat gestaltet habe bleibt hier in Zürich auch genug Zeit, die Vorlesungen und insbesondere die juristischen Fachvokabeln nachzubereiten.

Und wie läuft mein Sprachkurs?

Wie hier geschrieben, belege ich einen A1-Spanisch-Kurs. Insgesamt sind wir hier 20 – vorwiegend schweizerische – Studenten. Unsere Lehrerin ist äußerst herzlich und gibt sich viel Mühe uns via Zoom die spanische Sprache näher zu bringen. Hausaufgaben gibt es aber auch einige. Die erfordern durchaus  mehr Zeitaufwand als gedacht, helfen aber die Vokabelmenge zu vertiefen und anzuwenden. Ingesamt wende ich noch gut drei Stunden Nachbereitung für Spanisch auf. In Kürze steht nämlich der erste Zwischentest an! Ich bin gespannt, wie dieser läuft.

Freizeit, Freunde und Corona?

Mittlerweile wurden in der Schweiz einige Lockerungsschritte gegangen. Beispielsweise dürfen sich jetzt haushaltsunabhängig draußen 15 und ab Montag drinnen zehn Personen treffen. Museen, Zoos und Einzelhandel haben unter Einhaltung der Maskenpflicht geöffnet.

Bisher war es noch recht schwierig für mich, andere Austauschstudenten kennenzulernen. Die Erasmus Sektion Zürich stellt mittlerweile aber einige tolle Events zur Verfügung. Die sind meist recht schnell ausgebucht. Gestern sind wir in den Tierpark Goldau im Kanton Schwyz gefahren. Ich habe dabei wunderbare neue Menschen kennengelernt, mit denen ich mich auf Anhieb verstanden habe. Zum ersten Mal kam in der Freizeit so ein richtiges „Erasmus-Gefühl“ auf 😉 .

Im Vordergrund Wald und ein See, im Hintergrund Berge
Fast die Hälfte der Kantone der Schweiz habe ich schon gesehen und komme meinem Ziel, einmal alle besucht zu haben ein bisschen näher. Gestern konnte ich Schwyz von meiner Bucketlist streichen.
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