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Endlich wieder analog! Die erste Uni-Woche in Costa Rica

Endlich wieder analog! Die erste Uni-Woche in Costa Rica

Ein verwinkelter Campus, neue Freunde und viele interessante Inhalte: Meine erste Woche an der Universidad Veritas in San Jose liegt hinter mir.

Am Montag, den 27. September war es endlich soweit: Die Uni ging los! Vorher hatte ich mich eigentlich gut vorbereitet gefühlt: Neben vielen Mails und einem engen Austausch mit der Auslandskoordinatorin gab es auch einen verpflichtenden Online-Vorbereitungskurs. Der gab mir die Möglichkeit, die Uni und die Online-Plattform schon im Voraus kennenzulernen. Trotzdem war ich vor meinem ersten Tag ziemlich aufgeregt, schließlich hatte ich seit über anderthalb Jahren keine Kurse oder Veranstaltungen in Präsenz mehr gehabt.

Es war aber eher eine positiv-freudige Aufregung, und ich freute mich schon sehr darauf, meine neuen Kommiliton*innen kennenzulernen. Das geschah am ersten Tag mit einer kleinen Campustour und einem Kennenlern-Lunch. In kleinen Gruppen wurden wir zunächst durch die drei wichtigsten Gebäude der Uni geführt (viel mehr gibt es auch nicht, Veritas ist nicht besonders groß), und uns wurden die wichtigsten Einrichtungen gezeigt.

Campus-Tour

Der Campus hat mir sehr sehr gut gefallen, obwohl er ziemlich verwinkelt und nicht besonders einfach aufgebaut ist. Dafür gibt es überall kleine Sitzmöglichkeiten, einige grüne Stellen und auch große, luftig-lichte Bereiche. Da der Schwerpunkt hier auf Fächern wie Design, Kunst, Mode oder Architektur liegt, braucht es entsprechende Räumlichkeiten. Neben Fotostudios, Werkstätten und anderen Räumen gibt es viele PC-Labs, die mit Macs ausgestattet sind, auf denen alle Programme laufen, die man sich als Designstudent*in nur wünschen kann. Ich werde in den nächsten Tagen mal eine kleine Videotour unternehmen!

Die meiste Zeit werde ich aber vermutlich in den „normalen“ Seminarräumen verbringen, und den einen oder anderen Abstecher ins Labor unternehmen, dazu aber später mehr.

Dadurch, dass wir in kleinen Gruppen unterwegs waren, konnte ich leicht mit den anderen ins Gespräch kommen, und mir wurde sehr schnell klar, dass der Großteil meiner Kommiliton*innen aus den USA hierher gekommen war. Nach der Tour gab es dann Pizza für alle in einem der großen Aufenthaltsbereiche, und die Student-IDs wurden verteilt. Die sind hier wichtig, denn am Eingang der Uni sitzt immer Wachpersonal, das diese ab und an auch kontrolliert.

Eine Gruppe Studis sitzt zusammen auf Sitzkissen.
Pizza-Party! Mit einigen Kommiliton*innen habe ich mich direkt angefreundet.

Meine Kurse an der Uni Veritas

Nachdem ich dann mit ein paar Leuten Nummern oder Instagram-Handles ausgetauscht hatte, ging es auch schon direkt los zum ersten Kurs. Meine Kurszeiten sind alle nachmittags. Das finde ich gut, denn da regnet es eh meistens und ich kann vorher noch einiges erledigen oder unternehmen.

Ein ziemlich großer Workload wartet auf mich

Ich habe insgesamt vier Kurse belegt, die jeweils an zwei Tagen zwei Stunden lang in Präsenz stattfinden. Dazu kommt aber einiges an eigenständiger Arbeit – pro Kurs ist das mehr, als ich sonst in Bonn in einem Semester mache. So ist es nicht ungewöhnlich, dass in einem Kurs zwei Essays, zwei Präsentationen, eine Gruppenarbeit, eine eigene Projektarbeit und noch irgendetwas anderes kursspezifisches wie Laborberichte als benotete „Assignmemts“ verlangt werden. Und alles zählt natürlich am Ende in die Kursnote! Das wird also eine ziemliche Umstellung, denn in Bonn gibt es pro Seminar meistens nur eine „große“ Arbeit, die man am Ende des Semesters abgibt.

Thematische Ausrichtung der Kurse

Das Thema meines ersten Kurses lautet „Costa Rican Environmental Policy“, und ich glaube, dass das einer meiner Lieblingskurse wird. Die Dozentin ist halb Tica, halb Britin und ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl bei ihr. Zu meiner Überraschung waren wir in diesem Kurs tatsächlich nur zu dritt, und witzigerweise ist eine von den zwei Kommilitoninnen auch Deutsche und studiert ebenfalls in Bonn.

Die anderen beiden Kurse an diesem Tag waren nicht viel voller, ich schätze, dass ich maximal zehn bis zwölf Mitstudierende pro Kurs habe. Was das angeht, lohnt sich die Privat-Uni tatsächlich sehr.

Der zweite Kurs, „Ecological Photography“, hat mich ebenfalls direkt von Anfang an begeistert, da ich da auf jeden Fall etwas machen werde, was in Bonn so nicht möglich gewesen wäre. Hier geht es nämlich neben den Fotografie-Basics darum, wie man ökologische Problem- oder Fragestellungen visuell-fotografisch einfangen kann.

Nach den beiden Kursen war ich schon ziemlich platt. Jeweils fast zwei Stunden aufmerksam in einem zu Raum sitzen bin ich nach drei Corona-Semestern auf jeden Fall nicht mehr gewöhnt. Trotzdem stand noch ein dritter Kurs auf dem Plan, und zwar „Social Development and Environmental Impact“. Diesen Kurs hatte ich gewählt, weil ich die Hoffnung hatte, hier neue inhaltliche Impulse zu bekommen, die über meine schon belegten Seminare in Bonn hinausgehen. Leider musste ich aber in der ersten Sitzung, als wir gemeinsam den Syllabus durchgingen, feststellen, dass es inhaltlich eher um die absoluten Grundlagen gehen würde. Dazu kam, dass ich sofort das Gefühl hatte, mit dem Dozenten nicht warm zu werden, da sein Unterrichtsstil einfach überhaupt nicht meins war. Zum Glück kann man aber in der ersten Woche noch Kurse tauschen, das war also kein Problem, und deshalb belege ich jetzt stattdessen „Tropical Botany“. Bei dem Kurs werden wir auch ein paar Mal ins Labor gehen, um Pflanzenanatomie zu studieren.

Als ich dann um acht Uhr abends endlich meinen ersten Tag überstanden hatte, war ich müde, aber sehr zufrieden und freute mich auch schon auf die kommenden tage und Wochen. Am nächsten Tag ging es erst um 17 Uhr nachmittags los: Dienstags und donnerstags habe ich nur einen Kurs, und zwar „Tropical Ecology“. Auch wenn ich hier ebenfalls schnell merkte, dass der Kurs inhaltlich eher auf Einsteiger mit wenigen Vorkenntnissen ausgelegt ist, wollte ich ihn trotzdem gerne weiter belegen, weil ich die Perspektive auf die Tropen einfach zu spannend finde.

Neue Leute kennenlernen endlich!

Meine Kommiliton*innen konnte ich nicht nur innerhalb der Kurse kennenlernen: dadurch, dass es überall in den Gebäuden verteilt kleine Sitzecken, Sitzsäcke oder Bänke gibt, kann man sehr leicht zwischendurch mit Leuten quatschen. Grade am Wasserspender, an dem man seine Flaschen auffüllen kann, findet sich immer jemand, und so hatte ich bis Donnerstag schon einige Nummern gesammelt. Der Donnerstag ist für mich der letzte Tag meiner Uni-Woche, und außerdem der Tag, an dem in meinem Haus immer eine kleine Party steigt. Daher konnte ich meine neuen Uni-Freunde direkt einladen, und gemeinsam verbrachten wir einen coolen ersten Abend. Die meisten anderen Studis leben nämlich bei einer Gastfamilie, da Veritas als uni-internes Unterbringungsprogramm nur diese Option anbietet. Deshalb war meine Wohnsituation für die anderen schon etwas Besonderes, und die kleine Bar, die wir in der Garage haben, das Highlight der Woche.

Alles in allem war das eine sehr coole, erfolgreiche erste Woche, und ich freue mich schon total auf die folgenden! Demnächst berichte ich auch gerne davon, wie ich meinen Unialltag, meine Abgabetermine und Mitschriften organisiere.

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