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Von Essgewohnheiten und Verkehrschaos – mein Alltag in Florenz

Von Essgewohnheiten und Verkehrschaos – mein Alltag in Florenz

In Deutschland habe ich einen geregelten Tagesablauf: Aufstehen, Fertigmachen, in die Uni radeln. In Florenz hat sich erstaunlich wenig geändert. Aufstehen, Fertigmachen, auf das Fahrrad schwingen. Nur fahre ich nicht in die Uni. Stattdessen steuere ich mein Stammcafé an, in dem ich mit einer Freundin aus der Sprachschule verabredet bin. Sogleich bekommen wir je einen Cappuccino und ein Stück Gebäck. Dies ist übrigens typisch italienisch: Das Frühstück ist süß. Einheimische bestellen in der Regel ein Brioche, also ein Croissant. Wir drängen uns noch ein wenig mit den italienischen Bauarbeitern an der Theke, bevor es für uns zum Italienisch Unterricht geht.

Theke mit Gebäck, dahinter zwei Barriste die Kaffee zubereiten.
Dieses wunderbare, recht große Café liegt an der Piazza Santa Croce und damit auf dem Schulweg. Zum Glück denn ohne einen guten Cappucino am Morgen geht nichts.

Verkehrschaos ist typisch für Florenz

12:15 – Schulschluss! Ich trete aus dem alten Gebäude und freue mich, dass mein Fahrrad noch nicht geklaut wurde. Florenz ist nämlich für die vielen Fahrraddiebstähle berüchtigt. Gleichzeitig ist es eines der schnellsten und praktischsten Fortbewegungsmittel in der Stadt, denn die Straßen sind eng und es gibt kein zuverlässiges Bussystem. Ich habe in der ersten Woche versucht, einen Busfahrplan zu bekommen. Allerdings musste ich feststellen, dass ein solcher Plan gar nicht erst gedruckt wird. Der Grund: Es werden ständig Baustellen auf- und abgebaut, die die Busrouten verändern und Haltestellen verschieben. Viele Florentiner haben auch eine Vespa. Die Mopedfahrer kümmern sich aber in der Regel wenig um Einbahnstraßen. Dies kann durchaus zu „interessanten“ Situationen führen, wenn Autos unerwartet aus der falschen Richtung entgegenkommen. An dieser Stelle vielleicht noch eine kleine Warnung: Die Straßen in Florenz sind alles andere als eben, was das Fahren zu einem ganz besonderen Erlebnis macht.

Korrespondentin Julia auf Fahrrad auf der Piazza vor Santa Croce.
So nützlich ein Fahrrad auch ist, parken ist in Florenz mit unglaublich engen Gehwegen nicht gerade einfach. Ich schließe es immer auf der Piazza vor Santa Croce an.

Genuss auf italienisch – zu einem Cocktail gehört ein Aperitivo

Mit dem Fahrrad geht es dann durch die Stadt, Italienisch lernen in einem Café und danach Florenz genießen. Den Abend verbringe ich mit Freunden. Wir genießen ein Glas Wein oder einen Aperitivo. Dies ist eine italienische Erfindung, bei der man sich in einer Bar trifft und neben einem Cocktail oder einem Glas Wein kleine Häppchen serviert bekommt. Oft gibt es auch Essen vom Buffet.

Zwei Cocktails

Italien cool und modern – hier wurde ein Cocktail mit einer exotischen Frucht und ein wenig Minze dekoriert.

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