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Endspurt Auslandspraktikum – meine letzten Male

Endspurt Auslandspraktikum – meine letzten Male

Als ich im März 2022 in Chile angekommen bin, war erst mal alles ganz neu und aufregend. Jetzt, fast sechs Monate nach meiner Ankunft, habe ich mich gut eingelebt und vieles hier ist mittlerweile ganz selbstverständlich für mich. Doch in Deutschland wird sich mein Leben wiederum anders gestalten. Insbesondere ein paar letzte Dinge, letzte Male und letzte Begegnungen möchte ich deshalb besonders genießen.

Kennt ihr das, wenn ihr in ein neues Land reist und vor lauter Überforderung die neuen Eindrücke erst mal irgendwie einordnen möchtet? So in etwa ging es mir auf jeden Fall. Neues Essen, neue Begegnungen und vor allem ganz neue Aufgaben und Herausforderungen in der Schule haben mich und meine Komfortzone besonders auf die Probe gestellt. Anfangs dachte ich oft „Man, in Deutschland finde ich das irgendwie einfacher oder unkomplizierter“. Doch ehrlich gesagt blicke ich nach den letzten fünf Monaten nun auf genug Dinge mit einem melancholischen Gefühl zurück. Denn einiges werde ich wirklich vermissen.

Empanadas Chilenas vom Feinsten

Bei Twitter habe ich bereits von ihnen berichtet: Die berühmten Empanadas aus Chile. Sie sind für dich da: Sei es vor dem Club, während einer Mittagspause oder nach einem verpassten Flug. Es gibt sie in diversen Ausführungen. Teigtaschen aus Weizen- oder Maismehl. Gefüllt mit Fleisch, Meeresfrüchten, Käse, Gemüse oder vielem mehr. Ob frittiert oder doch im Ofen gebacken – es ist für jeden was dabei, von klein bis groß.

Empanadaliebe
Mein aller liebster Empanada-Spot ist in Santiago de Chile. Er heißt Enhebro Pizzas, Cervezas y Empanadas.

Verkehrsverbindungen mal ganz unkompliziert

Wenn du in Chile von A nach B reisen möchtest, kannst du ins Flugzeug steigen, mit deinem Auto losdüsen oder …? Richtig: Den Bus nehmen. Klingt jetzt erst mal nicht so spannend, denn Busse gibt es ja auch in Deutschland gefühlt wie Sand am Meer. Doch ich habe in Chile gemerkt, dass der Ausbau der Busverbindung ganz neue Dimensionen eröffnet. Es gibt nämlich nicht nur Busse, die so gut wie überall hinfahren, die Preise sind auch wirklich günstig. Natürlich variieren die Kosten je nach Strecke, Gesellschaft und gewünschtem Komfort, alles in allem sind sie jedoch nicht überteuert. Zudem ist es egal, ob du eine Minute oder drei Monate vor Abfahrt buchst – der Preis bleibt derselbe und du hast somit die Möglichkeit, flexibel und spontan zu planen.

Alleine die Nerven behalten vor der Klasse

Wie ich bereits in anderen Blogbeiträgen berichtet habe, habe ich in diesem Praktikum viel Verantwortung übertragen bekommen. Denn ich durfte zunächst eine zehnte Klasse – im Anschluss gleich noch eine fünfte Klasse – alleine unterrichten. Ich denke, das ist für eine Praktikantin im Bachelorstudium nicht unbedingt normal. Trotz allem war es für mich auf jeden Fall eine sehr spannende und herausfordernde Aufgabe. Denn ich habe viele neue Lehrmethoden und Unterrichtsformate ausprobiert. Ich habe die Möglichkeit erhalten, viele Kinder auf einem noch innigeren und persönlicheren Niveau kennenzulernen, als ich es zuvor kannte. Vor allem aber habe ich eine neue Handlungssicherheit erlangt, die ich als Hospitantin im Unterricht einer anderen Lehrerin wahrscheinlich nie erreicht hätte. Und genau aus diesem Grund werde ich die Zeit und den Unterricht mit meinen Schüler:innen ganz besonders vermissen.

Muttertag
Ein chaotischer Unterricht, kurz vor Muttertag. Doch jedes neue graue Haar hat sich gelohnt 🙂

Realtalk im Lehrerzimmer

Vor diesem Praktikum habe ich mich noch nie einem Kollegium wirklich zugehörig gefühlt. Zwar war ich bereits in einigen Teamsitzungen dabei, doch während meiner bisherigen vierwöchigen Praktika wusste ich nie so richtig, worum es geht bei den Besprechungen. Doch das hat sich dieses Mal geändert. Denn ich habe sowohl mein Kollegium als auch das Schulleben und die Schüler:innen kennengelernt. Wenn ich dann ins Lehrerzimmer kam und sich meine Kolleginnen wild und laut über ein aktuelles Thema ausgelassen haben, dann wusste ich erstens, worum es ging und wurde zweitens up-to-date gehalten. Auch wenn die Lautstärke und das Temperament meiner Kolleginnen gelegentlich das ganze Lehrerzimmer einheizten, bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung und vor allem für diese schönen Begegnungen.

Geburtstag
Hier hatte eine Lehrerin im Kollegium Geburtstag. Da wurde erst mal die Geburtstagsgirlande ausgepackt, damit auch wirklich jeder vom Geburtstag Bescheid weiß! 🙂

Eine unvergessliche Liebe

Sorry für den Teaser, aber nein, es geht nicht um eine Beziehung. Wobei es die gewissermaßen schon gibt. Es geht hierbei um Pisco Sour. Einfach gesagt: Ein alkoholisches Getränk aus Pisco (einem hochprozentigen Alkohol aus Trauben), Limette und Zucker. Er wird dir in Chile als Aperitif angeboten, wenn du in den Abend starten möchtest. Auch bei dem sogenannten Picoteo, den Snacks vor dem Abendessen, darf der Pisco Sour in der Hand nicht fehlen. Durch die Note von Limette und Zucker schmeckt er sehr frisch und nicht allzu stark. Zugegebenermaßen ist das auch ein bisschen gefährlich, denn den Pisco schmeckst du eher weniger. Den Abschied von Pisco Sour werde ich wahrscheinlich nur mit einem Glas Pisco Sour schaffen.

Pisco Sour
Im vorderen Glas siehst du Pisco Sour auf peruanische Art. Im hinteren Glas ist der sogenannte Chileno. Die Rezeptur unterschiedet sich nur ein wenig voneinander, trotzdem sind beide gleichermaßen gut.

Das Ende einer Ära

In den vergangenen fünf Monaten war ich fast täglich in meiner Praktikumsschule. Am Wochenende bin ich fast immer verreist, um mir Chile anzusehen. Doch natürlich war ich da nie alleine. Und wie könnte ich mich an die vergangene Zeit zurückerinnern, wenn ich bei meinen Wochenendtrips und beim Schulalltag nicht an meine Mitpraktikantin Ina denke? Denn ohne Ina an meiner Seite wäre der Schulalltag, die Unterrichtsplanung, das gemeinsame Verreisen und insgesamt die Zeit im Ausland nicht annähernd so bereichernd gewesen. Sie war und ist meine innigste Bezugsperson und aufgrund der eher klein gehaltenen jungen Community in Osorno auch meine einzige Freundin hier. Klingt für dich jetzt vielleicht ein bisschen langweilig, aber das war es überhaupt nicht! Vielmehr hatte ich so die Möglichkeit, eine noch tiefere Freundschaft zu entwickeln, die ich auf diese Art und Weise wahrscheinlich niemals entdeckt hätte. Und für diese Begegnung allein hat sich das Auslandspraktikum alle Male gelohnt.

Auch wenn meine Zeit im Ausland auch mal Höhen und Tiefen mit sich gebracht hat, blicke ich nun mit gemischten Gefühlen auf meine Zeit zurück. Ich werde einiges vermissen und hoffe, dass ich die kommenden Wochen aufgrund dieses melancholischen Gefühls umso besser und voller genießen kann. Denn mein Auslandsaufenthalt war und ist etwas wirklich Spannendes und Aufregendes. Und jetzt, wo es auf’s Ende zugeht, bin ich um einiges dankbarer geworden. Also: danke.

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