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Warum Südamerika? 3 Gründe für ein Semester am anderen Ende der Welt

Warum Südamerika? 3 Gründe für ein Semester am anderen Ende der Welt

Spanisch kann man auch in Europa lernen, genauso wie „sich selbst finden“. Keine Kultur ist wie die Deutsche – um etwas zu erleben, muss man eigentlich nicht einmal um die Welt fliegen. Warum also habe ich mich für ein Auslandssemester 13.000 Kilometer weit weg von zu Hause entschieden?

1. Von Europa nach Südamerika – ein Perspektivenwechsel

Seitdem ich in Chile lebe, merke ich, wie sehr die deutsche Denkweise auf Europa fixiert. In der Schule und in der Uni lernen wir viel über Politik, Wirtschaft und Kultur. Jedoch immer aus unserer eigenen Perspektive. Seit ich hier in der Hochschule Kurse über die lateinamerikanische Geschichte belege, stelle ich fest, dass ich nichts über die Länder und Kulturen Südamerikas weiß. Mein Auslandssemester hier bringt mir Einblicke in Themen, von denen in Europa nur selten gesprochen wird. Ich habe in nur zwei Monaten so viele Dinge gelernt, die meinen Horizont erweitern.

2. Große Entfernung und kulturelle Nähe

Ein Flug nach Chile kostet ca. 1.000 € und bringt dich auf die andere Seite der Welt. Da das Land auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten im Verleich zu unseren also umgekehrt. Du lebst in einer anderen Zeitzone. Du entdeckst eine fremde Kultur. Dinge, die in Europa passieren, rücken plötzlich in den Hintergrund.

Wenn man hier Heimweh bekommt, kann man nicht so einfach einen Rückflug buchen. Man bekommt nicht ständig Besuch. Wegen des Zeitunterschieds muss man Telefonate planen. Man kann sich nicht mal schnell die Lieblingssüßigkeit aus Deutschland schicken lassen (ein Paket von Deutschland nach Chile braucht ca. 3 Monate). Die Entfernung ist eine Herausfoderung, aber sie hilft im „Hier und Jetzt“ zu leben. Was ich mache, wenn ich Heimweh habe? Anstatt nach Flügen zu schauen, die ich mir sowieso nicht leisten kann, entdecke ich neue Orte in Valparaiso. Ich genieße den pazifischen Ozean, mache einen Spaziergang durch die bunten Straßen oder gehe Souvenirs shoppen. Ich bin so weit von Deutschland entfernt, dass es mir viel leichter fällt, mich auf die neue Kultur und die Menschen hier einzulassen.

3. Reisen – Freiheit und Ruhe

Ich denke, die beeindruckenden Reisemöglichkeiten sprechen für sich. Südamerika ist flächenmäßig fast doppelt so groß wie Europa, hat jedoch eine viel geringere Bevölkerungsdichte (rund 24 Einwohner/km², Europa: rund 75 Einwohner/km²). Hier ist es ganz normal für einen Wochenend-Trip 1.000 Kilometer zu fahren. Hier ist es auch normal, auf den 1.000 Kilometern niemandem zu begegnen. Man erlebt so viel Freiheit. Allein Chile hat landschaftlich viel zu bieten: von beeindruckenden Bergformationen in den Anden über wundervolle Strände und Inseln bis hin zur Atacama-Wüste. So viele atemberaubende Landschaften nebeneinander findet man in Europa nicht.

Arme Ausgebreitet vor grünem Hintergrund in Santiago de Chile
So viel Freiheit

Eine kleine Entschiedungshilfe

Als ich vor meiner Entscheidung stand, ob ich für mein Auslandssemester in Europa bleiben möchte oder nicht, habe ich mir vor allem diese Frage gestellt: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich noch einmal die Möglichkeit bekomme, für ein halbes Jahr in Südamerika zu wohnen? Meiner Meinung nach bekommt man nicht oft im Leben die Möglichkeit, sich ein Leben in einem Land am anderen Ende der Welt aufzubauen. Sechs Monate sind zwar wenig, aber trotzdem können sie viel verändern.

Ich merke jeden Tag, dass es die beste Entscheidung war, über Grenzen hinaus zu denken und Europa für mein Auslandssemester zu verlassen. Die 13.000 Kilometer fühlen sich gut an. Traut euch! Wagt etwas Neues! Ihr werdet es nicht bereuen!

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