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Das Praktische Jahr kurz erklärt

Das Praktische Jahr kurz erklärt

Das Medizinstudium ist lang und zäh und hat seine ganz eigenen Höhen und Tiefen. Testate, Prüfungen und hoher Druck liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit spannenden Kursen, praktischen Lehreinheiten und das Gefühl, etwas Nützliches und Wunderbares zu tun. Und zum Schluss wartet das PJ auf dich und damit die vorletzte Hürde, bevor du endlich die Approbation in den Händen hält.

Zum Ende des Studiums müssen Medizinstudierende ein ganzes Jahr Praktika in Kliniken absolvieren. Dabei sollen sie ihr bis dahin erlerntes Wissen und die erprobten Fertigkeiten unter Supervision von Assistenz- und Oberärzt:innen, an Patient:innen anwenden. Je nach Universität und Lehrkrankenhaus wird das Praktische Jahr (PJ) von zusätzlichen praktischen und theoretischen Kursen begleitet. Der Fokus liegt nun nicht mehr darauf, Wissen anzuhäufen und zur richtigen Zeit das Kreuzchen am richtigen Ort in einer Multiple-Choice-Klausur zu setzen. Es geht darum, diverse Krankheitsbilder kennenzulernen. Diese korrekt zu behandeln und auch zu erfahren, was dir in dem Beruf mehr oder weniger liegt. Das alles macht das elfte und zwölfte Fachsemester des Medizinstudiums so besonders.

PJ: Aufbau und Gestaltung

Das Praktische Jahr startet regulär nach dem zweiten Staatsexamen und endet mit dem dritten und letzten Staatsexamen des Medizinstudiums. Regulär beginnt das Praktische Jahr entweder im Herbst oder Frühling. Unterteilt werden die zwölf Monate in drei Tertiale (ein Tertial umfasst einen Zeitraum von vier Monaten). Dabei bist du verpflichtet, jeweils vier Monate in der Chirurgie und der inneren Medizin zu absolvieren. Ein Tertial steht dir zur freien Verfügung. Es lohnt sich, ein Fachbereich zu wählen, den du schon ins Auge gefasst hast oder einen, der dir praktische Fähigkeiten vermittelt, die in vielen anderen Fachbereichen anwendbar sind.

Tobias mit zwei Trokaren in der Hand. Er steht vor einem Bildschirm und über das laparoskopische operieren.
Die Seminare und praktischen Kurse sind häufig fächerübergreifend. Hier übe ich mich gerade in der laparoskopischen Chirurgie.

PJ im Ausland

Wenn du die Rahmenbedingungen einmal verstanden hast, kannst du dir dein Praktisches Jahr frei und flexibel gestalten. Du kannst an deiner Heimatuni verbleiben, in andere Städte und Universitätskliniken innerhalb Deutschlands rotieren oder auch über die Landesgrenzen hinaus nach geeigneten Kliniken suchen. Wenn du vor hast, ins Ausland zu gehen, muss das Land deiner Wahl Kliniken haben, die in der Vergangenheit bereits durch das zuständige Landesprüfungsamt als geprüfte Ausbildungsstätte genehmigt wurden. Sollte die Klinik deiner Wahl noch keine geprüfte Ausbildungsstätte sein, muss eine Vorab-Anerkennung durch das Landesprüfungsamt erfolgen. Zuletzt steht die Entscheidung an, ob du ein ganzes oder bloß ein halbes Tertial an einer ausländischen Klinik verbringen möchtest. Die andere Hälfte des sogenannten ‚Splits‘ kannst du dann an der heimischen Universitätsklinik absolvieren.

Eigeninitiative ist gefragt

Das Praktische Jahr des Medizinstudiums eignet sich hervorragend für einen Blick über den deutschen Tellerrand hinaus. Wie beim Studium selbst ist auch bei diesem Vorhaben eine Menge Eigeninitiative gefragt. Von der Bewerbung an der ausländischen Universität bis hin zur Anerkennung beim zuständigen Landesprüfungsamt bist du auf dich allein gestellt. Doch das sollte dich in keiner Weise entmutigen. Wo ein Wille ist, ist bekannterweise auch ein Weg. Die Organisation erstreckt sich meistens über einen längeren Zeitraum. Dies sorgt sowohl dafür, dass du nicht gleich von allen Seiten überrollt wirst, als auch dafür, dass du am Ball bleiben musst.

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