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Feiern auf Kreolisch

Feiern auf Kreolisch

Nach der bestandenen Prüfung, am Geburtstag der neuen Erasmus-Freundin oder weil heute Freitag ist: Eins ist sicher, Studenten feiern gerne. Aber wie sieht die Feierkultur auf einer kleinen tropischen Insel aus? Kommt man als Student auf seine Kosten?

In meinem letzten Post habe ich schon angesprochen, dass es mit dem Transport hier auf La Réunion eher schwierig ist. Das macht sich besonders dann bemerkbar, wenn man spät abends nach Hause will. Aber heißt das, man kann hier deshalb nicht feiern gehen? Nein, das muss es nicht!

Alles eine Frage der Organisation

Zugegeben, abends auszugehen ist hier nicht ganz so einfach wie in meiner Heimatstadt Köln. Der letzte Bus zur Party fährt um 20 Uhr, der erste Bus von der Party nach Hause zwischen 5 und 6 Uhr. Entsprechend kann so eine Partynacht sehr lang sein.

Eine Lösung kann sein, dass sich jemand als Fahrer bereit erklärt. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn die Person nach der Party dann auch in der Lage ist, zu fahren, und wenn man ein Auto zu Verfügung hat, was auf die meisten Studenten nicht zutrifft.

Alternativlösung: Alle fahren mit dem letzten Bus um 20 Uhr und feiern dann am Strand ein bisschen vor, bis es auf die „richtige“ Party geht. Das ist kein Problem, da es selbst in den Wintermonaten nachts auf La Réunion noch angenehm warm ist. Und wenn die Party gut ist, dann hält man es auch durch, bis der erste Bus fährt.

Eine weitere Option ist es, am Strand zu zelten. Da sollten aber unbedingt alle Wertsachen mit in den Club genommen werden! Auch bei dieser Lösung ist es besser, ein Auto zu haben, in dem man seine Campingausrüstung lassen kann. Dafür muss aber immerhin niemand spät nachts noch nach Hause fahren. Außerdem gibt es, meiner Meinung nach, nichts Schöneres, als morgens aufzuwachen und direkt im Meer schwimmen gehen zu können!

Und wo geht man gut feiern?

Der Badeort Saint-Gilles-Les-Bains ist der wohl touristischste Ort hier auf der Insel, hier leben auch die meisten zugezogenen Métros und hier steht ein Großteil der Hotels der Insel. Während man in der Hauptstadt Saint-Denis lebt, weil man es studiums- oder berufsbedingt muss, verschlägt es die Wohlhabenderen und die Urlauber eher nach Saint-Gilles.

Entsprechend gibt es hier viele Clubs und Bars, in denen man definitiv einen guten Abend verbringen kann. Hier war ich schon mehrmals im Club mit dem fantastischen Namen Titty Twister. Die Stimmung war immer gut, eine sehr authentische Erfahrung ist das aber nicht, denn „echte“ Réunionnais trifft man selten in diese touristischen Clubs und entsprechend läuft auch keine kreolische Musik.

Auch in Saint-Denis, der Inselhauptstadt und meinem Wohnort, gibt es einige Clubs und Bars. Bei uns Studenten ist vor allem Le Passage du Chat Blanc beliebt, in der es neben lokalem Bier wie dem Dodo oder Phoenix (wird von Mauritius importiert, den Wikipedia-Artikel gibt es leider nur auf Englisch) auch Pizza gibt! Die Bar befindet sich im Carré Cathédrale, einem Viertel um die Kathedrale, in dem sich noch mehr nicht allzu teure Bars und Restaurants befinden. Gut zu wissen: In der Passage ist jeden Tag von 17 bis 18 Uhr Happy Hour – da gibt es einen halben Liter Bier zum halben Preis!

Übrigens: Es gibt auch Bars und Clubs, die bei der LGTBQ+ Community beliebt sind – zum Beispiel Le Prince.

Die Frage der Fragen: Was zieht man an?

Wie bei uns in Deutschland auch, hängt der Dresscode von der Bar bzw. dem Club ab. In Saint-Gilles ist es aber eher üblich, dass man sich etwas Mühe mit dem Outfit gibt – für Frauen gerne ein Kleid, Männer nicht in Shorts und beide mit geschlossenen Schuhen, keine Flip Flops.

In Saint-Denis dagegen war ich auch schon in Flip-Flops unterwegs – da reicht ein nettes Lächeln beim Türsteher.

Übrigens: Ich arbeite gerade an einem Blogeintrag über Kreol, der regionalen Sprache der Réunionnais. Wer also die Songtexte von DJ Sebb und Black T nicht nur singen, sondern auch verstehen möchten; stay tuned!

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