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„Das hat auch unseren Horizont erweitert“

„Das hat auch unseren Horizont erweitert“

Dominik Schumann hat ein Semester lang in Australien Jura studiert. Dass diese Erfahrung für ihn etwas ganz Besonderes war, hat er in seinem Blog ausführlich berichtet. Wir haben seine Eltern Sylvia und Gert Schumann gefragt, wie sie diese Zeit erlebt haben.

Dominik und seine Eltern sitzen auf dem Sofa und schauen sich auf einem Laptop Bilder von seinem Auslandsaufenthalt an.
Dominik und seine Eltern.

Was war der erste Gedanke, den Sie hatten, als Dominik angekündigt hat, dass er ins Ausland gehen möchte?
Dass es Australien sein sollte, schockte uns schon ein wenig. Zum einen wegen der großen Entfernung und zum anderen wegen der Gefahren der australischen Tierwelt. Im Notfall wären wir sehr weit weg gewesen. Wir haben ihm einige Ratschläge mit auf den Weg gegeben, wie zum Beispiel, sich regelmäßig die Schuhe auszuschütteln, damit er nicht von Spinnen gebissen oder von Skorpionen gestochen wird.

Wie aufwändig war die Organisation?
Dominik hat drei Monate vor seinem Auslandsstudium damit begonnen, also relativ kurzfristig. Die größten Herausforderungen waren die oft völlig anderen Gegebenheiten in Australien, zum Beispiel bei der Wohnungssuche und an der Uni. Mit Hilfe des Internets hat er diese Aufgaben aber gemeistert. Dominik hatte in Deutschland einen Nebenjob. Gemeinsam haben wir die Kosten, die vorab beglichen werden mussten, vorfinanziert und dann abgewartet, was die staatliche und sonstige Förderung ergab. Er hat Auslands-BAföG und das Deutschland-Stipendium bekommen. Beides war allerdings mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden.

Sie haben Ihren Sohn ja sicherlich vermisst – wie sind Sie damit umgegangen?
Wir haben dafür die modernen Kommunikationskanäle im Internet genutzt und konnten einander jederzeit problemlos erreichen. Dominik hat uns zum Beispiel mit seinem Handy seine Wohnung gezeigt und uns mit zum Strand genommen. Wir haben die Bindung zu ihm in dieser Zeit bewusster wahrgenommen. Als er anfangs etwas Heimweh hatte, haben wir ihn bestärkt und die positiven Aspekte des Auslandsaufenthaltes betont. Das Heimweh war bald kein Thema mehr und er konnte die Zeit in Australien genießen.

Wie hat diese Erfahrung Dominik verändert?
Er konnte eine Kultur kennenlernen, die im Vergleich zu Deutschland nach seinem und unserem Eindruck sehr viel bessere Umgangsformen pflegt. Das hat sowohl seinen als auch unseren Horizont erweitert. Der Auslandsaufenthalt hat Dominik sicherlich zu einem weltoffeneren Verständnis verholfen. Weil er die neuen Aufgaben in Australien völlig allein bewältigen musste, ist er wesentlich selbstständiger und selbstbewusster geworden. Dominik studiert Jura und konnte in Australien auch seine fachlichen Kompetenzen erweitern, weil sich das Rechtssystem dort sehr von unserem unterscheidet. Auch seine Sprachkenntnisse konnte er vertiefen.

Was würden Sie anderen Eltern raten, deren Kinder ins Ausland gehen wollen?
Wir empfehlen ihnen, ihre Vorbehalte und Ängste zurückzustellen. So ein Auslandsaufenthalt ist ein sehr großer und wertvoller Schritt in der persönlichen Entwicklung der Kinder. Es ist ein Schritt, den wir in seiner Bedeutung vorher nicht so hoch eingeschätzt hätten.

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