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Fliegen mit zu viel Gepäck, Campus-Chaos und andere Hürden

Ich bin nun vor circa vier Wochen in Rom für meinen Auslandsaufenthalt an der La Sapienza angekommen und habe in der Zeit schon die ein oder andere Hürde mal mit mehr, mal mit weniger Bravour überwunden. Vor meiner Ankunft hatte ich tatsächlich keine Ahnung, was mich genau erwarten würde, deshalb beschreibe ich euch jetzt auf was es zu Beginn so ankommen kann.

Bevor es für mich am 14. Februar um 6 zum Flughafen ging, stand ich vor einem Problem: In meiner WG gab es keine Waage und somit auch keine Option, meinen Koffer und mein Handgepäckstück zu wiegen! Auch von meinen Freunden konnten lediglich nur Küchenwaagen angeboten werden, also hieß es schätzen und das Koffergewicht mit vollen Bierkästen vergleichen. Netterweise hat jeder aus der WG einmal angehoben und wir einigten uns darauf, dass ich ziemlich knapp hinkommen müsste.

Am nächsten Morgen beim Flughafen angekommen, legte ich also meine beiden Gepäckstücke auf die Waage: Insgesamt betrug das Gewicht tatsächlich 32 von 33 Kilogramm! Ich war erleichtert, bis der nette Herr am Schalter mich dazu aufforderte, meine Tasche, die ich unter den Sitz direkt im Flugzeug verstauen würde, auch auf die Waage zu legen. In dieser Tasche befanden sich zwei Laptops und mein iPad jeweils mit Ladekabel. Das wird wohl mehr als ein Kilo sein. Tatsächlich brachte die Elektronik stolze acht Kilo auf die Waage. Der Mann schaute mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. Ich schaute zurück und sagte: „oh“.

Vielleicht war es die Tatsache, das meine gesamte Familie hinter mir stand, ich noch ein Kuscheltier auf dem Arm hatte oder dass es einfach ein guter Morgen war – aber mit einer Verwarnung das nächste Mal besser aufzupassen und einem Seufzer ließ er mich ziehen. Nach dem tränenreichen Abschied von meiner Familie und meinem Freund ging es durch die Sicherheitskontrolle.

In Rom Termini angekommen und ab zum Apartment!

Vorsicht Touri-Abzocke!

Ich Ich habe die Situation vor Ort beobachten bei mir und anderen beobachten können. Am Hauptbahnhof Roms (Rom Termini) tummeln sich viele Abzocker herum. Ihr könnt diese einerseits daran erkennen, dass sie gezielt offensichtlich Reisende ansprechen und abnorme Preise verlangt werden. Die sicherste Option besteht darin, sich ein Uber rufen, die schnell vor Ort sowie um einiges günstiger sind und keine versteckten Kosten aufbereiten.

Am Hauptbahnhof in Rom (Rom Termini) bin ich mit dem Leonardo Express angekommen. Es gibt weitere Möglichkeiten, um von den zwei Flughäfen ins Zentrum zu kommen, wie zum Beispiel Busse oder Taxen. Ich habe den Zug gewählt, da das Preisleistungsverhältnis für mich am besten war. Vom Bahnhof aus waren es dann noch 20 Minuten Fußweg zu meiner Wohnung. Ich überlegte, ein Taxi zu nehmen, da ich bei strahlender Sonne wenig Lust hatte, mit Winterjacke und 38 Kilo Gepäck durch die Stadt zu stiefeln. Als jedoch ein Preis von 25 Euro für 5 Minuten Fahrt genannt wurde, überwand ich meinen Schweinehund und stiefelte los.

Am Appartement angekommen wartete schon meine Vermieterin, um mir die Schlüssel zu übergeben und den Vertrag zu unterschreiben. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich mein Italienisch bis dato auf ein paar Wochen digitalen Sprachkurs beschränkt hat und meine Gegenüber so gut wie kein Englisch sprach. Das Gröbste konnte besprochen beziehungsweise verstanden werden und ich habe mir, als ich alleine war, den Vertrag mit Übersetzer vorgenommen. Ein Glück habe ich dort keine bösen Überraschungen feststellen können! Mein Tipp an dieser Stelle: Falls im Vorhinein klar ist, dass Sprachbarrieren bestehen (könnten), alle wichtigen Unterlagen am besten schon vorher per Mail zukommen lassen, um sich mit diesen Dingen vertraut machen zu können.

Erster Abend schon ein Flop?

Als ich dann um etwa halb 4 das erste Mal alleine und so richtig angekommen war, wusste ich erst mal nicht ,wohin mit mir. Mein Mitbewohner, der schon einen Monat vor mir eingezogen war, war eher kurz angebunden und ich wollte mich auch nicht aufdrängen. Trotzdem hätte ich gerne eine kleine Wohnungstour und eine Absprache bezüglich Teilen von gemeinschaftlich genutzten Dingen, Mülltrennung, Regalaufteilungen und so weiter bekommen, um mich ein bisschen heimeliger zu fühlen. Etwas enttäuscht über den Empfang und auch die Sauberkeit in der Wohnung erkundete ich etwas das Viertel und kaufte ein paar essenzielle Lebensmittel. Eine persönliche Hürde hierbei bestand darin, in Plastik verpackte Bananen zu kaufen. In den folgenden Tagen fand ich Märkte, in denen sie unverpackt angeboten wurden. Abends rollte die Traurigkeit, die sich aus Einsamkeit, Angst, keine Freunde zu finden und Vermissen der Herzensmenschen zusammensetzte, über mich. Mein Freund konnte mich am Telefon beruhigen und versicherte mir, dass alles ganz toll werden würde und ich der Sache doch erst einmal ein paar Tage Zeit geben solle. Mit diesen Worten und seiner Stimme im Kopf schlief ich ein.

Anschluss finden und Uni kennenlernen

Mission Freunde finden

ESN

ESN steht für Erasmus Student Network (NGO) und nimmt Studierende an die Hand, indem sie Events zum Vernetzen und Entdecken der Stadt abhalten. Es gibt je nach Standort zudem weitere Netzwerke, wie hier zum Beispiel ERA.

Bereits vor meiner Ankunft habe ich mich für den Beitritt bei ESN registriert und habe einen Link erhalten, über den ich einer Whatsapp-Gruppe beitreten konnte. Über diese Gruppe werden verschiedene Events geteilt, an denen Erasmusstudis teilnehmen können. Hier steht ganz groß die Eigeninitiative im Vordergrund! Lasst euch nicht davon unterkriegen, wenn ihr noch niemanden kennt, denn eigentlich sitzen alle Auslandsstudierenden im selben Boot. Ich entschied mich also, mich für einen Welcome-Lunch am folgenden Tag in Frascati (Gemeinde in Rom) anzumelden. Gepackt von neuer Motivation eröffnete ich zusätzlich eine Whatsapp-Gruppe für Erasmusstudierende der philosophischen Fakultät und teilte diese in die ESN-Gruppe.

Beim Welcome-Lunch bin ich direkt mit anderen ins Gespräch gekommen und wurde in eine Gruppe von Leuten hinzugefügt, die sich am Vorabend kennengelernt hatten und größtenteils in derselben Gegend wohnten wie ich. Auch über den restlichen Abend hinweg bestand die Möglichkeit allerlei Kontakte knüpfen und die Trauer und Sorgen von vor ein paar Tagen war vergessen. Da blieb nur noch die leise Stimme in meinem Hinterkopf, die mich daran erinnerte, die Hausarbeit für meine Uni in Deutschland fertigzustellen.

Ausblick von einem Berg auf Frascati am Abend mit einer mittelgroßen Menschenmenge
Ein weiteres Zusammentreffen in Frascati nach dem Lunch.

Organisation an der Uni oder Chaos hoch 3

Was ich nun leider sagen muss, ist, dass die Organisation der Uni etwas hängt und von der meiner Heimatuni stark abweicht. Deshalb gilt auch hier: Eigeninitiative! Scheut euch nicht davor, dieselbe Mail mehrere Male zu senden. Der Austausch mit anderen Studierenden hilft zudem enorm. Zunächst kamen Informationen über die Einführungswochen sehr kurzfristig, ich habe quasi zufällig mein Anreisedatum optimal gewählt. Weiter waren die spezifischen Vorstellungen der Fakultäten so gelegt, dass beim Veranstaltungsdatum schon so gut wie alles selbst oder in gestresster Zusammenarbeit herausgefunden wurde.

Beispielsweise ist das Stundenplansystem an der La Sapienza ein ganz anderes. Als erstes musste ich über den Kurskatalog weiter zu den Unterrichtszeiten und bei den jeweils gewählten Kursen auf das Lehrerprofil gehen. Dort finden sich alle korrekten(!) Infos über Zeit- und Lehrraum der Kurse. Informationen der Lehrerprofile und Unterrichtszeiten im Kurskatalog stimmen nicht immer überein! Das habe ich selbst erleben dürfen, als ich zwei Mal zu früh aufgekreuzt bin. Wenn das ganze Organisatorische jedoch erst mal geschafft ist, sind die Kurse an sich interessant gestaltet und um einiges besser strukturiert. Der Lehrstil ist ein anderer als aus Deutschland gewohnt, dazu aber ein anderes Mal mehr!

Laptop mit Bib im Hintergrund
Die Hausarbeit schreibt sich leider nicht von allein…und krank schreibt sie sich nicht besser 🙁

Alles in Allem …

… lässt sich sagen, die ersten Wochen des Auslandssemesters können schon mal etwas chaotisch und auch frustrierend sein. Ihr solltet euch von kleinen Rückschlägen aber nicht unterkriegen lassen, denn damit seid ihr nie allein. ihr findet viel schneller nette Menschen, als zunächst angenomment. Und zusammen könnt ihr allerlei tolle Erkundungstouren durch die städtische und die Esskultur unternehmen! Das kommt meiner Aufgabe, das beste Tiramisu zu finden, ganz gelegen!


Bei welchen Dingen ist bei euch Land unter? Worüber möchtet ihr noch Genaueres wissen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

xx Elea

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