studieren weltweit
1 Tag, 3 Orte, 4 Abschiede

1 Tag, 3 Orte, 4 Abschiede

Nur eine Nacht trennte mich noch von Japan. Dieser letzte Sonn(en)-Tag wollte aber nicht zu Ende gehen, denn ich musste mich von den mir wichtigsten Menschen verabschieden: an einem Tag, an drei verschiedenen Orten.

Sankt Blasien

8:10 Uhr begann die Dreiseenbahnfahrt: eine Reise durch den Schwarzwald, verschleiert im Morgennebel und geblendet vom Licht der aufsteigenden Sonne. Für mich war es ein bereits vergessener Anblick. Ich war auf dem Weg nach Hause, um mit meinen Eltern vor Arbeitsbeginn für wenige Stunden gemeinsam zu brunchen. Natürlich lief im Hintergrund  vietnamesische Akustik-Gitarren-Frühstücks-Kaffee-Musik

Bäume sind umgeben von einem einem grauen Nebelschleier. Die Sonne erscheint als greller Punkt durch die Nebelwand hindurch.
Schwarzwald im morgendlichen Nebelschleier

Freiburg

Zurück in Freiburg ging es weiter mit Kofferpacken, Wohnungsputz und schließlich Schlüsselübergabe. Dann war ich für wenige Minuten wohnungslos: für 10 Minuten, um genau zu sein. So lange brauche ich nämlich zu Fuß zur Wohnung meiner besten Freundin. Mir ihr verbrachte ich bisher mein ganzes Medizinstudium und nun auch die letzten Stunden in Freiburg. Natürlich gab es zum Abendessen ein Jumbo Yufka (das heißt: mit Pommes-Füllung) und eine Pizza Margherita mit extra viel Soße und extra scharf (bitte!). Ich fragte mich, wie sehr ich dieses Essen wohl in Japan vermissen werde. Aktueller Stand: bisher hatte ich keinen leeren Magen, um daran denken zu müssen. Aber meine beste Freundin vermisse ich seit 20:59 Uhr am 15.09.2019.

Von einer grünen Wiese sieht man, wie die Sonne untergeht über Freiburg. Der Himmel färbt sich von blau zu orange.
Letzter Sonnenuntergang an meinem Lieblingsort in Freiburg: Eichhalde

Karlsruhe

In Karlsruhe wurde ich von meinem kleinen Bruder abgeholt. Leute, die mich kennen, würden bei diesen Worten die Augen verdrehen. Denn jener „Bruder“ sowie viele andere jüngere „Geschwister“ sind nämlich nicht mit mir verwandt, vielmehr gehören sie zu meiner sogenannten zweiten Familie.

In weniger als 24 Stunden habe ich mich also von den mir wichtigsten Menschen verabschieden müssen. Ein Tag, von dem ich mir manchmal gewünscht hätte, dass Sekunden im Stundentakt vergingen.

Ein Tipp zum Schluss: Wenn ihr auch zu der Sorte Mensch mit Fern- und gleichzeitigem Heimweh gehört, dann nehmt Fotos von Familie und Freunden mit euch. Damit schafft ihr ein bisschen Heimatsgefühl an jedem Ort auf der Welt (und auch im All).

Kommentieren

Bitte beachte, dass dein Kommentar nach dem Absenden erst von unserer Redaktion gesichtet werden muss. Aus diesem Grund kann das Erscheinen deines Kommentars etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Mehr über #Auslandsstudium

Vom Auslandssemester bis hin zum Doppelmaster: Alle Infos und Erlebnisse zum Auslandsstudium