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Alle Wege führen nach Lissabon

Alle Wege führen nach Lissabon

Alle Wege führen nach Lissabon, beziehungsweise sollten es tun. Denn diese Stadt ist einfach atemberaubend. Als ich das erste Mal im Alter von 12 Jahren hierher kam, packte mich die Stadt und bis heute lässt sie mich nicht mehr los.

Von der Castelo de São Jorge, der Burg in Lissabon hat man eine wunderschöne Aussicht auf die ganze Stadt.
Von der Castelo de São Jorge (Burg in Lissabon) auf die ganze Stadt blicken

Deshalb war es für mich klar, wenn ich ein Auslandssemester mache, dann in Lissabon. Nicht nur wegen des kleinen süßen Gebäcks aus Blätterteig und Pudding, den berühmten Pasteis de Natas. Auch nicht allein wegen den wunderschönen Stränden und den Wellen, die besonders für Surfer oder für die, die es werden wollen, interessant sind. Es gibt so viele Gründe, sich für diese Stadt zu entscheiden und hier auf meinem Blog wirst du mit mir Stück für Stück all diese Gründe entdecken. Und am Ende wirst du dich vielleicht auch für ein Auslandssemester in Lissabon entscheiden.

Auslandssemester? Wieso nur ein Semester und nicht gleich ein Jahr!

Keine Frage, ein Semester in einem fremden Land ist eine Erfahrung, die einen nur bereichern kann. Aber mein Bauchgefühl sagte mir von Anfang an, dass vielleicht 5 Monate ein wenig kurz sein könnten, um eine fremde Kultur und Sprache zu lernen. Die Eingewöhnungsphase dauert immer ein wenig und man wird oft überrollt von neuen Dingen, dass die Zeit viel zu schnell vergeht und dann ist man schon fast wieder weg. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, ein Jahr beziehungsweise zehn Monate im Ausland zu studieren. Ziel ist es, hier im schönen Portugal im nächsten Frühjahr meine Bachelorarbeit zu schreiben und damit auch mein Studium zu beenden.

Mit dem Erasmus-Weg nach Lissabon

Ich habe mich im Dezember 2019 für ein Erasmus-Stipendium beworben. Eigentlich ist der Antrag nicht schwer auszufüllen und das akademische Auslandsamt meiner Uni war bei Fragen jederzeit zu erreichen. Dennoch musste ich den Zettel drei Mal ausfüllen, weil ich mich vor Aufregung verschrieben habe oder mir einmal meine Unterschrift einfach nicht gefiel. Ich war so nervös und mit mir meine Eltern und Freunde, weil alle wussten, dass ich unbedingt nach Lissabon wollte. Nicht nur wegen des Landes, sondern auch, weil die Universidade Católica Portuguesa (UCP) einen ausgezeichneten Ruf besitzt und sich der Studiengang „Journalism and Information“ mit meinem Studiengang von Zuhause ganz gut deckt.

Zu der Bewerbung habe ich ein Motivationsschreiben in der Landessprache dazu gelegt, bei dem mir eine Freundin ein wenig geholfen hat, da mein portugiesisch noch nicht wirklich sitzt. Dann mussten wir Bewerber erst mal alle zittern. Ende Februar dann die Erlösung: Einer von drei Plätzen ging an mich. Mir viel ein Stein vom Herzen. Danach kam die Sache mit den Einzel-Learning-Agreements, die Kurse, die ich im Ausland belegen wollte, mussten von meinen Professoren an meiner Heimatuni abgesegnet werden. Bei einigen ging das superflott, bei anderen eher weniger. Da nicht für alle Kurse an der UCP eine Literaturliste zur Verfügung stand fehlen mir bis heute immer noch einige Einzel-Learning-Agreements, weshalb ich auch noch nicht das Rahmen-Learning-Agreement habe. Eigentlich sollte man das zwei Wochen vor dem Auslandsantritt haben, na ja doof gelaufen. Meine einzige Hoffnung: Mein Mitbewohner hatte nicht mal die Einzel-Learning-Agreements als er von seinem Auslandssemester wieder nach Hause gekommen ist. Also werde ich einfach versuchen, mich von Lissabon aus um die noch fehlenden Sachen zu kümmern.

Abfahrt Richtung Lissabon

Die Abreise war trotz der Packliste, die ich bereits Wochen im Voraus vor lauter Vorfreude geschrieben habe, chaotisch. Mein Freund und ich wollten mit unserem Bus gemeinsam nach Lissabon fahren. Einmal, weil das eine sehr coole Strecke ist, aber eventuell auch, weil ich dann nicht wie im Flieger auf das Koffergewicht achten muss. Meine beste Freundin half mir beim packen und ich glaube, sie ist teilweise ganz schön verzweifelt. Da ich für ein Jahr weg bin, wollte ich noch ein paar Klamotten aussortieren. Dank ihrer Hilfe wurden daraus vier Kisten. Kleiner Tipp hier: Am besten nicht ein Tag vor Abfahrt anfangen mit dem aussortieren, das dauert nämlich meist doch länger als gedacht. Was ich alles genau mitgenommen habe und ob ich ein paar Sachen trotz Packliste und Packhilfe vergessen habe, erfährst du in einem  der nächsten Blogbeiträge.

Am Sonntag, den 16. August 2020 sind wir losgefahren. Drei Stunden später als geplant, aber mit einem Kitzeln im Bauch. Nun haben nicht nur drei erholsame Urlaubswochen begonnen, sondern auch ein neues Leben in einem fremden Land. Begleitet mich gerne auf meiner Reise über die französische Auvergne Richtung Portugal; bei meinen Weg durch den portugiesischen Unialltag und meinen Abenteuern in diesem wunderschönen und faszinierenden Land.

Kommentare
  1. Julia

    3. September 2020

    Hallo Anja,
    weißt du an welcher Uni ein Aufbaustudium oder der Master in Medien und Kommunikation in Portugal absolviert werden kann?

    Liebe Grüße
    Julia

    1. Anja

      12. September 2020

      Hey Julia,
      die Universidade Católica Portuguesa (UCP) hat einen guten Ruf und an der Faculdade de Ciencias Humanas gibt es einen tollen Master für Communication Studies. Den Schwerpunkt kannst du sowohl auf Journalismus legen, als auch auf politische Kommunikation oder Marketing. Schau am besten mal auf der Website nach (https://fch.lisboa.ucp.pt/masters-degree/programs), dort findest du alle Masterprogramme der Fakultät. Ich wurde auf den Master an der UCP aufmerksam als ich im Januar 2020 auf der Master-Messe in München war, dort hatte die UCP auch einen Stand und hat Auskunft über den Master in Lissabon gegeben. Vielleicht gibt es bei dir auch so eine Veranstaltung, an der du dich beraten lassen kannst. Würde ich jetzt nicht meinen Bachelor in Lissabon machen, wäre der Master hier definitiv eine Option für mich.
      Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen, wenn du noch Fragen hast, melde dich gerne jederzeit.
      Liebe Grüße
      Anja

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