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Revolution und Achterbahn: mit 600 Schülern auf Klassenfahrt

Nach den zweitägigen Mittelprüfungen an meiner Schule hatten sich die Schüler eine Auszeit in Form einer Klassenfahrt verdient. Jeder Jahrgang fährt dabei in eine andere Stadt, für meinen siebten Jahrgang hieß das Ziel Guangzhou. Drei nervenaufreibende, aber auch sehr spaßige Tage mit 600 Schülern.

Als ich gefragt wurde, ob ich als betreuende Lehrkraft für eine meiner Deutschklassen mit nach Guangzhou kommen möchte, habe ich nicht lange gezögert. Die Stadt, die in der Nähe von Shenzhen liegt, konnte ich aus Zeitgründen damals nicht besichtigen und ich freute mich darauf, mehr Zeit mit den Schülern zu verbringen und endlich alle ihre Namen zu lernen (ein Unterfangen, was sich bei den chinesischen Namen als nicht so einfach erweist). Welche Ausmaße das ganze dann annehmen sollte, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können, aber ich hätte es ahnen sollen, als meine Kollegin Hui am nächsten Morgen mit Trillerpfeife und Megafon auf uns zukam.

Mehrere Busse brachten uns abends zum Bahnhof, von wo aus wir unseren Nachtzug nach Guangzhou nehmen sollten. Nicht nur, dass man bei so einer Menge an Schülern unglaublich früh da sein muss, unser Zug hatte auch noch über eine Stunde Verspätung. Um Mitternacht dann noch einen Sprint zu unseren Waggons hingelegt, zwischen aufgeregten Schülern direkt schlafen gegangen, um dann um 5 Uhr morgens von den kleinen Quälgeistern wieder geweckt zu werden.

Eine Dosis Revolutionsgeschichte zum Aufwachen

Der Besuch des 1911 Revolution Museum Guangzhou hat uns am Morgen aber schnell wieder aufgeweckt. So oft ich in letzter Zeit von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) als scheinbar einziger Partei Chinas berichtet habe, so sehr habe ich mich gefreut, mal wieder von der Koumintang (KMT) zu hören. Diese Partei spielte eine große Rolle bei der aufkeimenden revolutionären Bewegung 1911, deren Ergebnis die Gründung der ersten chinesischen Republik 1912 war. Bis zum Ausbruch des  Bürgerkriegs (1927) dominierte die KMT die Politik, floh aber nach dem Sieg der Roten Armee 1949 nach Taiwan, das sich heute auch noch offiziell „Republik China“ nennt.

Während die politische Lage in Tawain eine der vielen Themen ist, die den Chinesen durch die Internetzensur vorenthalten wird, ging das Museum zu Ehren des Republikgründers Sun Yat-sens erstaunlich ehrlich mit der Vergangenheit um. Während der Museumsbesuch für mich das Highlight der Klassenfahrt war, freuten sich die Schüler auf den Zoo und den Freizeitpark. Die restlichen zwei Tage wurden voll und ganz für sämtliche Spaßaktivitäten ausgenutzt samt Safari, Theater und natürlich Achterbahn fahren. Freitag Abend ging es dann wieder nach Hause, sodass wir zumindest noch den Samstag hatten, um uns auf den Sonntagsunterricht vorzubereiten.

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