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Chaos und Papierkram in der ersten Woche

Chaos und Papierkram in der ersten Woche

Leider endet die Bürokratie eines Auslandssemesters in Malaysia nicht mit der Einreise: Vor der Kurswahl musst du zunächst ein Drogenscreening bestehen und die lange Registration durchführen. Ich nehme euch mit in meine erste chaotische Woche in Malaysia.

Als ich müde und etwas planlos endlich am Senai International Airport in Johor Bahru, Malaysia, landete und mich am nächsten Tag auf den Weg in die Universiti Teknologi Malaysia (UTM) machte, hoffte ich, dass mir die Orientierungswoche dabei helfen würde, mich einzufinden. Ein Auslandssemester in Malaysia ist mit sehr viel Bürokratie verbunden, die leider nicht mit der Anreise endet: Sobald man in Malaysia ankommt, muss man sich beim International Office melden und die vollständige Registration mithilfe einer langen Liste durchführen. Da der Campus der UTM 12 Quadratkilometer groß ist, findet man sich unglaublich schwer zurecht. Austauschstudenten bekommen lediglich den Zettelberg in die Hand gedrückt und eine kurze Info durch Mitarbeiter des International Office, was zu tun ist. Ursprünglich war für den Tag meiner Ankunft eine Briefing-Session für Austauschstudenten angesetzt, durch die ich mir mehr Informationen erhofft habe. Diese wurde jedoch mit der gesamten Orientierungswoche um ein paar Wochen nach hinten verschoben. Als Grund wurde uns nur das Coronavirus genannt – aktuell gibt es noch kein Update, was jegliche Informationsveranstaltungen angeht.

Meine To-Do-Liste nach der Ankunft

To Do Liste für deine Immatrikulation an der UTM
Unterschiedliche Dokumente dienen der Vervollständigung der Immatrikulation. Zum Glück ist der bürokratische Teil nach ein paar Tagen beendet 🙂.

Zunächst musst du dich an der Rezeption des International Office anmelden. Im Visumsprozess wird dir am Ende online das eVal (elektronisches Visum auf Deutsch, Englisch und Malaiisch) ausgestellt. Die Uni benötigt dieses Dokument als Nachweis des Visumsprozesses. Am Ende des ganzen Papierkrams musst du neben dem eVAL noch weitere Dokumente und deinen Reisepass abgeben. Zudem wirst du hier über den Medical Check Up informiert.

Internationalen Studenten wird eine Unterkunft auf dem Campus angeboten. Das Einzelzimmer der Global Residence, das mir mit der Zusage Ende Dezember angeboten wurde, kostet hier RM 650 (in etwa 140 Euro). Der Shuttle Bus bringt dich als nächstes dort hin, wenn du dich nicht für eine Unterkunft außerhalb des Campus entschieden hast. Wie die Wohnungssuche in Johor Bahru generell aussieht, werde ich in einem weiteren Blogbeitrag erklären.

Medical Check Up

Als Nächstes musst du ein Medical Check Up im Health Center der Uni durchführen. Um ein Auslandssemester in Malaysia zu beginnen, muss man diesen bestehen. Der Test setzt sich aus vier Komponenten zusammen:

  • Röntgen des Oberkörpers.
  • Angaben zu Gewicht, Größe undBlutdruck und ein kurzer Sehtest.
  • Urinprobe (für ein Drogenscreening, da Drogenkonsum und -besitz in Malaysia stark bestraft wird).
  • Bluttest (um zu überprüfen, ob der Student an Krankheiten wie Hepatitis erkrankt ist).

Die Ergebnisse gibt es nach drei Stunden oder, wenn du die Tests wie ich donnerstags durchführst, nach dem Wochenende. Sobald diese vorliegen, benötigst du als Nachweis einen Stempel auf deinen Dokumenten.

Health Center der UTM
So sieht die Eingangshalle des Health Centers auf dem Campus aus, in dem der Medical Check Up stattgefunden hat.

Studentenausweis

Anschließend benötigst du eine Bestätigung, dass du die RM 2380 (circa 530 Euro, in etwa vergleichbar mit Semester- und Verwaltungsgebühren) vor deiner Abreise überwiesen hast. RM 1500 (circa 334 Euro) davon sind eine Kaution, die du am Ende des Aufenthalts an der Universität zurückbekommst. Wichtig ist hier die Zahlungsbestätigung, damit du den Stempel erhältst. Das entsprechende Büro befindet sich wieder an einem komplett anderen Standort des Campus, den man erst einmal finden muss. Hier wird zusätzlich ein Porträtfoto für die Metric Card (Studentenausweis) gemacht, die direkt im Anschluss ausgestellt wird.

Metrc Card UTM
So sieht die fertig ausgestellte Metric Card (Studentenausweis) aus.

Zurück zum Visum…

Wenn du endlich alle Stempel eingesammelt hast, geht es zurück zum International Office, um deinen Reisepass abzugeben. Das International Office sendet diesen mit einer Kopie all deiner Dokumente nach Kuala Lumpur, wo das Single Entry Visum der Einreise in ein Multiple Entry Visum umgewandelt wird. Das Multiple Entry Visum erlaubt es dir, ins Land ein- und auszureisen. Der Prozess dauert maximal drei Wochen und kann hier getrackt werden. Über Fortschritte wirst du zusätzlich per E-Mail informiert.

 

Kurswahl auf Papier

Erst wenn alle Schritte erledigt sind, ist es möglich, Kurse zu wählen. Kontaktiere zunächst deinen Academic Advisor, um einen Termin in der Sprechstunde auszumachen und dort deinen Stundenplan zusammenstellen zu lassen. Händisch sucht der Academic Advisor aus jedem einzelnen Semester passende Kurse aus, die in Deutschland angerechnet werden können. Da ich in Deutschland bereits im sechsten Semester studiere, hatte ich freie Wahl aus allen angebotenen Modulen in meinem Fach Bachelor of Management (Marketing). Die ausgewählten Module werden ebenfalls handschriftlich in ein anderes Dokument (Course Registration Amendment Form) übertragen und von dort abgetippt, sodass sie auf der E-Learning-Plattform angezeigt werden.

 

Es folgt: Hoffen, dass deine Kurse zustande kommen, die Zeiten nicht verschoben werden oder der Raum spontan gewechselt wird. Leider bekommt man diese Informationen als Exchange Student gefühlt als letzter mit, was in der ersten Woche zu einigen Problemen geführt hat.

Wohnungssuche und Kulturschocks

Da meine Freundin und ich uns dafür entschieden haben, außerhalb des Campus zu leben, stand für uns zusätzlich noch die Wohnungssuche an. Welche Vor- und Nachteile das Leben auf und außerhalb des Campus mit sich bringt und wie wir sogar bei der Wohnungssuche die malaiische Gelassenheit und Spontanität erlebt haben, erfahrt ihr in einem anderen Blogbeitrag. Außerdem berichte ich über die Kulturschocks, die ich hier Tag für Tag wahrnehme.

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