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Gut Ding will Weile haben

Es ist Ende März und der Frühling steht an: In Deutschland schneit es immer noch gelegentlich, keiner weiß so recht, wann er die Reifen wechseln soll und der HSV bricht mal wieder ein und vermasselt den Aufstieg ein weiteres Mal. In Ostasien pendeln sich die Temperaturen langsam bei angenehmen 20°C ein und die beliebteste Reisezeit des Jahres beginnt. Genau in dieser Zeit bin ich in mein Auslandssemester aufgebrochen. In den folgenden Zeilen erfahrt ihr, wie ich meine Reise organisiert habe und welche Möglichkeiten es gibt, möglichst günstig und komfortabel zu fliegen.

Der Hauptgrund für die Touristenströme sind die aufblühenden Kirschblüten, die das Land nach und nach in ein regelrechtes Blütenmeer verwandeln. Zu dieser Zeit pilgern mehrere Millionen Touristen aus aller Welt in den Inselstaat, was wiederum Fluggesellschaften auf den Plan ruft, die Preise anzuziehen. Für mich ist es ein absolutes Privileg zu dieser Zeit hier leben zu können, während andere ihren wohlverdienten Jahresurlaub in Japan verbringen. Dafür musste ich mir jedoch im Vorfeld einige Gedanken machen um den für mich idealen Flug zu bekommen.

Blühender Kirschbaum vor einem blauen wolkenlosen Himmel.
Die japanische Kirschblüte „Sakura“ blüht je nach Gegend in Japan von Ende März bis Anfang Mai.

Zur Spontanität gezwungen

Aufgrund des langwierigen Bewerbungsprozesses an der Gastuniversität hatte ich wenig Planungssicherheit in den Monaten vor der geplanten Abreise. An meiner Heimatuniversität wurde mir gesagt, dass ich warten und hoffen soll und die Möglichkeit besteht, dass mein Visum erst nach Semesterbeginn ausgestellt werden könnte. Das hätte bedeutet, dass ich nicht rechtzeitig anreisen könne und mein gesamtes Vorhaben auf dem Spiel stünde. Von japanischer Seite wurde ich mit schwammigen Aussagen vertröstet. Man konnte mir 2 Monate vor Semesterstart noch keine Informationen zur Verfügung stellen, ich wusste demnach im Februar noch nicht, wann ich im April in Japan aufkreuzen kann. Diese Unsicherheit hat mich ziemlich belastet, da ich natürlich mit einem Auge ständig die steigenden Flugpreise im Blick hatte und tatenlos zusehen musste. Die Beantragung des Visums verzögerte sich zudem ungemein. Dieses erhielt ich erst gegen Mitte März, sodass ich erst fast 2 Wochen vor dem geplanten Abflug meinen Flug buchen konnte.

Die Wahl des geeigneten Zwischenstopps

Wer nicht gerade unbegrenzte finanzielle Mittel besitzt, kann sich vermutlich den Lufthansa-Direktflug von Berlin nach Peking nicht leisten. Dieser kostet etwa 3.000€ und gilt als komfortabelste Variante. Da ich ohnehin in die vermeintlich kleine Stadt Akita musste, die lediglich mit einem Flughafen für Inlandsflüge ausgestattet ist, musste ich mich nach Transitflügen umschauen. Die günstigsten Verbindungen beinhalten meist ziemlich abstrakte Zwischenhalte, so hätte ich mitten in der Nacht 8 bis 12 Stunden lang an den Flughäfen in Budapest oder Rom verweilen können, was mich allerdings weniger ansprach. Stattdessen entschied ich mich dazu meinen Zwischenstopp auf einen Tag auszuweiten, um ein weiteres Land zu sehen und noch was zu erleben. Meinen Flug wählte ich von Frankfurt über Doha und Tokio nach Akita. Für diese Reise zahlte ich 780€, ziemlich viel, aber aufgrund der Kürze der Zeit kaum günstiger zu bewerkstelligen.

One night in Doha

Meine Wahl für einen Zwischenhalt fiel auf Doha, die Hauptstadt Katars, schließlich muss man in der Regel meist auf dem Weg nach Ostasien in Katar umsteigen. Der Flughafen gilt als einer der beliebtesten und modernsten der Welt und ist von Frankfurt/Main in 6 Stunden zu erreichen. An diesem angekommen, war ich beinahe der einzige Passagier, der den Flughafen in Richtung Stadt verlassen wollte, also wann auch immer die beliebteste Reisezeit für Katar ist, ich hatte sie wohl verfehlt. Meine Unterkunft kostete entspannte 35€ und das Tagesticket mit der Metro gab es für umgerechnet 1,50€. Das U-Bahn-System in Doha ist im Übrigen ziemlich gut ausgebaut und absolut komfortabel. Nach einem kurzen Nap im Hotel machte ich mich auf den Weg in die Stadt, um mir einige Sehenswürdigkeiten anzuschauen, schließlich blieb mir nicht all zu viel Zeit dafür. Ich besuchte unter anderem das National Museum of Qatar, um etwas über die Geschichte des Emirats zu erfahren und wandte mich schließlich der faszinierenden Architektur zu.

The Pearl Island

The Pearl Island ist eine künstlich aufgeschüttete Insel mit etwa 52.000 Bewohnern an der Ostküste im Emirat Katar. Die Insel überstreckt sich auf 4 Millionen Quadratmeter und wird seit 2006 bebaut. Es befinden sich darauf mehrere Malls, Luxushotels, Restaurants und verschiedene Moscheen.

Der Wüstenstaat verfügt zudem über einige der schönsten Moscheen der Welt. Aus diesem Grund stattete ich am Nachmittag der Neuesten der Stadt Doha noch einen Besuch ab. Die Hamad Bin Jassim Bin Jaber Bin Mohamed Al Thani Mosque ist benannt nach dem ehemaligen Machthaber des Landes und befindet sich im Porto Arabia. Sie ist die erste Moschee des Landes, die dem Stil Neubarock entspricht und bietet Platz für 2.441 männliche und 247 weibliche Gläubige.

Moschee mit Teich davor
Die sogenannte Perlenmoschee wurde erst an Heiligabend 2023 eröffnet.

Pflichtprogramm: Stadionbesuch

Zum Ende meines Besuches durfte natürlich ein Stadionbesuch nicht fehlen. Das Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 hat im Vorfeld der WM für reichlich negative Schlagzeilen gesorgt. Im Eiltempo wurden acht hochmoderne Stadien von Gastarbeitern unter widrigsten Bedingungen errichtet. Die Folgen und Ausmaße davon sind hinlänglich bekannt. Ich wollte mir selbst ein Bild davon machen, welches Interesse besteht noch am katarischen Fußball, wie ist die Atmosphäre und was ist geblieben vom großen Turnier im Winter 2022.

In Katar möchte man seinen Gästen stets ein zuvorkommender Gastgeber sein und das gelingt auch. Als ich am Fanshop ein Ticket kaufen wollte, wurde es mir für lau in die Hand gedrückt. Die Karte hätte mit 10 Katar-Riyal (QAR) umgerechnet keine 3€ gekostet, ein ziemlicher Schnapper, wenn ihr mich fragt. Umso mehr, wenn man dafür den ehemaligen Weltstar Philippe Coutinho spielen sehen kann. Ins Stadion verirrten sich keine 3.000 Zuschauer, das Spiel war Magerkost, aber der Support besser als gedacht. Im Fanblock befanden sich viele afrikanische und südostasiatische Zuschauer, die ihr vermeintliches Team mit voller Hingabe anfeuerten. Das erinnerte mich an eine Reportage über staatlich finanzierte Fußballfans in Katar, die der Welt eine gewisse Fußballatmosphäre überbringen sollten. Ich glaube das waren sie, wer weiß. Pünktlich mit dem Abpfiff verließen fast alle Fans das Stadion und ließen ihre Fahnen und Schals im Stadion zurück, welch komisches Bild.
Ein alles in allem ziemlich merkwürdiger Stadionbesuch. Beinahe mehr Ordner als Fans in einem viel zu großen Stadion, bei einer Sportart die im Land sehr wenig Anklang findet. Nach dem Spiel fuhr ich mit der Metro zurück ins Hotel, schlief drei Stunden und stand wieder am Flughafen, mein Flug nach Tokio stand bevor.

Über Tokio nach Akita

Der Flug nach Tokio dauerte ungefähr 11 Stunden, in denen ich also genügend Zeit hatte um etwas Schlaf nachzuholen. In Tokio landete ich kurz nach Mitternacht und hatte nochmal 7 Stunden Aufenthalt, in denen ich nun auch wirklich nichts anderes tun konnte als lesen und schlafen. Nach einer weiteren Stunde Flugzeit von Tokio bin ich schließlich am Dienstag um 8 Uhr morgens in meiner neuen Wahlheimat gelandet, nachdem ich die Haustür in Deutschland am Samstagvormittag geschlossen habe.

Erschöpft, aber voller Abenteuerlust bin ich ins Wohnheim gefahren und habe mich erstmal mit der neuen Umgebung vertraut gemacht.

So, jetzt wird es aber auch langsam Zeit mal zur Uni zu gehen und was zu lernen.

Bis später, Philipp

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