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Fünf Wege, um im Ausland Freunde zu finden

Fünf Wege, um im Ausland Freunde zu finden


Eine Zeit im Ausland zu leben, ist eine aufregende, aber anfangs auch einsame Erfahrung. Neues Land, wahrscheinlich eine neue Sprache, weit weg von der Familie und vom Freundeskreis… Aber keine Sorge: Ich zeige euch heute fünf Wege, über die ihr im Auslandssemester ganz schnell neue Freunde finden könnt!

1. Über die Wohnsituation

In einem Wohnheim oder einer WG seid ihr direkt mit anderen Leuten zusammen, im Idealfall auch anderen Studierenden. In meinem Blogpost zum Wohnen habe ich ja erzählt, dass ich mich mit meiner Mitbewohnerin leider nicht angefreundet habe. Allerdings gibt es von Eras’must (dem Unternehmen, über dass ich meine WG gefunden habe) eine Facebook-Gruppe. Über diese Gruppe fand ich heraus, dass sich in meinem Gebäude eine zweite WG befindet. Neben einer anderen Deutschen (sogar aus Bochum!) wohnen dort zwei Belgier*innen und eine Italienerin, mit denen ich ab und zu schon was unternommen habe.

2. Über die Uni

Auch in den Uni-Kursen könnt ihr ganz leicht neue Leute kennenlernen! Besonders, wenn ihr die Unterrichtssprache nicht perfekt beherrscht, ist es super hilfreich, wenn ihr bei Kommiliton*innen nochmal nachhaken könnt.
In meinem Blogbeitrag über meine Kurse habe ich ja schon erwähnt, dass einer meiner Kurse größtenteils online stattfand, wodurch ich dort niemanden kennengelernt habe. Auch in meinen anderen Kursen war es schwierig, Freunde zu finden, da diese öfters ausgefallen sind.
Der Kurs, der mich hier gerettet war, war mein Sprachkurs. Sprachkurse werden hier größtenteils von Austauschstudierenden besucht und so waren alle Teilnehmenden auf der Suche nach Freunden. Ich habe mich direkt mit meinen Sitznachbarinnen angefreundet und zu viert gehen wir regelmäßig nach unseren Kursen zusammen etwas essen, oder verabreden uns anderweitig für Unternehmungen.

Bild von einem Tisch gefüllt mit libanesischem Essen (Mezze)
Einen Abend haben wir nach unserem Französisch-Kurs ein libanesisches Restaurant getestet. Nicht typisch Belgisch, dafür aber super lecker!

3. Erasmus Aktivitäten

Die meisten Unis und Hochschulen haben ein Erasmus Student Network (ESN). Neben einer ESN Karte, mit der ihr in lokalen Geschäften Rabatte bekommt, organisieren sie verschiedene Events. Das ESN in Lüttich hatte zum Beispiel in der ersten Woche des Semesters eine Welcome Week mit verschiedenen Aktionen geplant. Außerdem haben sie zwei Städtetrips nach Paris und Lille organisiert, und bieten regelmäßig einen Lauftreff und einen Talk Club an. Ein Talk Club ist einfach ein Treffen abends in einer Bar, bei dem es darum geht, neue Leute kennenzulernen und sich zu unterhalten.
Auch das International Office der ULiège organisiert zwischendurch immer mal wieder Ausflüge für Erasmus-Studierende, wie zum Beispiel einen Theaterbesuch.

Ein Kicker, an dem gespielt wird

Bei einer Veranstaltung vom ESN haben wir den Kicker unsicher gemacht – auf Französisch heißt das übrigens „baby-foot“.

4. Buddy-Programm

Die ULiège bietet ein Buddy-Programm an. Dabei bekommen internationale Studierende eine*n belgische*n Student*in als sogenannten Buddy zugeteilt. Vorher füllt ihr im Internet einen Steckbrief aus, damit Personen mit ähnlichen Interessen und einer gemeinsamen Sprache zusammengetan werden können. Meist ist die Person auch von der gleichen Fakultät. Meine Patin (oder „marraine“, wie es auf Französisch heißt) Nathalie war mir besonders in den ersten Tagen eine große Hilfe. Sie hat mich durch den Campus und die für mich wichtigen Gebäude geführt, mit mir ein Abo für den Bus abgeschlossen und war mit mir bei der Anmeldung an der ULiège. Auch in unserer Freizeit haben wir gemeinsame Dinge unternommen und für alle möglichen Fragen (zum Beispiel über Feiertage oder Mülltrennung in Belgien) war sie immer per Handy zu erreichen. Falls eure Austauschuni auch ein Buddy-Programm anbietet, dann nehmt auf jeden Fall daran teil! Natürlich habe ich auch von anderen Studierenden gehört, deren Buddies sich irgendwann nicht mehr gemeldet haben. Aber ihr könnt so wie ich auch einen echten Glücksgriff machen, und habt direkt Kontakt zu Einheimischen in eurem Alter.

5. Übers Internet

Wenn alle Stricke reißen und ihr über die Punkte eins bis vier einfach niemanden kennenlernt, dann habe ich hier noch eine letzte Idee für euch. Ihr könnt versuchen, über das Internet oder soziale Netzwerke jemanden kennenzulernen. Vom ESN gibt es zum Beispiel eine Whatsapp- und Facebook-Gruppe für den jeweiligen Jahrgang. Besonders in den ersten Wochen haben dort regelmäßig Studierende reingeschrieben, und nach Begleitungen für Museumsbesuche, Städtetrips oder Cafés gesucht. Auch altbekannte Dating-Apps haben mittlerweile die Option, neben romantischen Beziehungen auch nach platonischen Freundschaften zu suchen.

Abschließende Tipps

Ich weiß, wie schwierig es sein kann, fremde Leute anzusprechen. Ich habe mir dann immer wieder vor Augen geführt, dass ich nicht die einzige neue Person in der Stadt bin, und dass besonders auf Erasmus-Veranstaltungen eigentlich alle das gleiche Ziel haben: neue Personen kennenzulernen. Ihr müsst da einfach über euren Schatten springen und euch trauen. Es lohnt sich, versprochen!

Und ganz wichtig: Holt euch die Kontakte eurer neuen Bekanntschaften. In Lüttich wurden hauptsächlich Social Media Profile wie Instagram oder Facebook ausgetauscht. Generell ist Facebook in Belgien und Frankreich recht beliebt, und ich kann euch nur empfehlen, euch da Accounts für euren Auslandsaufenthalt zu erstellen. Am besten tauscht ihr eure Kontaktdaten direkt am Anfang des Gespräches aus, bevor ihr es im Eifer der Unterhaltung vergesst.

Habt ihr sonst noch Fragen? Lasst es mich gerne hier in den Kommentaren wissen, oder schreibt mir auf Instagram oder Twitter.
Merle

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