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36 Stunden Kuala Lumpur – besser als erwartet

36 Stunden Kuala Lumpur – besser als erwartet

Ich bin eigentlich ein Fan von Kurztrips und Städtereisen. Obwohl ich diese Möglichkeit selbst schon vor einigen Monaten in Betracht gezogen habe, bin ich mit gemischten Gefühlen in den Flieger nach Kuala Lumpur gestiegen. Auf der einen Seite habe ich gerade erst Freundschaften geknüpft und angefangen, erste Routinen zu entwickeln. Ich habe so viele Pläne – ein Wochenende im Ausland passt da einfach nicht wirklich ins Programm. Auf der anderen Seite freue ich mich natürlich auch über die Gelegenheit, gezwungenermaßen ein neues Land und eine neue Stadt kennenlernen zu dürfen.

Allerhöchste Eisenbahn

Im Vorfeld hätte ich niemals gedacht, dass ich Bali bereits innerhalb der ersten 30 Tage schon wieder verlassen muss. Der Grund: Ich bin ohne Studentenvisum von der Udayana University in Bali eingereist. Manchmal hat das Schicksal aber wohl einfach andere Pläne. Dabei wäre selbst das schief gegangen. Das Touristenvisum, mit dem ich am 25. August 2022 nach Indoniesen eingereist bin, ist genau 30 Tage gültig – also einen Monat, habe ich mir gedacht. Bei der groben Planung meines Städtetrips habe ich mich deshalb an dem 25. September als spätesten Ausreisetermin orientiert und dabei versäumt, dass zwischen diesen beiden Terminen mehr als 30 Tage liegen. Dieses kleine, aber feine Detail hätte mich ziemlich viel Geld kosten können. Denn bei einer Überschreitung der maximalen Aufenthaltsdauer wird eine Strafzahlung in Höhe von 1.000.000 indonesischen Rupiah (circa 68€) pro Tag fällig. Es war also allerhöchste Zeit, am 23. September endlich die Insel zu verlassen und sich in ein neues, weiteres Abenteuer zu stürzen.

Kuala Lumpur – die harten Fakten

Kuala Lumpur ist die Hauptstadt Malaysias, einem Inselstaat in Südostasien. Die Stadt ist Malaysias administratives, kulturelles und ökonomisches Zentrum und Mittelpunkt der mit etwa 7,5 Millionen Einwohnern größten Metropolregion des Landes. In der Millionenmetropole sind vielerlei Kulturen und Religionen vertreten, wie unter anderem der Islam, das Christentum, der Buddhismus und Hinduismus. Neben den Bauten aus der Vergangenheit der Stadt prägen heute vor allem Hochhäuser und moderne Wolkenkratzer im Bankenviertel als Zeichen des Fortschritts das Stadtbild.

Die Einreise als deutscher Staatsbürger ist unkompliziert und ohne die Beantragung eines Visums im Vorfeld möglich, selbst das Touristenvisum ist kostenlos und obendrein noch 90 Tage gültig – also dreimal so lang wie in Indonesien. Da ich aber ohnehin nicht vor hatte länger als das Wochenende dort zu verbringen, hat das für mich keine Rolle gespielt. Direkt nach der Ankunft habe ich mir am Flughafen für umgerechnet circa 4 Euro eine SIM-Karte mit unbegrenzten Datenvolumen gekauft, denn ohne Internet geht einfach nichts. Das Verkehrsunternehmen Grab ist das südostasiatische Pendant zum amerikanischen Uber und obendrein noch in den meisten Ländern dieser Region verfügbar. Auf Bali funktioniert das Bestellen und Bezahlen über die zugehörige App problemlos, aber hier am Flughafen von Kuala Lumpur um 11 Uhr in der Nacht konnte ich keinen Fahrer für 4 Personen auftreiben. Es blieb mir deshalb nichts anderes übrig, als ohne Bargeld in eins der überteuerten Flughafentaxis zu steigen und erst mal an einem Geldautomaten zu halten. Die Fahrt bis ins Stadtzentrum von Kuala Lumpur dauert etwa eine Stunde und hat für vier Personen 150 Malaysische Ringgit (MYR) gekostet, umgerechnet also etwa 32 Euro. Spät in der Nacht bin ich dann endlich im Hotel angekommen und direkt sehr müde ins Bett gefallen.

Batu Caves

Nach dem Frühstück habe ich mich mit dem Taxi auf den Weg zu den Batu Caves gemacht. Das sind Kalksteinhöhlen, die etwa 25 Fahrminuten nördlich vom Stadtzentrum m Kuala Lumpurs liegen. Zum Vergleich: Die Taxifahrt für vier Personen hat dieses Mal nur 7,72 Euro gekostet. Vom Vorhof der Anlage führen insgesamt 272 steile Treppenstufen hinauf zum Eingang der Haupthöhle. Die größte von ihnen ist über 100 Meter hoch und der gesamte Höhlenkomplex beherbergt mehrere Hindu-Tempel. Außerdem leben auf dem Gelände zahlreiche Javaneraffen, die sich von Besuchern füttern lassen, sich aber auch gerne mal einfach selbst bedienen. Hier ist also ein wenig Vorsicht geboten.

Botanischer Garten

Mit dem Taxi bin ich dann zurück in die Stadt zum Botanischen Garten gefahren. Das über 90 Hektar große Gelände im Herzen von Kuala Lumpur beinhaltet unter anderem einen Hibiskus- und Orchideen-Garten sowie den weltgrößten überdachten Vogelpark. Während die Gärten und Parkanlagen kostenfrei besucht werden können, müsst ihr für den Vogelpark mit 75 MYR (umgerechnet 16,50€) verhältnismäßig viel bezahlen. Aber auch ohne Besuch im Vogelpark lohnt sich der Besuch im Botanischen Garten.

Parkanlage mit See im Hintergrund die Skyline von Kuala Lumpur.
Der Botanische Garten im Herzen von Kuala Lumpur bietet immer wieder einen tollen Blick auf die Stadt.

KL Tower

Nächster Stopp war dann der Kuala Lumpur Tower oder KL Tower. Ein 421 Meter hoher Telekommunikationsturm, der zusätzlich noch auf einem Hügel gelegen ist und somit einen beeindruckenden 360-Grad-Blick über die Stadt und die Petronas Twin Towers, das eigentliche Wahrzeichen der Stadt, bietet. Beim Ticketkauf könnt ihr zwischen dem Observation Deck oder dem Sky Deck wählen, Letzteres könnt ihr euch als Dachterrasse mit uneingeschränktem Blick auf die Stadt vorstellen. Das kostet dementsprechend aber auch etwas mehr. Ich habe mein Ticket erst vor Ort online über mein Handy gekauft und für ein Einzelticket für das Observation Deck 35 MYR (umgerechnet 8,15€) bezahlt. Damit habe ich fast 50 Prozent im Vergleich zu den Kassenautomaten gespart. Es lohnt sich manchmal einfach ein bisschen die Preise zu vergleichen.

Blick vom Fuß des Towers nach oben.
Direkt am Fuß des KL Towers habe ich mich ziemlich klein gefühlt.

Merdeka PNB 118 Tower

Das wohl neuste Highlight der Stadt ist der PNB 118, ein im Jahr 2022 fertiggestellter Wolkenkratzer der Superlative. Der Turm ist mit 678 Metern nicht nur das höchste Gebäude in Malaysia, sondern auch das höchste Gebäude in Südostasien und das zweithöchste Gebäude der Welt. Ein Besuch auf der Aussichtsplattform ist leider noch nicht möglich gewesen, aber dafür hatte ich vom Fernsehturm aus einen tollen Blick auf das gigantische Bauwerk, das sich wie eine Nadel aus dem Großstadturwald erhebt.

Blick von der Aussichtsplattform des KL Towers auf den PNB118.
Sehr gerne hätte ich das zweithöchste Gebäude der Welt einmal von Innen gesehen.

Petronas Twin Towers

Das eigentliche Wahrzeichen der Stadt sind aber die Petronas Zwillingstürme. Zwischen 1998 und 2004 waren die Zwillingstürme die höchsten Gebäude der Welt und sind dementsprechend von vielen Orten aus der Stadt gut sichtbar. Mittlerweile gibt es allerdings zahlreiche höhere Gebäude, einzig den Titel als höchste Zwillingswolkenkratzer der Welt ist ihnen geblieben. Zwischen der 41. und 42. Etage sind die beiden Türme in einer Höhe von 172 Metern mit einer über 58 Meter langen Brücke aus Stahl und Eisen verbunden, die auch für Touristen zugänglich ist. Die Tickets bekommt ihr online für 80 MYR (umgerechnet circa 20€). Ich habe vor meiner Reise ein wenig recherchiert und die Internetcommunity streitet sich darüber, welche der beiden Aussichtsplattformen die Bessere ist. Ich habe es in der kürzer der Zeit leider nur geschafft, den KL Tower zu besuchen und habe deshalb auch keine Antwort auf diese Frage. Im Endeffekt ist es wahrscheinlich einfach Geschmacksache.

Es ist gar nicht so einfach so ein großes Bauwerk zu fotografieren, wenn man direkt davor steht.

Suria KLCC Shoppingcenter

Im Fuß der gigantischen Wolkenkratzer aus Stahl und Beton befindet sich das Kuala Lumpur City Center. Auf sechs Ebenen und einer Gesamtfläche, doppelt so groß wie die des KaDeWe in Berlin, sind unzählige Geschäfte und Boutiquen namhafter Unternehmen untergebracht. Hier kommt auf jeden Fall jeder Shopping-Fan auf seine Kosten, obwohl die Preise nicht unbedingt günstiger sind als in Deutschland.

Eingangsbereich des Suria Kuala Lumpur City Centers.
Eingangsbereich des Suria Kuala Lumpur City Centers.

Berjaya Time Square

Anders sieht das im Berjaya Time Square aus. Mit drei Millionen Besuchern pro Monat über 1.000 Geschäften und 65 Restaurants ist der Berjaya Time Square das größte Einkaufszentrum der Welt. Anders als noch im Kuala Lumpur City Center findet ihr hier nur wenig Geschäfte ausländischer Unternehmen oder teurer Marken. Wer günstig ein paar neue Kleidungsstücke oder Accessoires kaufen möchte, wird hier auf jeden Fall fündig.

Blick auf den Berjaya Time Square von Außen.
Von außen ist der Berjaya Time Square ziemlich unscheinbar. Im Großstadtjungel fallen Türme an beiden Enden des Gebäudes überhaupt nicht auf.

Chinatown

Wenn ihr noch günstiger einkaufen oder ausgefallen Essen gehen möchtet, solltet ihr mit dem Taxi weiter nach Chinatown fahren. Auf der lebhaften und farbenfrohen Petaling Street gibt es zahlreiche Modeläden und eine Markthalle mit frischen Lebensmitteln. Besonders beliebt und sehr günstig sind hier Replikate von Fußballtrikots oder andere nachgemachte Markenartikel.

Eingangsbereich zur bunten Petaling Street in Chinatown, Kuala Lumpur.
Den Mittelpunkt von Chinatown bildet die überdachte Petaling Street mit zahlreichen Geschäften und Restaurants.

Zurück nach Hause

Irgendwie komisch das so zu sagen, aber Bali ist mein Zuhause geworden und hier in der Unterkunft anzukommen, fühlt sich mittlerweile auch so an, als würde ich nach Hause kommen. Trotzdem liegt ein sehr aufregendes und spannendes Wochenende hinter mir und ich bin dankbar für alle Erfahrungen. Ich habe versucht, in der kurzen Zeit so viel wie möglich von der Stadt und dem Land Malaysia mitzunehmen. Mit Sicherheit gibt es aber noch viel mehr zu erkunden. Der Unterschied zu Denpasar, der Hauptstadt von Bali, hätte aber wirklich nicht größer sein können. Kuala Lumpur ist eine sehr ordentliche und aufgeräumte Stadt. Alleine das ich nach knapp vier Wochen das Wasser aus dem Wasserhahn wieder bedenkenlos zum Zähne putzen nutzen kann, hat sich irgendwie gut angefühlt. Mittlerweile freue ich mich einfach über Dinge, die für uns in Deutschland ganz normal sind. Auch gab es im Stadtzentrum deutlich weniger Motorroller, was zumindest die Verkehrssituation deutlich angenehmer macht. Insgesamt sind der westliche Einfluss und der Einfluss des Finanzsektors aber ganz deutlich zu spüren. Wenn ihr Spaß an Städtetrips habt und euch für moderne Architektur und Wolkenkratzer interessiert, dann kommt ihr in Kuala Lumpur definitiv auf eure Kosten und das auch noch verdammt preiswert.

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