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30 Dinge in Chile, die ich interessant finde

30 Dinge in Chile, die ich interessant finde


Melanie, eine andere Correspondents, hatte kürzlich einen Blogbeitrag veröffentlich, in dem es um 30 Unterschiede zwischen Malaysia und Deutschland ging. Ich fand ihren Blogbeitrag so interessant, dass ich beschlossen habe, ihre Reihe fortzuführen. Jedoch in Bezug auf mein Gastland – Chile. Aber mehr dazu im Folgenden.

  1. Hier in Chile musst du einem vorbeifahrenden Bus einfach deinen ausgestreckten Daumen zeigen und er sammelt dich ein. Beim Aussteigen sagst du dann einfach, wo er kurz halten soll und du hoppst raus. Egal, wo du dich gerade befindest.
  2. Zahnhygiene ist ein sehr wichtiges Thema. Meistens werden nach jeder Mahlzeit einmal die Zähne geputzt. Und deshalb wird die Zahnpflege auch gerne mal mitgenommen, wenn es nach draußen geht.
  3. Handyverträge sind hier so viel günstiger. Für meine SIM Karte habe ich etwa einen Euro bezahlt und jetzt kann ich diese immer mit neuem Guthaben aufladen, was je nach Dauer und Kapazität zwischen fünf und zehn Euro kostet im Monat.
  4. In Chile gibt es an sehr vielen Ecken kleine Stände mit frischem Obst und Gemüse.
Lecker Obststand
Das hier war auf jeden Fall einer meiner liebsten Obststände in Valdivia.
  1. Der Süden Chiles wurde früh von Deutschen besiedelt, da der Boden dort sehr fruchtbar ist und sich daher gut für die Landwirtschaft eignet.
  2. Meine Praktikumsstadt Osorno ist das landwirtschaftliche Zentrum Chiles.
  3. Viele Menschen im Süden tragen deutsche Nachnamen wie Gebauer, Stolzenbach, Surber, Müller oder ähnliche.
  4. Die Bezeichnung Kuchen wird in Chile ebenfalls verwendet, um wie in Deutschland auf einen Kuchen zu verweisen. Sprich: Kuchen gleich Kuchen.
Frutillar
In der deutschen Hauptstadt Frutillar im Süden Chiles ist Kuchen wie bei Oma ganz normal.
  1. In Osorno sagen sehr viele Leute zur Schule nicht colegio oder escuela, sondern tatsächlich Schule, so wie wir.
  2. Chile hat eine atemberaubende Landschaft. Vielleicht gibt es hier genau deshalb 36 Nationalparks.
  1. Im Norden Chiles gibt es die trockenste Wüste der Welt, die sogenannte Atacama Wüste. Dank ihrer glasklaren Sternennächte wurden schon so einige neue Sterne entdeckt.
  2. Im Süden Chiles gibt es einige Gletscher, die sich aus einem früheren riesigen Gletscher speisen. Dieser hat vor über 18 000 Jahren ganz Argentinien und Chile bedeckt.
  3. Die Chilenen sind sehr stolz auf ihr Land. Oft sehe ich die chilenische Flagge an Straßenlaternen, in Gärten oder an Geschäften.
  4. Die meisten Chilenen sind sehr offene und neugierige Menschen. Als ich einmal auf dem Polizeiamt hier war, musste ich gemeinsam mit dem Bearbeiter auf Dokumente warten. In diesem Zuge quatschen wir ein wenig und endeten schlussendlich darin, meine genaue Wohnstraße in Köln bei Google Maps ausfindig zu machen.
  5. Die Stromkabel sind nicht wie in Deutschland unterirdisch verlegt, nein. Sie sind über der Erde und schwingen von Mast zu Mast. Teilweise in Heeren. Ein schöner Kabelsalat, wie ich finde.
Valparaíso
Die Stromkabel in Valparaíso können sich blicken lassen 🙂
  1. Die Menschen aus Chile sprechen ein sehr eigenes Spanisch. Für viele Begriffe werden andere Wörter benutzt, als ich in meinem Schulspanisch gelernt habe. Es lohnt sich auf jeden Fall ein Vokabelheft für das español chileno zu erstellen.
  2.  In Chile sind die Jahreszeiten im Vergleich zu Deutschland verkehrt herum. Aktuell ist hier Juni, sprich Ende Herbst.
  3. In Chile gibt man sich zur Begrüßung immer ein Küsschen auf die Wange. Das kann dann auch mal ein dickerer Schmatzer werden.
  4. Das Zugsystem ist hier in Chile noch nicht so gut ausgebaut. Dafür kommt man überall mit dem Bus hin. Und damit meine ich wirklich überall hin. Auch in einen fern abgelegenen Nationalpark über Schotterwege und Schlaglöcher.
  5. In Chile wird selten Kaffee aus einer Siebträgermaschine getrunken. Meistens findest du hier Pulverkaffee, der sich ganz einfach in heißem Wasser auflösen lässt.
  6. In Chile ist der Anhängsel -ito/a stark verbreitet. Er ist etwa vergleichbar mit der Verniedlichung -chen in Deutschland. Aus agua (Wasser) wird dann aguita, aus jugo (Saft) wird jugito, aus ojos (Augen) wird dann ojitos und so weiter. Anfangs dachte ich, dass das neue Vokabeln wären, bis ich verstanden habe, dass diese Anhängsel sehr oft einfach automatisch angehängt werden.
  7. In Chile wird sehr viel Fleisch gegessen. Vor allem in Osorno. Zu Beginn hatte ich deshalb häufiger mal die Situation, dass ich keine Gerichte ohne Fleisch bekommen habe. Wenn ich etwas ohne Fleisch bestellt habe, kam dann manchmal die Antwort „Das ist nur mit Hähnchen, ist das ok?“.
  8. Vergleichbar zu unseren Pommes-, Currywurst- oder Bratwurstständen gibt es hier in Chile Empanadas. Es gibt sie überall, sowohl frittiert, als auch im Ofen gebacken. Und mittlerweile mit diversen Füllungen. Von Käse über Fleisch und Meeresfrüchten bis hin zu Gemüse ist alles dabei. Oder fast alles, denn ganz vegane Alternativen habe ich bisher noch nicht gesichtet.
Santiago
Mein Lieblingsempanadas-Spot in Santiago de Chile 🙂
  1. Das Notensystem in Chile geht von eins bis sieben. Dabei ist sieben die beste Note, eins die Schlechteste. Zudem gibt es jegliche Abstufungen, eine 6,3 wäre daher auch möglich.
  2. Im Schulsystem in Chile fließen bereits die Noten ab der 9. Klasse (primero medio) mit in die Abiturnote ein. Sprich über vier Jahre hinweg.
  3. Wenn man in Chile tankt, gibt es an der Tankstelle zuständige Personen, die für dich tanken. Du sagst lediglich wie viel Sprit du möchtest und bezahlst anschließend.
  4. In Chile werden Häuser überwiegend mit Holzöfen geheizt. Nicht selten ist Osorno morgens deshalb in einen Rauch eingehüllt, der einem die Orientierung deutlich erschwert.
  5. Die Währung in Chile ist der Chilenische Peso. 900 Chilenische Pesos entsprechen etwa einem Euro.
  6. Die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Chile beträgt zwischen vier und sechs Stunden. Denn wenn in Chile Sommer ist, ist in Deutschland Winter und die Zeitverschiebung beträgt nur vier Stunden. Wenn in Deutschland jedoch Sommerzeit ist und in Chile der Winter herein bricht, dann stellen beide Länder die Uhrzeit um und die Zeitverschiebung steigt auf sechs Stunden.
  7. Hier in Chile ist Kaffee und Kuchen, das sogenannte once, um 18/19 Uhr. Sozusagen das Essen vor dem richtigen Abendessen.

Falls euch noch einfällt, was in Chile im Vergleich zu Deutschland anders ist, dann schreibt es gerne in die Kommentare. Ich bin neugierig noch mehr zu erfahren. Ansonsten bis zum nächsten Beitrag!

Mila

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