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Ein halbes Jahr Finnland – was bleibt?

Ein halbes Jahr Finnland – was bleibt?

Sechs Monate. Ein ganzes halbes Jahr – diese Zeit habe ich in Finnland verbracht und jetzt, nach meiner Rückkehr nach Deutschland merke ich, dass die Zeit natürlich nicht spurlos an mir vorbeigegangen ist. Was geblieben ist, erfahrt ihr hier:

Saunieren

Das offensichtlichste zuerst: regelmäßiges Saunieren. Daran habe ich mich so gewöhnt in Finnland, das will ich in Deutschland unbedingt so beibehalten. Es entspannt und ich fühle mich danach wie neu geboren! Am liebsten hätte ich natürlich eine eigene Sauna, die mit Feuer angeheizt wird, so wie es in den Hütten in Lappland immer war. Aber das wird wohl leider noch eine Weile ein Traum bleiben. Bis dahin: ab in die öffentliche Elektrosauna. Auch schön!

Raus in die Natur

Das habe ich zwar vorher auch immer schon viel gemacht, aber so intensiv wie das von den Finnen betrieben wird, konnte ich bisher nicht mithalten: Zwei Stunden täglich mindestens raus an die frische Luft. Das will ich beibehalten und auch unbedingt mehr zelten und an einsame, abgeschiedene Orte wandern. Auch wenn das in Deutschland etwas schwieriger wird als in Finnland. Aber: Ich nehme die Herausforderung an!

Gelassenheit

Das Wichtigste für mich: die finnische Gelassenheit. Vielleicht ist Gelassenheit auch nicht das treffende Wort, aber ich befürchte, im Deutschen gibt es kein Wort (oder ich kenne es nicht), das das finnische Lebensgefühl besser beschreibt. Ich habe das so erlebt, dass die Finnen sich (im positiven Sinne) nicht für Andere interessieren. Das heißt, sie schauen einfach was ihnen gut tut und machen das dann einfach. Vielleicht liegt es auch daran, dass (zumindest in Nordfinnland) die Nachbarn meistens so weit weg wohnen, dass es einen einfach nicht interessiert, was sie darüber denken. Das zeigt sich auch an den Klamotten: praktisch müssen sie sein. Genauso, wie es mir auch gefällt.

Zukunftsaussichten?

Meine Zeit in Finnland hat mir noch mal vor Augen geführt, dass ich zukünftig noch viel mehr Möglichkeiten habe, als an einer Schule in Deutschland zu arbeiten. Im Moment ist die Vorstellung, immer an der gleichen Schule zu arbeiten, fast schon beängstigend für mich. Aber: Mir wurde (mal wieder) bewusst, dass das so nicht sein muss! Es gibt auch außerhalb des Schulsystems in Deutschland Möglichkeiten für deutsche Lehrkräfte: Deutsche Schulen im Ausland sind mittlerweile weltweit in fast jedem Land vertreten. An diese Schulen kann mich sich entweder (wenn man verbeamtet ist) entsenden lassen oder als Ortslehrkraft vor Ort angestellt werden. Auch in Helsinki gibt es eine. Aber nicht nur das: Finnland sucht genauso wie Deutschland im Moment händeringend nach Lehrkräfte, also warum nicht einfach dort arbeiten? Unrealistisch, weil meine Finnisch-Kenntnisse immer noch auf A1-Niveau sind? Da könnte wohl was dran sein. Das käme für mich auch nicht infrage, dauerhaft in einem Land zu leben, dessen Landessprache ich nicht sprechen kann. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt, wie meine Motivation Finnisch zu lernen, noch exponentiell steigt und ich eines Tages wieder in Oulu am Strand sitze, frische Korvapuusti (Zimtschnecke) esse und in einer finnischen Zeitung blättere. Bis dahin: Bleibt gesund und meldet euch natürlich immer gerne bei Fragen zu meiner Zeit in Finnland! Kiitos ja moimoi!

Kommentare
  1. Tina

    15. August 2020

    Sehr schön geschrieben <3

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