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Besuch aus Deutschland Teil 2: Wie man mit einem Trip zwei Länder besucht.

Besuch aus Deutschland Teil 2: Wie man mit einem Trip zwei Länder besucht.

Mit Jan und seinem Mitbewohner Victor, der auch noch dazugestoßen ist, hatte ich Gelegenheit, die touristischen Sehenswürdigkeiten en détail zu besuchen. Neben den universitären Verpflichtungen sollte das bei einem Auslandssemester natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Der Vatikan

Wer in Rom ist, muss auf jeden Fall mal in den Vatikan. Das Land ist gleich dreifach eine Besonderheit: Der Staat ist der kleinste der Welt, der einzige mit Latein als offizieller Amtssprache, und das Staatsoberhaupt ist automatisch der gewählte Papst, der auch eigenständig ein Völkerrechtssubjekt (das heißt ein internationaler Akteur wie Staaten) ist.

Da ich etwas spontan gebucht hatte, waren nur noch Plätze für eine Tour für 21 Euro übrig. Diese kann zwar ganz interessant sein, ich fand sie aber etwas langweilig, um ehrlich zu sein. Tickets könnt ihr hier buchen, Studierende bekommen dabei Rabatt. Ich empfehle, einen ganzen Tag für den Vatikan einzuplanen, so könnt ihr euch neben den Museen auch die Vatikanischen Gärten sowie den Petersdom anschauen. Mangels Zeit konnte ich dies leider nicht tun, sodass es bald nachgeholt wird!

Ihr dürft nicht vergessen: Der Vatikan ist ein unabhängiger und eigenständiger Staat. Gerade deswegen fühlt es sich auch etwas komisch an, ihn einfach so zu betreten. Dies ist natürlich auch für andere europäische Staaten der Fall (Stichwort Schengenraum). Dennoch merke ich immer, dass gerade eine Grenze überschritten wurde. Hier kommt es mir aber sehr normal vor. Darüber hinaus könnt ihr dann auch behaupten, ein ganzes Land in wenigen Stunden (wenn ihr euch beeilt, sogar Minuten) überquert zu haben. Das zeigt auch, wie eng die Stadt Rom mit dem Vatikan bzw. dem katholischen Glauben verbunden ist. Über die gesamte Stadt sind auch extraterritoriale Besitzungen des Papststaates verteilt.

Der Vatikan ist ein absolutes Muss für jeden Rom-Trip und hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn hier die Geschichte lebendig zu werden scheint, finde ich es irrrwitzig, dass ich in den Museen von riesigen Bildschirmen mit großen „Samsung“-Schriftzügen begrüßt werde – die Moderne macht wohl vor nichts Halt.

Kolosseum, Forum Romanum und Palatinum

Im Herzen der Stadt gelegen, sind die klassischen Orte der römischen Antike stets einen Besuch wert. Als U25-EU-Bürger:in kostet das Ticket für alle drei Sehenswürdigkeiten nur 4 Euro (inkl. Onlinegebühr, Tickets gibt es hier). Bucht auf jeden Fall früh, denn gerade im Sommer sind Tickets knapp. Ein kleiner Tipp:  Die Uhrzeit fürs Kolosseum ist fix und die Dauer auf 45 Minuten beschränkt. Geht daher so früh wie möglich (ab 9:30 Uhr), denn so entgeht ihr auch zumindest im Sommer der unerträglichen römischen Hitze. Das Forum Romanum sowie der Palatin sind 24 Stunden zugänglich. So könnt ihr auch nach der Siesta, also nachmittags, wenn es nicht mehr ganz so heiß ist, die historischen Plätze bewundern.

Mein Lateinlehrer half mir mit einer Eselsbrücke das vermeintliche Entstehungsjahr Roms zu merken: “Sieben-fünf-drei, Rom kroch aus dem Ei.” 753 vor Christus soll Romulus, nach dem die Stadt dann auch benannt wurde, auf dem Hügel Palatin (antiker Name: Palatinum/Palatium) seine Siedlung gegründet haben. Funfact (ebenfalls von ein und demselben Lateinlehrer): Der Name meiner Heimat, der Pfalz, kommt aus dem ursprünglichen Wort Palatium (das t wird wie z ausgesprochen). Denn der Hügel war das politische Herz des römischen Imperiums. Sogenannte Königspfalzen waren dann im Mittelalter Regierungsgebäude der jeweiligen Herrscher. Der heutigen Pfalz (in Südwestdeutschland) kam dabei eine bedeutende Rolle zu, da sie Kernland verschiedener Herrschaftsdynastien war. So wurde die gesamte Region Pfalz genannt.
Das Forum Romanum (Latein für “Marktplatz von Rom”) liegt in der unmittelbaren Nähe und war, wie der Name schon impliziert, soziokulturelles Zentrum der Hauptstadt. Dies blieb es sogar bis ins neunte Jahrhundert. Ich finde es wahnsinnig interessant und beeindruckend, wie solche historischen Strukturen vor nichts Halt machen, nicht einmal sogar vor dem Untergang eines Weltimperiums. Gerade in Rom werdet ihr die Verbindung zur Geschichte deutlich spüren. Also, wer Geschichte und Ästhetik mag – ab in die Ewige Stadt!

Ciao, a presto!

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