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Der letzte Roadtrip: Sechs Staaten in zwei Wochen

Der letzte Roadtrip: Sechs Staaten in zwei Wochen

Anfang April ging es für meinen Freund und mich auf einen letzten gemeinsamen Roadtrip während meines Studiums in den USA. Das waren meine Highlights.

Kansas & Missouri

Als sich mein zweites Semester so langsam dem Ende zuneigte, kam mein Freund zu Besuch nach Lawrence. Ich zeigte ihm den Campus der University of Kansas, die School of Journalism und den McLains Market, wo ich am liebsten die Mittagspausen verbringe. In Downtown bummelten wir über die Mass Street mit ihren vielen kleinen Läden und Restaurants und gingen abends mit Freunden in der Sand Bar feiern.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Sightseeing in Kansas City, Missouri, inklusive einer Führung durch die Boulevard Brewery, einem Besuch beim WWI Memorial und zum Abschluss gönnten wir uns das berühmte KC BBQ. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Topeka, der Hauptstadt von Kansas, ging es weiter nach Colorado.

Nördliches Colorado & Wyoming

In Denver besichtigten wir das State Capitol, die Union Station und den Larimer Square, spazierten durch Downtown und verbrachten einen Abend im Barviertel South Broadway. Mein Lieblingsviertel war der River North Art District, Spitzname RiNo, der bekannt für seine hippe Künstlerszene ist.

Von Colorados Hauptstadt aus ging es in die Rocky Mountains. Am ersten Tag wanderten wir über die Flatirons bis hinauf zum sogenannten Devil’s Thumb. Kurz vor unserem zweite Ziel, dem Bear Peak, wurden wir leider von einem Schneeschauer zum Umkehren gezwungen. Dafür verbrachten wir den Abend in der netten Unistadt Boulder und fanden auf der Pearl Street eine echte Seltenheit in den USA – eine breite Fußgängerzone.

Am nächsten Tag schien wieder die Sonne und wir machten uns auf in den Rocky Mountain Nationalpark, wo der Winter noch in vollem Gange war.

Aus den Bergen ging es weiter nach Wyoming, was aus der Sprache der indigenen Ureinwohner übersetzt „Große Ebenen“ bedeutet. Eine sehr passende Bezeichnung für den bevölkerungsärmsten Bundestaat der USA, wie wir auf der achtstündigen Autofahrt nach Utah feststellten.

Utah & Südliches Colorado

In Utah angekommen fuhen wir an den Great Salt Lake, der mit circa 4,400km2 der größte Salzwassersee in der westlichen Hemisphäre ist. Auf einem Spaziergang über die Antelope Island beobachteten wir zahlreiche Bisons, die Teil einer der letzten weitgehend freien Herden im Land sind.

In Salt Lake City machten wir einen Begegnung der besonderen Art. Die 1847 von Mormonen gegründete Stadt gilt heute noch als Zentrum der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Was wir nicht wussten: Jedes Jahr am ersten Aprilwochenende pilgern Mormonen aus aller Welt in die Stadt um an der Generalkonferenz der Kirche teilzunehmen. Dementsprechend waren an jenem Samstag auf dem Temple Square jede Menge schick gekleideter Leute unterwegs und wir fühlten uns etwas fehl am Platz.

Von Utahs Hauptstadt aus fuhren wir wieder nach Colorado. Unsere Wanderung zum sogenannten Hanging Lake in den südlichen Rocky Mountains war mein absolutes Highlight der Tour. Der durch Kalksteinablagerungen entstandene türkisfarbene See gilt als einzigartig, da er wortwörtlich zwischen den Klippen hängt.

Auf dem Weg nach New Mexico machten wir noch einen Halt im rund 12.000 Jahre alten Great Sand Dunes Nationalpark. Barfuß im Sand zu laufen und gleichzeitig im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Rockies zu sehen fühlte sich ein bisschen surreal an.

Breaking Bad in New Mexico

Wir waren kaum ein paar Meilen über die Grenze und sofort kam ein gewisses Mexiko-Feeling auf: schönes Wetter, überall wuchsen Kakteen und die Häuser waren im flachen, bunten Pueblo-Stil gebaut. Bei unserem ersten Stopp in  Santa Fe, der Hauptstadt von New Mexico, kam noch hinzu, dass alle um uns herum auf einmal Spanisch sprachen und es an jeder Ecke Tacos zu kaufen gab.

In Albuquerque besichtigten wir zunächst das historische Stadtzentrum, Downtown, den Rio Grande und die Sandia Mountains. Unsere eigentlichen Hauptziele lagen jedoch mitten im Wohngebiet: die Drehorte von Breaking Bad, einer unserer Lieblingsserien. Durch deren Erfolg und den, des Prequels Better Call Saul, wurde die Stadt weltweit berühmt und ein beliebtes Ziel für Serientouristen wie uns.

Kommentare
  1. Ralf Grünke

    24. April 2019

    Zitat: „Jedes Jahr am sechsten April pilgern Mormonen aus aller Welt in die Stadt um den Gründertag ihrer Glaubensgemeinschaft zu feiern.“ Stimmt nicht. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wurde tatsächlich am 6. April 1830 gegründet, die „Menge schick gekleideter Leute“ war aber da, um an der Generalkonferenz der Kirche teilzunehmen, die zweimal im Jahr jeweils am ersten Wochenende im April und im Oktober stattfindet. Dass der erste Konferenztag diesmal auf den 6. April fiel, war Zufall.

    1. Leonie Scheuble

      24. April 2019

      Hallo Ralf,
      vielen Dank für die Aufklärung! Ich habe die Stelle korrigiert.
      Schöne Grüße, Leonie

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