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8 Monate Ausland im Jahr – warum nicht?

8 Monate Ausland im Jahr – warum nicht?

Geld verdienen, studieren und mehr als die Hälfte des Jahres die Welt entdecken? Dabei leiden weder Freunde, Familie noch Regelstudienzeit darunter? Wie auch Du das Beste aus deinem Studium holen kannst, möchte ich Dir in diesem Beitrag mit meinen persönlichen Tipps und Tricks näher bringen.

So viel Reisen und trotzdem Regelstudienzeit?

Seit dem Wintersemester 2014 studiere ich Lehramt an Gymansien mit der Fächerkombination Biologie und Deutsch an der Technischen Universität Darmstadt . Im Rahmen meines Studiums absolvierte ich bereits ein Auslandssemester an der Ege-University (Türkei), ein Praktikum an der Deutsch-Schweizerischen Internationalen Schule in Hongkong , zwei Freiwilligenprojekte in der Ukraine mit GoCamp  und ein Praktikum an der Deutschen Internationalen Schule Doha. Durch all meine Aufenthalte lernte ich nicht nur die jeweiligen Institutionen kennen, sondern konnte gleichzeitig viele Länder bereisen. Wenn ich jetzt all die Praktika, Reisen und Aufenthalte der letzten Jahre summiere,  sind es ganze acht Monate Ausland im Jahr. 

Trotz meiner zahlreichen Auslandsaufenthalte werde  ich mein Studium in der Regelstudienzeit abschließen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass ich meinen Abschluss ein Jahr verspätet in der Tasche haben werde. Jetzt stellt sich die Frage, wie ich mit acht Monaten Abwesenheit die Universität fortsetzen und Prüfungen ablegen konnte.

Mein Studium an der Technischen Universität Darmstadt

Das Lehramtsstudium an der TU Darmstadt umfasst viele Klausuren und Hausarbeiten. Am Ende fließen jedoch nur wenige erbrachte Leistungen in die Gesamtnote des ersten Staatsexamens ein. Daher ist es schön, in jedem Modul eine 1,0 anzustreben, aber weniger dramatisch, wenn dies aus verschiedenen Gründen nicht gelingt. Ich habe pro Semester 40-50 Credits. belegt Das hört sich zunächst sehr viel an (war es auch), jedoch habe ich eine gute Mischung aus Klausuren (Fach Biologie) und Hausarbeiten (Fach Deutsch) ausgewählt. Abgesehen davon habe ich Module, für die ein „bestehen“ gereicht hat, mit zwei Modulen kombiniert, die ich sehr gut ablegen wollte. Während ich die Klausuren im ersten Termin schrieb, verfasste ich meine Hausarbeiten im Ausland. So konnte ich unmittelbar nach der Klausurenphase (Ende Januar bis Mitte Februar) Darmstadt verlassen.

Tipp: Ich habe bereits zu Beginn meines Semesters alle Hausarbeitsthemen mit meinen Dozent*innen abgesprochen. So konnte ich in den ersten Wochen des Semesters Recherche betreiben. Die eigentliche Arbeit schrieb ich dann während meiner Zeit im Ausland.

Mein Geheimrezept für ein erfolgreiches Lehramtsstudium:

  1. Studiere deine Studienordnung!
  2. Erstelle eine Excel-Tabelle mit Prüfungsanforderungen und den dazugehörigen Semesterangaben. Notiere dir unbedingt, welche Module nur als „bestanden“ und welche mit einer Note bewertet werden.
  3. Gestalte dir zu Beginn jedes Semesters deinen eigenen Stundenplan. Kombiniere Module so miteinander, dass du so viele Prüfungen wie möglich ablegen kannst. Die benoteten Leistungen fließen dann in deine Gesamtnote ein, sodass du die anderen Anforderungen druckfrei bestehen kannst.

Ein Urlaubssemester ist kein MUSS!

Viele Studierende verknüpfen mit einem Auslandsaufenthalt sofort das Erasmus-Programm. Oft folgt dann ein Semester an einer Partneruniversität. Dafür kann man ein Urlaubssemester nehmen, damit die Anzahl der Fachsemester gleich bleibt und gleichzeitig das Bafög nicht gekürzt wird. Neben 6-12 Monaten Auslandssemester gibt es aber eine Vielzahl an Möglichkeiten, ohne Urlaubssemester ins Ausland zu reisen.

Tipp: Ich habe zum Beispiel meine zwei Praktika an den deutschen Auslandsschulen (Erfahrungsbericht Hongkong und Katar) mitten im Semester absolviert. Dafür musste ich mich nicht beurlauben lassen und konnte innerhalb dieser Zeit meine Hausarbeiten schreiben. Meine kürzeren dreiwöchigen Aufenthalte in der Ukraine (GoCamp) hingegen ergaben sich unmittelbar nach der Klausurenphase im Frühjahr.

Und wie kann ich mir das alles leisten?

Dieser Frage begegne ich sehr oft im Alltag, insbesondere dann, wenn ich neue Kontakte und Freundschaften knüpfe. Ich komme weder aus einem reichen Elternhaus, noch bin ich glückliche Lottogewinnerin.

Glücklicherweise bekomme ich seit Anfang des Studiums Bafög . Darüber hinaus werde ich seit drei Jahren im Rahmen des Deutschlandstipendiums von Merck KGaA und ENTEGA NATURpur Institut gefördert. Weil das Stipendium nicht an das Bafög angerechnet wird, darf ich in meinem Minijob als Tutorin für Maschinenbaustudierende monatlich ein bisschen Geld dazuverdienen. Durch die Übungsleiterpauschale als Vertretungskraft an einem Gymnasium in Hessen erhöht sich nicht nur meine anrechnungsfreie Summe, sondern ich bekomme auch kostenlos das LandesTicket Hessen. Das kann ich von meinen Semestergebühren absetzen, sodass ich 120 Euro von der AStA rückerstattet bekomme. Folglich zahle ich pro Jahr 240 Euro weniger Semesterbeitrag.

Tipp: Auch wenn ich das Land nur für wenige Wochen verlassen habe, konnte ich mein Zimmer aufgrund der miserablen Wohnungssituation in Darmstadt immer untervermieten. Dadurch blieb mir meine monatliche Miete erspart.

Ich hoffe, die kleinen Einblicke in meine Studienorganisation/-planung konnten dir zeigen, dass auch „normale Studierende“ die Welt entdecken, arbeiten und gleichzeitig das Studium meistern können.

Das darfst du niemals vergessen: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“

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