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Das ganze Studium im Ausland? Und wie finanziere ich das?

Das ganze Studium im Ausland? Und wie finanziere ich das?

Überlasteter Wohnungsmarkt und anfallende Studiengebühren: Auch das ist Teil des Studiums in den Niederlanden. In diesem Beitrag verrate ich euch Tipps und Tricks, wie ihr die Finanzierung trotzdem hinbekommt.

Das Schöne am Studium in den Niederlanden ist, dass sich euch von deutscher als auch von niederländischer Seite einige Unterstützungsmöglichkeiten auftun.

Augen auf bei der Wahl des Studienorts

Natürlich sollte die Entscheidung, in welcher Stadt ihr gerne studieren wollt, im besten Falle nicht  an den Lebenshaltungskosten hängen. Da es aber in den Niederlanden sehr wohl einen Unterschied macht, ob ihr in Amsterdam oder wie ich in Groningen studiert, solltet ihr sie nicht ganz außer acht lassen. Ich musste mich damals zwischen der Uni Leiden mit Standort in Den Haag und der Uni Groningen entscheiden. Es gab einige Pluspunkte, die für mich für Groningen gesprochen haben. Dass es hier um einiges billiger ist zu leben, hat dann letztendlich dazu beigetragen, dass es mich in den schönen Norden des Landes statt in die Metropole Den Haag verschlagen hat.

Aber Wohnen ist doch so teuer! Oder?

Unter gewissen Umständen kann man in den Niederlanden einen Mietzuschuss von der Regierung beantragen, den Huurtoeslaag. Leider sind die Voraussetzungen dafür meiner Meinung nach relativ hoch. Ihr müsst eine eigene Zugangstür, eine eigene Küche und ein eigenes Bad haben. Ergo: Für ein Zimmer in einer WG bekommt ihr keinen Zuschlag von der Regierung. Ich habe bis jetzt noch niemanden kennengelernt, der in einer eigenen Wohnung ohne Mitbewohner lebt. Erfüllt ihr jedoch die Voraussetzungen, müsst ihr eine digitale Identifikationsnummer (DigiD) vorweisen können. Diese könnt ihr beantragen, sobald ihr euch in den Niederlanden und eurer Gemeinde angemeldet habt. Darüber hinaus gibt es für den Huurtoeslag bestimmte Einkommens- und Vermögensgrenzen. Beantragen kann man ihn beim Belastingdienst. Aber aufgepasst: Die Seite ist auf niederländisch!

Niederländische Studienfinanzierung

Auch als Deutsche habt ihr in den Niederlanden Anrecht auf deren Studienfinanzierung, sozusagen das niederländische BAföG. Bei Studienbeginn dürft ihr dafür nicht älter als 29 Jahre sein. Ihr müsst mindestens 56 Stunden im Monat neben dem Studium arbeiten, ein niederländisches Bankkonto besitzen und in den Niederlanden angemeldet sein. Die Finanzierung setzt sich aus vier Teilen zusammen: einem Darlehen, dem Aanvullende Beurs, einem Ticket für den öffentlichen Nahverkehr und einem Collegegeldkrediet. Das Aanvullende Beurs ist ein sogenannter Aufstockungsbetrag und richtet sich nach dem Einkommen eurer Eltern. Auf den Rest hat jeder Anspruch. Das Collegegeldkrediet ist ein monatlicher Beitrag, der als Unterstützung für die Studiengebühren ausgezahlt wird. Die Studiengebühren betragen für EU-Bürger und Bürger aus dem europäischen Wirtschaftsraum 2143 Euro im Jahr. Im ersten Studienjahr wird dieser Beitrag allerdings halbiert. Wenn ihr das Studium innerhalb von zehn Jahren erfolgreich abschließt, wandeln sich das Geld für das Aufstockungsdarlehen und für das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr in einen Zuschuss um, der nicht zurückgezahlt werden muss. Erhaltet ihr BAföG in Deutschland, könnt ihr keine niederländische Studienfinanzierung beantragen. Umgekehrt wird der Zuschuss aus den Niederlanden beim deutschen BAföG als Einkommen voll angerechnet.

Und dann natürlich – Auslands-BAföG!

Für das Studium in den Niederlanden könnt ihr natürlich auch Auslands-BAföG beantragen. Hierfür müsst ihr beachten, dass ihr laut deutschem Gesetz entweder euren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben oder euch anderweitig mit der deutschen Gesellschaft verbunden fühlen musst. Für insgesamt ein Jahr werden die Studiengebühren bis zu einem Betrag von 4600 Euro an der niederländischen Universität übernommen. Für die Niederlande ist das Dezernat der Bezirksregierung Köln zuständig. Auch wenn ihr in Deutschland keinen Anspruch auf Förderung durch BAföG habt, lohnt es sich, es zu probieren: Im Ausland liegt die Einkommensgrenze eurer Eltern nämlich höher als im Inland.

Nebenjob in den Niederlanden

Als EU-Bürger könnt ihr auch in den Niederlanden neben der Uni arbeiten, ohne eine bestimmte Erlaubnis dafür zu brauchen. Viele meiner Freunde arbeiten hier für verschiedene Lieferservices, da man für diese keine niederländische Sprachkenntnisse vorweisen muss. Um hier zu arbeiten, müsst ihr hier natürlich angemeldet sein und ein niederländisches Bankkonto besitzen. Jetzt, da für mich die erste Klausurenphase vorüber ist und ich mich darüber hinaus auch eingelebt habe, werde ich mich auch nach einem Nebenjob umgucken.

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